Molekularköchelnde Postdoks

24. November 2010 von Laborjournal

Hand auf’s Herz: Wer hat nicht schon mal im Labor gekocht? Zum Essen, wohlgemerkt. Und natürlich nur, wenn der Sicherheitsbeauftragte des Instituts nicht in der Nähe war.

Der „Klassiker“ ist natürlich folgender: Das Versuchsprogramm sieht eine Vier-Stunden-Kinetik vor — alle fünf Minuten Probe entnehmen und messen. Keine Zeit um „auswärts“ zu essen, und die Mitarbeiterküche ist im Gebäudeflügel gegenüber. Der Hunger nagt! Also greift Doktorand K. wieder einmal in seinen Fertigsuppen-Vorrat, schüttet eine Nudelsuppe von Knorr ins nächste Becherglas und zündet darunter den Bunsenbrenner. Schnell einen Wert nehmen, Brenner runterregulieren, köcheln lassen, noch zwei Werte nehmen — und Mahlzeit! Teller sind gerade keine in der Nähe, also löffelt K. direkt aus dem Becherglas. Und nimmt dazwischen noch zwei Werte…

Nicht ganz so „klassisch“: Schnellgaren im Autoklaven, der ja im Prinzip ein großer Dampfkochtopf ist. Gewisse Belegschaften sollen für ihre jeweiligen Feiern ganze Truthähne samt Gemüse, Kartoffeln und Sauce darin zubereitet haben. Andere Gerüchte berichten gar von kompletten Schweinehälften. Diesen Beitrag weiterlesen »

(Analytica #7) – Punk-Koch auf der Messe

25. März 2010 von Kai Herfort

Stefan Marquard hat das Lammfilet dünn geschnitten und gemeinsam mit Kräutern und etwas Paprika in Folie vakuumiert. Dann geht’s ab ins Wasserbad. Bei 56 Grad ist es schon nach weniger als einer Stunde auf den Punkt rosa gegart. „Das können Sie eine Stunde lang im Wasserbad lassen oder vier Stunden lang – das Ergebnis ist immer das gleiche: Wunderbar zartes Lammfleisch.“

Stefan Marquard, Fernsehkoch mit Punk-Pose, kocht am Stand des Laborbedarfs-Riesen VWR. Das Olivenöl kommt aus dem Erlenmeier, die Sauce pipettiert er auf eine Petrischale. Dazu kommt das Lamm und Fenchelsalat. Das ganze garniert Marquard mit launig vorgetragenen Kochtipps: „Wenn Sie Zitronengeschmack im Essen haben wollen, müssen Sie die Schale reinreiben. Da können Sie soviel Zitronensaft reinkippen, wie Sie wollen – den Geschmack bekommen Sie nur aus der Schale.“ Da lernt man was für´s Leben.

Mehr als 50 Rezepte für die Spülmaschine hat Marquard entwickelt. Das läuft so wie mit dem Lamm: Die Zutaten werden in Folie vakuumiert und dann mit dem schmutzigen Geschirr zusammen in die Spülmaschine. Ist das Geschirr sauber, ist auch das Essen fertig. Bei knapp 60 Grad. „Das reicht zum Garen und die Vitamine bleiben auch erhalten.“ Marquard berichtet auch von seinem Versuch, Rezepte für die Waschmaschine zu entwickeln. Das Gemüse kommt in die Trommel, die Kräuter in das Fach für´s Waschmittel. Dann Kochwäsche einstellen und schleudern. Die Suppe kommt aus dem Ablauf. Die war zwar „geil“ gewesen, aber leider hätte er die Waschmaschine hinterher wegschmeißen müssen – „Die war nicht mehr zu reinigen.“

Eine tolle kleine Show mitten auf der Messe. Sehr unterhaltsam und eine würdige Nachfolge von Wigald Bonings launigem Forscherquiz von vor zwei Jahren an gleichem Ort.

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