Zitat des Monats (3)

24. Juni 2011 von Laborjournal

Das Zitat diesen Monats kommt von dem Konstanzer Philosoph und Wissenschaftstheoretiker Jürgen Mittelstraß. Dieser schrieb im letzten Absatz seines Essays „Exzellenz und Mittelmaß“ (Gegenworte, 2000, Bd. 5: 23-25):

Bleibt wissenschaftliche Exzellenz das weitgehend uneingelöste Versprechen eines Systems, das die Qualität liebt und das Durchschnittliche fördert? Ist Wissenschaft möglich ohne Durchschnittlichkeit oder Mittelmaß? Vermutlich nicht — weshalb sich auch jenseits von Pessimismus und Resignation Tröstliches zu erkennen gibt. Denn Mittelmaß ist in der Wissenschaft der Preis der Qualität und der Exzellenz. Oder anders formuliert: Damit Exzellenz wirklich werden kann, muss viel Qualität gegeben sein; und damit Qualität wirklich werden kann, muss viel Mittelmaß gegeben sein. Allein Exzellenz, nichts anderes, wollen wäre nicht nur wirklichkeitsfremd, sondern für die Entstehungsbedingungen von Exzellenz vermutlich fatal — sie verlöre die wissenschaftliche Artenvielfalt, aus der sie wächst. Und darum eben auch: Nicht nur Erbarmen mit Durchschnittlichkeit und Mittelmaß, sondern zufriedene Unzufriedenheit mit diesen. Es ist das breite Mittelmaß, das auch in der Wissenschaft das Gewohnte ist, und es ist die breite Qualität, die aus dem Mittelmaß wächst, die uns in der Wissenschaft am Ende auch die Exzellenz beschert — mit oder ohne angestrengte Evaluierung.

(Foto: iStockphoto / philipdyer)

Vom noblen Meeting in Lindau

6. Juli 2010 von Karin Hollricher

... sagte Nobelpreisträger Martin Chalfie in Lindau

59 Nobelpreisträger sind abgefahren, über 650 Nachwuchsforscher haben sich in alle Winde zerstreut, die Organisatoren haben die Reste zusammengepackt und ein Trupp eifrige Blogger lehnt sich erschöpft zurück.

Ich war auch drei Tage in Lindau und habe zugehört … Diesen Beitrag weiterlesen »

Man darf ja wohl noch träumen…

5. Juli 2010 von Laborjournal

…, so wie YoungFemaleScientist in ihrem Blog-Beitrag „Fantasy Institute“ über „traumhafte“ Forschungsbedingungen:

Scientists in Fantasy Land have announced the opening of a new Research Institute, to be located in Far Far Away. This Institute will be funded by grants from Bill Gates, Oprah, and Donald Trump, and will be dedicated to curing human disease because the drug companies won’t do it and the Obamacare plan stalled and never helped anybody…

So geht ihr Traum los. Witzig, lesenswert! Und wie sagte schon der amerikanische Autor Carl Sandburg:

Nichts geschieht, ohne dass ein Traum vorausgeht.

Ein Märchen (!?)

29. Juni 2010 von Laborjournal

Vor langer, langer Zeit gab es irgendwo am Rande eines finsteren Waldes eine wunderschöne Wiese. Die Leute, die auf dieser Wiese lebten, widmeten sich damals vollständig der Erforschung ihrer Umgebung. Ausgerüstet mit einer Vielzahl von Geräten und Instrumenten bestimmten die einen sorgfältig die Länge der Grashalme; andere maßen die Gewichte der Steine, die sie in der Wiese fanden; und die Klügsten und Erfahrensten unter ihnen bestimmten gar Wachstumsraten oder Intensität der Blütenfarben verschiedener Wiesenkräuter in Abhängigkeit von der Niederschlagsmenge. Oft trafen sie sich dann am Abend um ihre neuesten Daten und Statistiken ausgiebig miteinander zu diskutieren.

In den dunklen Wald allerdings gingen sie nie.

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‚Ansichten eines Profs‘ (54) — Postdoc-Schwemme

8. April 2010 von Laborjournal

(Aus unserem letzten Heft, Laborjournal 3/2010: Folge 54 unserer „Ansichten eines Profs“ von Axel Brennicke mit dem Titel „Postdoc-Schwemme“ (S. 46) provozierte in der Zwischenzeit einige kontroverse Kommentare. Daher bringen wir nun Brennickes Text samt einiger der bisherigen Kommentare auch hier in unserem Blog — und laden ein zu weiteren Rückmeldungen über die unten folgende Kommentar-Funktion.)

Postdoc-Schwemme

von Axel Brennicke, Mol. Botanik Uni Ulm

Unregelmäßig flattern bunt gedruckte Werbeplakate über die Schreibtische der Professoren in unserem Land. Jährlich werden es mehr. Alle bitten, aufgehängt zu werden. Meist in Ausländisch: „We kindly ask you to place the enclosed poster in a prominent location where it will attract the attention of students in life and natural sciences, engineering, informatics and medicine.“

Die penetrante Werbung um Doktoranden kommt zunehmend auch per E-Mail. Da soll ich die Poster sogar selbst ausdrucken und aufhängen, tunlichst in Farbe auf meinem alten Schwarz-Drucker. Diesen Beitrag weiterlesen »

Lustverlust

11. September 2009 von Laborjournal

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Forschen muss lustvoll, frei und ungezügelt von statten gehen. Nur dann kann Forschung kreativ, erfolgreich und nachhaltig sein. Doch so läuft Forschung hierzulande immer weniger. Stattdessen wird die Lust an der Forschung durch einen sich immer mehr verselbständigenden Strukturierungs-, Evaluierungs- und Verschulungswahn effektiv erstickt. Der Konstanzer Wissenschaftstheoretiker Jürgen Mittelstraß hat diese Tendenz in einem äußerst lesenswerten Artikel in der FAZ vom 20. August seziert.

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