Biotechnica 2010 (2)

6. Oktober 2010 von Laborjournal

… und auch der „kleine Preis“ — der BIOTECHNICA Studienpreis 2010, verliehen vom Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin (VBIO e.V.) sowie gesponsert von Roche Applied Science — ist frisch vergeben. Drei Studenten ließen 57 Mitbewerber mit ihren Abschlussarbeiten hinter sich und teilten sich die Plätze auf dem Treppchen.

Wobei VBIO-Präsident Diethard Tautz vom MPI für Evolutionsbiologie in Plön klar stellte: „Die Preisträger können sich sicher sein, dass ihre Arbeiten sehr gut sind. Die anderen waren es aber durchweg auch.“ Diesen Beitrag weiterlesen »

Pipettieren geht vorwärts UND rückwärts!

21. September 2010 von Kommentar per Email

In Laborjournal 9/2010 berichtete Harald Zähringer unter „Ich kenne da einen Trick…“, dass man mit den üblichen „Zwei-Druckpunkt“-Pipetten sowohl vorwärts als auch rückwärts pipettieren kann. Hierzu erreichte uns folgende Mail:

Ihr Artikel zum Thema Pipettieren ist doch wohl nicht ernst gemeint, oder? Es ist vollkommen klar, dass es nur eine richtige Pipettiermethode gibt und dass das nur „erster Druckpunkt — Flüssigkeit aufnehmen — abgeben durch Drücken bis zum zweiten Druckpunkt“ sein kann. Wer gleich bis zum zweiten Druckpunkt geht, muss zwangsweise mehr Flüssigkeit aufnehmen. Wenn Ihr Artikel von Laboranfängern gelesen wird, könnte der Eindruck entstehen, dass es dem Einzelnen freigestellt wird. Vielleicht könnten Sie in der nächsten Ausgabe noch mal darauf hinweisen, dass dieser Artikel so nicht ernst gemeint war? Dass diese Studie aus den USA kommt, wundert auch nicht — schließlich ist die Ausbildung von dort Laborpersonal teilweise auf 10 abendliche Kurseinheiten begrenzt…

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Dumm gelaufen

23. August 2010 von Laborjournal

Es war einmal ein Rotor...

Die Seite heißt pwned experiments und erinnert ein wenig an die guten alten „Laborkatastrophen“, die Laborjournal vor über einem Jahrzehnt brachte. Der Unterschied: die Missgeschicke, die auf pwned experiments referiert werden, sind tatsächlich passiert. Darunter solche Klassiker wie völlig missratene Gele oder durch Unwucht zerstörte Rotoren.

Schon ungewöhnlicher: ein abgebrannter Heizrührer, weil der arme Experimentator im Kühlraum (!) statt der Rührfunktion den Heizblock angestellt hatte — und das Methanol im Puffer sich entzündete. Nicht nur lustig dagegen die Geschichte, wie es zu radioaktiven Fußspuren in einem gewissen Institut kam — samt der entsprechenden Konsequenzen.

Allerdings: Seit Ende letzten Jahres haben sich lediglich ein Dutzend solcher Pannen auf die Seite verirrt. Wir dagegen sind sicher: es gibt viel mehr. Dem Autor dieser Zeilen fällt beispielsweise sofort jene köstliche Szene aus seiner Laborzeit ein, in der ein Diplomand den Verbindungsschlauch eines neuen Bunsenbrenners statt ans Gas versehentlich an einen ähnlich aussehenden Hochdruck-Wasseranschluss koppelte — und dann aufdrehte…

Wie heißt es so schön: Aus Fehlern lernt man. Wer also auch solche oder ähnliche Laborpannen erlebt hat — immer her damit. Entweder hier im Blog, oder per E-Mail an redaktion@laborjournal.de.

Ein Märchen (!?)

29. Juni 2010 von Laborjournal

Vor langer, langer Zeit gab es irgendwo am Rande eines finsteren Waldes eine wunderschöne Wiese. Die Leute, die auf dieser Wiese lebten, widmeten sich damals vollständig der Erforschung ihrer Umgebung. Ausgerüstet mit einer Vielzahl von Geräten und Instrumenten bestimmten die einen sorgfältig die Länge der Grashalme; andere maßen die Gewichte der Steine, die sie in der Wiese fanden; und die Klügsten und Erfahrensten unter ihnen bestimmten gar Wachstumsraten oder Intensität der Blütenfarben verschiedener Wiesenkräuter in Abhängigkeit von der Niederschlagsmenge. Oft trafen sie sich dann am Abend um ihre neuesten Daten und Statistiken ausgiebig miteinander zu diskutieren.

In den dunklen Wald allerdings gingen sie nie.

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Schlechte Forschung

30. April 2010 von Laborjournal

(Kürzlich erhielten wir unten folgende Mail, deren Inhalt wir hiermit zur Diskussion stellen:)

Liebe Laborjournal-Redaktion,

[…] die kritischen Anmerkungen zu angeblich bahnbrechenden Forschungsergebnissen und deren hanebüchener Entstehung erfeuen uns immer wieder. Danke dafür!

In diesem Kontext ist mir neulich folgende Veröffentlichung in die Hände gefallen: Lee, J-L., E. L. Levin: A comparative study of the ability of EMA and PMA to distinguish viable from heat killed mixed bacterial flora from fish fillets (J of Microbiological Methods 76 (2009) 93-96). Sicherlich läßt sich darüber streiten, ob ich für derartige Versuche gleich mit Mischkulturen arbeiten sollte. Man könnte auch verschiedener Meinung sein darüber, ob ich zur Untersuchung der Wirkung einer Substanz auf lebende und tote Keime nicht NUR lebende oder NUR tote Keime einsetzen sollte (in der Veröffentlichung wurden gleich Mixturen lebender und toter untersucht).

