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Gründen leicht gemacht

(08.02.2018) Forschende der ETH Zürich haben seit 2015 pro Jahr 25 Spin-offs gegründet. Eine der Firmen – Juvabis – entwickelt Aminoglycosid-Antibiotika.
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(08.02.2018) „Unser Wirkstoff Apramycin soll Ende des Jahres in die Phase I kommen. Er wird per Infusion verabreicht und soll bei lebensbedrohlichen Infektionen eingesetzt werden, wenn andere Antibiotika aufgrund von Resistenzen nicht mehr wirken oder nicht genommen werden können. Toxikologische Untersuchungen haben ergeben, dass er weniger Nebenwirkungen hat als die bekannten Antibiotika dieser Art“, erläutert Juvabis-Mitgründer und Founding Angel Gunter Festel. Apramycin wurde bereits erfolgreich zur Behandlung von Infektionen bei Tieren eingesetzt.

Finanzielle Mittel erhält das Schweizer Spin-off hauptsächlich vom EU-geförderten ENABLE-Projekt, das zum Ziel hat, neue Antibiotika gegen Gram-negative Bakterien zu entwickeln. Die fünf Gründer, darunter Erik Böttger und Sven Hobbie vom Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universität Zürich, Andrea Vasella von der ETH Zürich sowie David Crich von der Wayne State University in Detroit, USA, haben ihre wissenschaftliche Expertise und insgesamt 100.000 Franken eingebracht. Für die Zukunft ist geplant, weitere Investoren hinzuzuziehen. „Ziel ist es, die Firma soweit zu entwickeln, dass wir in einigen Jahren mehrere Wirkstoffkandidaten gegen verschiedene Indikationen auslizenzieren können. Eine klinische Phase-III-Studie zur Erprobung unseres Medikaments könnten wir finanziell gar nicht stemmen“, so Festel.

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Tipps vom Spin-off Experten

Festel ist sowohl Unternehmer als auch Professor für Hightech und insbesondere Life Science Entrepreneurship an der TU Berlin. Er hat in Chemie sowie in Management und Ökonomie promoviert und im vergangenen Jahrzehnt 15 Technologiefirmen mitaufgebaut. Er rät Gründern zu prüfen, ob sie auch bereit für eine Gründung sind. „Das ist eine Entscheidung, die einen voraussichtlich das Leben lang begleiten wird“, so Festel. „Auch die persönliche Chemie im Gründerteam und in der Firma muss stimmen. Zudem sollten die Gründer am Anfang weitgehend auf Löhne verzichten, um die Fixkosten gering zu halten. Das Geld geht schneller aus als man denkt“, fügt er hinzu. „Es zahlt sich zudem aus, erfahrene Leute an Bord zu holen und entsprechend einzubinden. Als Gründer kann man nicht jedes Problem eigenständig auf hohem Niveau lösen.“

Gebündelt sind Ratschläge für Gründer in dem 2016 erschienenen Buch „Academic Spin-Offs and Technology Transfer in Europe“ nachzulesen, das Festel zusammen mit dem Belgier Sven de Cleyn herausgegeben hat.

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Umfassendes Support-Paket

Seit 1996 sind insgesamt 380 Spin-offs an der ETH Zürich entstanden. Die florierende Gründerszene wird durch verschiedene Programme von der Hochschule unterstützt. ETH transfer, eine eigene Stabsstelle für Technologietransfer, koordiniert alle Aktivitäten rund um die Spin-offs, vom Netzwerkaufbau, über Beratung, Mentoring bis hin zu Unterstützung bei der Lizenzierung von Patenten und Software.

Mit dem Pioneer Fellowship Programm unterstützt die Hochschule seit 2010 junge Forschende, die basierend auf ihren bereits geleisteten Arbeiten im Rahmen einer Masterarbeit oder eines Doktorats an der ETH eine Idee für ein Produkt oder eine Dienstleistung haben. Mit zwei Innovation & Entrepreneurship Labs stellt die ETH zudem seit 2012 wichtige Infrastruktur zur Verfügung. Zum Angebot gehören zum Beispiel Labore mit Biosafety Level 1 und 2 sowie Büroarbeitsplätze. Auch individuelles Coaching durch erfahrene Unternehmer und Unterstützung beim Einwerben einer Anschlussfinanzierung können die Gründer in Anspruch nehmen.

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Längerfristig erfolgreich

Die Anstrengungen haben sich in der Vergangenheit bereits ausgezahlt. „Wie eine Studie aus dem Jahr 2015 zeigt, sind über 90 Prozent der ETH-Spin-offs nach fünf Jahren immer noch auf dem Markt. Damit ist ihre Überlebensrate 40 Prozent höher als jene von anderen Schweizer Startups. Viele ETH-Spin-offs können zudem namhafte Investoren gewinnen“, berichtet Detlef Günther, Vizepräsident für Forschung und Wirtschaftsbeziehungen der ETH Zürich. Auch in den Life Sciences gibt es erfolgreiche Verkäufe von Spin-offs. Beispielsweise wurde GlycArt 2005 für 235 Millionen Schweizer Franken von Roche aufgekauft, Covagen ging 2014 an eine Tochtergesellschaft von Johnson und Johnson und GlycoVaxyn wurde 2015 für 212 Millionen Schweizer Franken von GSK übernommen.

Bettina Dupont



Letzte Änderungen: 08.02.2018

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