Zitat des Monats (5)

6. September 2011 von Laborjournal

Wie man beim Antragschreiben zum Tier werden kann — das beschreibt in der immer lesenswerten Kolumne „Sticky Wicket“ des Journal of Cell Science die Kunstfigur „Mole“ folgendermaßen:

If you know somebody who is writing a grant, keep away. Understand that the grant writer is like a wild animal with an injury — you may want to help, but its more likely that you will lose a finger than that they will thank you for it. You may walk past their office and see them staring into space, but this is not the time to say, “Hi, I see you’re taking a little break, so I wanted to ask you whether you think I should do my experiment before or after lunch.” Don’t lightly rap on the door, thinking that this will avoid breaking their concentration. Don’t call or leave notes. If your spouse is writing a grant, do not ask about next month’s dinner arrangements. Don’t go near them, talk to them or query them. Because, in that innocent moment of interruption lasting mere seconds, the key idea that was going to bring it all together into one brilliant worldview will be lost forever. What was this marvelous idea? Well, we’ll never know now will we! You will have produced the mental equivalent of a computer crash, and it will take hours and hours to reboot, during which time the grant writer will play unlimited games of solitaire or completely reorganize their MP3 files rather than work on the application. And it will all be your fault.

Köstlich! Und womöglich dürfte sich so mancher wiedererkennen.

Zitat des Monats (3)

24. Juni 2011 von Laborjournal

Das Zitat diesen Monats kommt von dem Konstanzer Philosoph und Wissenschaftstheoretiker Jürgen Mittelstraß. Dieser schrieb im letzten Absatz seines Essays „Exzellenz und Mittelmaß“ (Gegenworte, 2000, Bd. 5: 23-25):

Bleibt wissenschaftliche Exzellenz das weitgehend uneingelöste Versprechen eines Systems, das die Qualität liebt und das Durchschnittliche fördert? Ist Wissenschaft möglich ohne Durchschnittlichkeit oder Mittelmaß? Vermutlich nicht — weshalb sich auch jenseits von Pessimismus und Resignation Tröstliches zu erkennen gibt. Denn Mittelmaß ist in der Wissenschaft der Preis der Qualität und der Exzellenz. Oder anders formuliert: Damit Exzellenz wirklich werden kann, muss viel Qualität gegeben sein; und damit Qualität wirklich werden kann, muss viel Mittelmaß gegeben sein. Allein Exzellenz, nichts anderes, wollen wäre nicht nur wirklichkeitsfremd, sondern für die Entstehungsbedingungen von Exzellenz vermutlich fatal — sie verlöre die wissenschaftliche Artenvielfalt, aus der sie wächst. Und darum eben auch: Nicht nur Erbarmen mit Durchschnittlichkeit und Mittelmaß, sondern zufriedene Unzufriedenheit mit diesen. Es ist das breite Mittelmaß, das auch in der Wissenschaft das Gewohnte ist, und es ist die breite Qualität, die aus dem Mittelmaß wächst, die uns in der Wissenschaft am Ende auch die Exzellenz beschert — mit oder ohne angestrengte Evaluierung.

(Foto: iStockphoto / philipdyer)

Paradox „Projekt“

5. Mai 2011 von Laborjournal

Zwar hatten wir erst kürzlich das Zitat des Monats. Dennoch wollen wir schon wieder zitieren — und das Zitierte natürlich zur Diskussion stellen. Diesmal geht es um das Buch „Forschungsprojekte — Zum Organisationswandel in der Wissenschaft“ der Berliner Soziologin Cristina Besio aus dem Jahre 2009. Darin schreibt sie an verschiedenen Stellen zum „Projektparadox“ in der Forschung:

Damit etwas projektiert werden kann, muss es noch unbekannt sein (andernfalls machte die Forschung keinen Sinn), gleichzeitig muss es aber bereits bekannt sein (weil sich sonst keine Forschungsplanung entwerfen ließe).

Zwischen der Vorstellung von Forschung als einem offenen, durch die Neugierde des Wissenschaftlers gelenkten Prozess und der Projektierung der Forschung herrscht eine offensichtliche Inkongruenz. Diesen Beitrag weiterlesen »

Zitat des Monats

19. April 2011 von Laborjournal

Ein kleines Plädoyer für den Erhalt der reinen, Neugier-getriebenen Grundlagenforschung aus dem Buch The Demon-Haunted World: Science as a Candle in the Dark von Carl Sagan:

Maxwell wasn’t thinking of radio, radar, and television when he first scratched out the fundamental equations of electromagnetism; Newton wasn’t dreaming of space flight or communications satellites when he first understood the motion of the Moon; Roentgen wasn’t contemplating medical diagnosis when he investigated a penetrating radiation so mysterious he called it „X-rays“; Curie wasn’t thinking of cancer therapy when she painstakingly extracted minute amounts of radium from tons of pitchblende; Fleming wasn’t planning on saving the lives of millions with antibiotics when he noticed a circle free of bacteria around a growth of mold; Watson and Crick weren’t imagining the cure of genetic diseases when they puzzled over the X-ray diffractometry of DNA; Rowland and Molina weren’t planning to implicate CFCs in ozone depletion when they began studying the role of halogens in stratospheric photochemistry.

These discoveries and a multitude of others that grace and characterize our time, to some of which our very lives are beholden, were made ultimately by scientists given the opportunity to explore what in their opinion were basic questions in nature.

Cutting off fundamental, curiosity-driven science is like eating the seed corn. We may have a little more to eat next winter, but what will we plant so we and our children will have enough to get through the winters to come?

Das Buch gibt’s auch auf deutsch, unter dem Titel Der Drache in meiner Garage. Oder die Kunst der Wissenschaft Unsinn zu entlarven. Allerdings nur noch gebraucht bei Amazon.

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