Abgewehrte Attacken

30. August 2013 von Laborjournal

Aus der Reihe „Spontane Interviews, die es nie gab — die aber genau so hätten stattfinden können”. Heute: Prof. D.S. Kalier, Traktologisches Institut Universität Kiepkuhlingen.

LJ: Hallo, Herr Professor Kalier, Sie kommen mit einem auffällig amüsierten Lächeln aus dem Seminarraum. Gibt’s einen speziellen Grund?

Kalier: Klar, mein Doktorand hat sich im Kolloquium gerade prima geschlagen.

LJ: Gute Ergebnisse, klar und eindringlich vorgetragen?

Kalier: Das auch. Aber das ist nicht wirklich, was mich so amüsiert.

LJ: Was denn?

Kalier: Na ja, das ist eine etwas längere Geschichte, die damit anfing, dass mir jemand aus der Medizinischen Fakultät gesteckt hatte, dass meine zwei speziellen Freunde Gall und Stichel zu seinem Vortrag kommen würden.

LJ: ‚Spezielle Freunde‘? Wie meinen Sie das?

Kalier: Natürlich nicht im wörtlichen Sinn. Sagen wir’s kurz und klar: die Beiden mögen mich nicht! Diesen Beitrag weiterlesen »

„Re-Inkubiert“ (5)

23. August 2013 von Laborjournal

(Urlaubszeit in der Laborjournal-Redaktion. Nicht zuletzt deshalb machen wir es in den kommenden Wochen wie das TV: Wir bringen Wiederholungen. Bis Ende August erscheint jede Woche, jeweils im Wechsel mit einem weiteren „Best of Science“-Cartoon, eine bereits in Laborjournal print publizierte Folge unserer „Inkubiert“-Kolumne. Sicher, alle schon ein wenig älter — aber eigentlich noch immer aktuell.)

 

So gut wie jeder ehemalige Doktorand stellt sich irgendwann die Frage: „Wenn alle Experimente, die in meiner Doktorarbeit stehen, immer sofort geklappt hätten — wie lange hätte sie wohl gedauert?“ Und obwohl natürlich Art der Arbeit und des experimentellen Systems eine entscheidende Rolle spielen, ist wohl jeder zu dem Schluss gekommen: „Viel kürzer als die drei, vier oder fünf Jahre, die ich tatsächlich gebraucht habe.“ Die Frage scheint ehemalige Doktoranden gar derart zu beschäftigen, dass sie auch im Internet ausgiebig diskutiert wird. Einer dieser Debattierer rechnet in seinem Weblog etwa vor, dass er mit „magischen Fingern“ gerade mal drei Monate für sämtliche Ergebnisse seiner Doktorarbeit hätte experimentieren müssen — inklusive zweimal Reproduzieren. „Magische Finger“ hatte er aber nicht, und so brauchte er tatsächlich fünf Jahre. Zieht man nun noch drei Monate für‘s Zusammenschreiben ab, kommt er auch eine „Erfolgsrate“ von 5%. Statistisch gesehen hätte er folglich nur etwa alle drei Wochen jeweils am richtigen Tag ins Labor kommen müssen. Sein Fazit daher: „Es sieht so aus, als ob in der experimentellen Forschung die Dinge gewöhnlich nicht funktionieren. Und es sieht so aus, als wäre das ganz normal.“ Dass diese Rechnungen allerdings in der Realität nicht aufgehen, wissen indes auch nahezu all diese Debattierer. Selbst der „5%-Rechner“ von oben räumt ein, dass die verbleibenden 95% für die Arbeit wohl genauso wichtig sind — auch wenn die Resultate nicht in Arbeit oder Paper stehen. Warum? Weil man Techniken erst lernen muss; weil einem zuweilen erst negative Resultate — oder gar Fehler — den richtigen Weg weisen; weil viele unerwähnte Vorversuche notwendig sind, um die optimalen Bedingungen etwa für biochemische Reaktionen zu ermitteln; und so weiter… Darüber herrschte am Ende der erwähnten Diskussion denn auch weitgehend Einigkeit. Das Schlusswort lautete: „Ein Experte ist der, der bereits jeden Fehler wenigstens einmal selbst gemacht hat.“

