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Rise of Spider-Woman

(5.4.16) Ein Spinnenbiss sorgt für Aufregung im Labor unserer (anderen) TA.

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In einer der letzten Herbstwochen des vergangenen Jahres wehte ein Hauch von Hollywood durch unser Labor. Alles begann damit, dass meine Kollegin von einer Spinne gebissen wurde.

Wobei ‚gebissen‘ nicht ganz der richtige Ausdruck ist. ‚Gezwickt‘ trifft es eher. Das Tierchen hatte sie, wohl auf der Suche nach Gesellschaft und Abenteuer, aus dem Gewächshaus ins Labor begleitet, wo es sich an einem seidenen Faden von ihrer Brille abseilte. Meine durch die Bewegung in ihrem seitlichen Blickfeld irritierte Kollegin versuchte das baumelnde Etwas wegzuwischen. Gleich darauf zuckte sie zusammen und sank auf den nächstbesten Stuhl.

„Sie hat mich gebissen!“

Paralysiert vor Entsetzen starrte sie die Arachnide an, die, von ihrem klaustrophobischen Erlebnis zwischen Hand und Hals verstört, auf dem Tisch umherkrabbelte. Eine Doktorandin und ich eilten herbei, um dem unschuldigen Opfer, also unserer Kollegin, beizustehen.

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Ich fing das kaum 1 cm messende Tier in einem Bechergläschen ein. „Für alle Fälle“, erklärte ich. „Falls du gleich kollabierst wissen die Ärzte im Krankenhaus, welches Antiserum sie dir injizieren müssen.“ Sie bedachte mich mit einem giftigen Blick.

Die Doktorandin und ich begutachteten den Hals der Kollegin, auf dem sich mit etwas Phantasie zwei winzige Druckstellen zeigten. „Sieht nicht lebensbedrohlich aus“, konstatierte ich.

Der Banknachbar des Opfers war da nicht so sicher. „Wir könnten den Biss aufschneiden und aussaugen“, brüllte er quer durchs Labor.

Spider-Woman war not amused.

Die nächsten Minuten blieb ich tröstend bei ihr sitzen, obwohl sie nach wie vor eine gesunde Gesichtsfarbe hatte und auch sonst keine Anzeichen für einen anaphylaktischen Schock oder dergleichen erkennen ließ. Während unsere Kollegin sich entgegen meiner Prognose in den Gedanken hineinsteigerte, ihr Ende sei nah, dachte ich an Peter Parker, den im Film „Spider-Men“ ein ähnliches Schicksal ereilt, woraufhin er sich in eben jenen im Titel genannten Actionheld verwandelt.

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Ich fragte meine Kollegin allerdings nicht, ob sie den Film gesehen hat. Dass ihr möglicherweise bald borstige, schwarze Haare aus Fingerkuppen und Füßen sprießen werden, wollte sie in ihrem Gemütszustand sicher nicht hören.

Zahlt eigentlich die Berufsgenossenschaft, wenn man nach einem Spinnenbiss im Dienst, also definitiv ein Arbeitsunfall, zu Spider-Woman mutiert? Im Geiste entwarf ich stellvertretend für meine versehrte Kollegin folgenden Brief an die Versicherung:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Aufgrund eines im Dienst erlittenen Spinnenbisses, und meiner daraus resultierenden Verwandlung in Spider-Woman, sehe ich mich fortan verpflichtet, die Menschheit zu beschützen und bitte daher um die Zahlung von Übergangsgeld auf unbestimmte Zeit.

So weit kam es dann leider doch nicht.

Statt als mutierte Actionheldin die Menschheit zu schützen, ging meine Kollegin zehn Minuten später ohne Anzeichen einer Verwandlung oder Vergiftung zurück an ihre Arbeit. Also ließ ich die Spinne in der Mittagspause frei.

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Am nächsten Tag zog sich ein Kollege im Nachbarlabor an der Abrisskante der verstärkten Alufolie einen Schnitt am Mittelfinger zu. Er machte aber kein großes Drama draus, sondern einfach ein Pflaster drauf.

Ob sich Spider-Woman wohl mit dem Silver Surfer verträgt?

Maike Ruprecht

PS: Ob sich die Kollegin unserer TA bei Jason Dunlop wohlfühlen würde? Dunlop ist Kustos für Spinnentiere am Museum für Naturkunde in Berlin und hat sich mit Mario Rembold ausführlich über seine evolutionsbiologische Forschung an Spinnen und Skorpionen unterhalten - nachzuhören im Laborjournal Podcast.



Letzte Änderungen: 26.05.2016

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