Was aber in meinen Augen GAR NICHT GEHT, liest sich auf Seite 94 so, ich zitiere: „Interestingly, we consistently obtained a Ct value from the negative controls where no DNA was added to Rti-PCR reagents (data not shown). The false positive of this Ct value was presumably derived from bacterial contamination of PCR reagents (Greisen et al., 1994, Corless et al., 2000)“ Wir finden: nicht INTERESTINGLY, sondern durch einfache Schlamperei zu erklären. Dafür würden wir uns zwei Wochen im Keller schämen, aber VERÖFFENTLICHEN würden wir sowas nicht! Gut allerdings, dass es dafür noch Literaturstellen dazu gibt… Und WAS geben denn eigentlich alle anderen Ergebnisse her, wenn die Kontrollen nicht das halten, was ihr Name verspricht??

Viele Grüße,…

Homöopathie — nix ist drin, nix ist dran!

2. Februar 2010 von Laborjournal

Irgendwie kriegen sowas nur die Engländer hin. Am 30. Januar um 10:23 Uhr schluckten über vierhundert britische Skeptiker vor mehreren Filialen der Apothekenkette BOOTS jeweils eine massive Mega-Überdosis homöopathischer Kügelchen. Schließlich behaupten Homöopathie-Anhänger immer wieder, dass gesunde Menschen nur mal zuviele Kügelchen schlucken sollten — dann würden sie schon sehen, wie sie wirken.

Nun ja, der Massen-Selbstversuch im Rahmen der Kampagne ’1023 — There’s nothing in it brachte vor allem folgendes Resultat: Zu Schaden kam niemand, nicht mal gemerkt hat jemand was (außer den Zucker) — aber jede Menge Spaß hatten die Skeptiker, wie die gesammelten Videos und Bilder der Aktionen zeigen.  Ansonsten ist das Ganze wohl wieder einzureihen als neue Folge der bereits mehr als 200 Jahre währenden Serie „Wie beweise ich, dass Homöopathie tatsächlich wirkt — oder auch nicht“.

Rettung in Sicht?

1. Februar 2010 von Laborjournal

Erinnert sich noch jemand an den Beitrag Firma ‚killt‘ Virusforschung in diesem Blog (22. Okt. 2009)? Der Life Science-Supplier GE Healthcare hatte  die Herstellung von Whatmans 0,02µm Anodisc Filtern eingestellt, nachdem sie die Firma übernommen hatten. Laut vieler Forscher waren dies jedoch die einzigen Filter mit einer Porengröße unter 30nm, die beim Einsammeln und Zählen freier Viruspartikel zuverlässig funktionierten. Und sofort — Apoclypse now! — wurde der Tod ganzer Forschungsfelder, wie etwa der viralen Ökologie oder bestimmter ozeanographischer Disziplinen befürchtet.

Zu diesem Beitrag erreichte uns heute die Mail eines frischen, kleinen Unternehmens namens SmartMembranes GmbH, in der es unter anderem heißt:

…Mit dieser Email würden wir uns daher gerne bei Ihnen als neu gegründetes Unternehmen vorstellen: Die SmartMembranes GmbH ist ein Spin-Off des Fraunhofer Instituts für Werksstoffmechanik mit Sitz in Halle (Saale). Seit der Gründung im Juli 2009 fokussieren wir uns auf die Herstellung von porösen Membranen aus Aluminiumoxid (Anodiscs) und Silizium. Mit unserem Prozess können wir Porendurchmesser zwischen 20 nm und 10 µm mit Genauigkeit auf Nanometerebene herstellen. Somit können die ehemaligen Whatman Kunden ihre Produkte künftig bei uns bestellen, bei Interesse auch in höherer Qualität als die Anodiscs…

Ruhig mal reinschauen unter www.smartmembranes.de. Vielleicht kann die virale Ökologie ja noch gerettet werden. Und dabei wollen wir mit diesem Beitrag natürlich helfen…

Molekül des Jahres: Dornröschen

29. Januar 2010 von Karin Hollricher

Fünfzehn waren nominiert, drei kamen in die Endausscheidung. Strahlende Siegerin wurde: Dornröschen!

Die „schlafende Schönheit“ wurde zum Molekül des Jahres 2009 gewählt. Nicht Heide Klum war für diese Supermodel-Wahl zuständig, sondern die so gar nicht glamouröse und auch nicht wirklich bekannte International Society for Molecular and Cell Biology and Biotechnology Protocols and Researches — kurz ISMCBBPR. Diesen Beitrag weiterlesen »

Was ist falsch…

21. Januar 2010 von Laborjournal

… auf diesem Bild? Kleiner Tipp: Man achte auf die Füße!

Das Foto dient als Aufmacherbild der Seite Alternative Medicine Healing. Ob die sogenannte Alternativmedizin vielleicht doch Wunder wirken kann….?

Big, Big Brother

10. November 2009 von Karin Hollricher

dna-cardWas den Briten die Videokamera ist, wird den Bewohnern der Vereinigten Arabischen Emirate vielleicht der DNA-Sequenzierautomat.  Die Süddeutsche Zeitung berichtet heute, dass die Regierung der Emirate planen, von jedem der gut 4,7 Millionen Einwohner ein DNA-Profil zu speichern. Dem Bericht nach hätte der Innenminister der Emirate gesagt, die Profile würden nicht nur benutzt, um Straftaten aufzuklären, sondern auch um die Opfer von Katastrophen zu identifizieren. Ach was! Diesen Beitrag weiterlesen »

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