(aus Laborjournal 6-2007, Foto: © cameraman — Fotolia.com)

Paper-Einbruch

10. Juni 2013 von Laborjournal

Oft heißt es, heutzutage würden immer weniger Originalartikel tatsächlich gelesen. Wer dies jedoch noch halbwegs regelmäßig tut, dem dürfte es beim Paperlesen ziemlich sicher schon mal folgendermaßen gegangen sein:

Ein Paper fängt richtig stark an. In der Einleitung führt es ganz verschiedene Befunde äußerst eingängig zusammen und entwickelt dabei eine derart neue und originelle Perspektive, dass sich am Ende die zentrale Frage des Artikels überraschend klar und logisch herausschält. Dann der Ergebnisteil: Saubere Experimente mit allen denkbaren Kontrollen bringen mehr als genug Daten, um eine wasserdichte Statistik durchzuziehen. Drei, vier absolut überzeugende Abbildungen entstehen auf diese Weise. Die Schneise ist damit ins Dickicht geschlagen, der weitere Pfad liegt klar und hell vor einem. Gespannt wartet man als Leser nur noch auf den entscheidenden Clou…

… Doch völlig unvermittelt bricht das Paper ein. Die letzten zwei, drei Datensätze passen zwar irgendwie, lassen die Story aber auf der Stelle treten Diesen Beitrag weiterlesen »

Problematischer Nachwuchs

3. Juni 2013 von Laborjournal

Aus der Reihe „Spontane Interviews, die es nie gab — die aber genau so hätten stattfinden können”. Heute: Prof. T. Ortenbauer, Forschungszentrum Teilstadt.

LJ: Herr Professor Ortenbauer, ehrlich gesagt — Sie wirken niedergeschlagen?

Ortenbauer: Bin ich wohl auch.

LJ: Warum denn?

Ortenbauer: Schon wieder leer ausgegangen bei der aktuellen Antragsrunde. Wie beim letzten Mal.

LJ: Woran liegt’s?

Ortenbauer: Tja, die Konkurrenz ist zu stark. Beide Male hieß es, sie hätten in meinem Feld schon das Maximum an Projekten bewilligt. Und die wären alle erfolgversprechender als meines.

LJ: Und wie sehen Sie das?

Ortenbauer: Einige andere Gruppen kenne ich ja — und die sind schon sehr gut. Das Tragische dabei ist, dass da ein paar von meinen eigenen Ex-Studenten dabei sind. Leute also, die ich selber ausgebildet habe. Diesen Beitrag weiterlesen »

Froschforscher-Fabel

13. November 2012 von Laborjournal

Ein guter Bekannter der Laborjournal-Redaktion erzählte uns kürzlich von einem Vortrag, in dem der Redner Aesops berühmte Fabel „Die beiden Frösche“ etwa folgendermaßen „umdichtete“:

———————-

Die beiden (Forscher-)Frösche

Ein alter und erfahrener Professor-Forscherfrosch und sein junger Doktorand mussten eines Tages zu neuen Ufern aufbrechen. Ihr Tümpel, in dem vor allem der Alte über lange Jahre ausgiebig seinen Hunger stillen konnte, war plötzlich von einer besonders heißen Sommersonne ausgetrocknet worden — und das ganze Feld lag ausgemergelt da.

Gegen Abend kamen sie in die Kammer eines Bauernhofs und fanden dort eine große Schüssel Milch vor, die zum Abrahmen aufgestellt worden war. Sogleich hüpften sie hinein und ließen es sich schmecken.  Diesen Beitrag weiterlesen »

Rechtliche Möglichkeiten gegen PIs…

5. November 2012 von Kommentar per Email


… — gibt es die überhaupt? Dies fragte uns vor kurzem ein Leser aus der Schweiz, indem er schrieb:

Sehr geehrte Laborjournal-Redaktion,

ich weiß nicht, ob dieses Thema im Laborjournal schon einmal behandelt wurde, aber aus aktuellem Anlass habe ich mich kürzlich gefragt, was Doktoranden und Postdocs eigentlich für rechtliche Mittel haben (sowohl innerhalb der Hochschule, als möglicherweise auch zivilrechtlich), um gegen sogenannte Principal Investigators (PIs) vorzugehen, falls dieses es “zu bunt treiben”. Damit meine ich Situationen, in denen der PI seine Machtposition über Gebühr ausnutzt und Mitarbeiter nach Gutdünken benachteiligt — und dies meist aus persönlichen oder taktischen Gründen.

