Steuert Google Scholar, was wir zitieren?

17. September 2019 von Laborjournal

Na ja, ganz so ist es natürlich nicht. Schließlich sind es immer noch die Autoren, die bestimmen, welche Paper sie in die Referenz­listen ihrer eigenen Manuskripte aufnehmen. Allerdings sind Autoren manchmal auch einfach faul — und dann bestimmt die allseits beliebte Literatur-Such­ma­schi­ne Google Scholar deren Zitierverhalten womöglich wirklich ganz schnell mit.

Vorletzte Woche tweetete beispielsweise der Scientific-American-Reporter George Musser folgendes über einen Vortrag beim Metascience 2019 Symposium an der Stanford University:

Demnach zeigte der Informationswissenschaftler Jevin D. West von der University of Washington („@jevinwest“) in seinem Vortrag Daten, nach denen Forscher wohl öfter schlichtweg diejenigen Paper zitieren, die Google Scholar ihnen bei oberflächlicher Recherche gleich „vorne“ anzeigt — auch wenn „weiter hinten“ in den Suchergebnissen womöglich Artikel folgen, die es viel mehr verdient hätten, für die jeweilige Studie zitiert zu werden.

Fachleute bezeichnen dies als “First Results Page Syndrome”, nach dem Suchmaschinen-Nutzer diejenigen Dokumente stark bevorzugen, die ihnen gleich auf der ersten Ergebnisseite angezeigt werden. Und im Gegensatz zu anderen wissenschaftlichen Literatur-Datenbanken sortiert Google Scholar eben nicht nach Datum, sondern nach Relevanz. Wobei Google Scholar „Rele­vanz“ insbesondere anhand der Zitierungen der einzelnen Artikel misst.

Zusammen mit dem First Results Page Syndrome und der Bequemlichkeit der Autoren sorgt dies dafür, dass die Zitierungen sich insgesamt immer stärker auf immer weniger sowieso schon viel­zitier­te Artikel konzentrieren. Diesen Beitrag weiterlesen »

Schuldige Smartphones — oder doch nicht?

5. September 2018 von Laborjournal

(UPDATE VOM 7.9.2018: Über das Pressereferat des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund, wo die unten referierte Studie entstand, erreichte uns eine Mail, in der die Autoren unter anderem „fehlgeleitete Interpretationen und Rück­schlüsse“ in unserem Blog-Artikel kritisieren. Wir haben den Text der Mail daher unmittelbar hinter dem ursprünglichen Blog-Beitrag eingefügt, damit sich die Leser ihr eigenes Bild machen können.)

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Offenbar kann man es nicht oft genug betonen: Wenn das vorausgehende Phänomen A mit Phänomen B korreliert, dann muss A noch lange nicht die Ursache für B sein. Das alte Dilemma zwischen Korrelation und Kausalität.

Wie irreführend es sein kann, wenn man hier nicht sauber trennt, zeigt gerade ein frisches Paper von Dortmunder Arbeitspsychologen mit dem Bandwurm-Titel „Protect Your Sleep When Work is Calling: How Work-Related Smartphone Use During Non-Work Time and Sleep Quality Impact Next-Day Self-Control Processes at Work“ (Int. J. Environ. Res. Public Health 2018, 15(8)).

Was sagt der Titel? Dass Arbeiten mit dem Smartphone nach Feierabend — also E-Mails checken, Kunden anrufen, „schnell“ nach irgendwelchen Infos surfen,… — und die Qualität des Nachtschlafs die Performance am nächsten Arbeitstag mitbestimmen. Letzteres ist eigentlich trivial: Ein jeder weiß wohl selbst, dass ihm die Arbeit schwerer fällt und er mehr Fehler macht sowie schneller erschöpft ist, wenn er sich in der Nacht davor allzu lange schlaflos im Bett gewälzt hat. Und Smartphones die Schuld für irgendwelche negative Performance zu geben, ist sowieso gerade en vogue.

Doch sind die Smartphones wirklich kausal „schuld“? Diesen Beitrag weiterlesen »

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