Ein — natürlich rein hypothetisches — Beispiel:

Der Doktorand/Postdoc X verlässt das Labor. Nachdem er weg ist, wird sein Name von Manuskripten gestrichen, auf denen er ursprünglich “mit drauf” war, und die unpublizierten Daten seiner Arbeit werden nach Belieben ausgeschlachtet. Seine Projekte und Ideen werden von anderen Leuten übernommen und weitergeführt — und wenn er Glück hat, wird er irgendwo allenfalls noch als Co-Autor auftauchen.

Natürlich wäre die Frage nicht nur für diesen speziellen Fall relevant, sondern sicherlich von allgemeinerem Interesse, ob sich Doktoranden/Postdocs von den gottgleichen PIs eigentlich alles gefallen lassen müssen. Oder anders herum: Wo sollte/kann man eine Grenze ziehen, und welche Mittel gibt es im Fall von “Grenzüberschreitungen” des PI.

Wer weiß dazu Genaueres? Wer hat womöglich entsprechende Erfahrungen gemacht?

Ph. Diddy strikes back

1. November 2012 von Laborjournal

Erinnert sich noch jemand an Ph. Diddy, den „Held des Forscheralltags“ von Life Technologies? Nach der Premiere „Ph. Diddy is on the Scene“ hat die Life Science-Firma jetzt das Nachfolge-Musikvideo produziert — „Ph. Diddy at the Conference“:

Zwischen den beiden Werken gab’s übrigens noch ein weiteres Comic-Video von Life Technologies über Ph. Diddys weiblichen Gegenpart im Biotech-Lab — „Ph. Diva and the Mystery Band“Diesen Beitrag weiterlesen »

Hier kocht der Chef selbst!

24. Januar 2011 von Laborjournal

Aus der Reihe „Spontane Interviews, die es nie gab — die aber genau so hätten stattfinden können”. Heute: Dokorand R.E. Bell, Grollologisches Institut Universität Wichtingen.

LJ: Hallo, Herr Bell. Gerade beim Chef gewesen? Das ist doch sein Büro?

Bell: Ja. Und ja.

LJ: Oh! Hat offenbar nicht zur Steigerung der Laune beigetragen.

Bell: Nee, überhaupt nicht. Obwohl ich ja wusste, wie’s laufen würde.

LJ: Worum ging’s denn?

Bell: Ach, wir haben meine Ergebnisse der letzten vier Wochen durchgesprochen. Das machen wir einmal im Monat.

LJ: Und die waren nicht gut?

Bell: Nee. Konnten sie auch nicht. Ich hab‘ letzte Woche erst gemerkt, dass der pH in meinem Stabilisierungspuffer falsch eingestellt war. Und als Konsequenz lag mein Enzym wahrscheinlich die ganze Zeit in der falschen Konformation vor.

LJ: Ärgerlich!

Bell: Sicher. Und als wär‘ das nicht schon schlimm genug, hat der Boss dann noch tausend Ratschläge, wie man sowas vermeiden kann. Dieser Überflieger! Wann hat der denn das letzte Mal experimentiert? Der weiß doch inzwischen gar nicht mehr, wie man eine Pipette hält.

LJ: Na ja, aber er kommt doch hin und wieder ins Labor?

Bell: Das letzte Mal hab‘ ich ihn im Labor gesehen, als irgendeine Zeitung Aufnahmen von ihm machen wollte. Damals hatte er gerade einen Preis gekommen. Er lieh sich also einen schönen weißen Laborkittel von unserem Technischen Angestellten und posierte mit Spatel, Agarplatten und Bunsenbrenner an der Sterilbank. Später haben wir das Photo ausgeschnitten, an die Sterilbank geklebt und drunter geschrieben: „Besuchen Sie unser Lokal. Hier kocht der Chef noch selbst.“

LJ: Fand er sicher nicht lustig.

Bell: Keine Ahnung. Ich glaube, er hat’s nie gesehen. Hing ja im Labor.

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