Reproduzierbarkeitskrise? — Selber schuld!

13. Juni 2018 von Laborjournal

(Zugegeben, der folgende Text erschien bereits in etwas anderer Form als Editorial unserer Print-Ausgabe 10/2014. Kürzlich versicherte uns jedoch ein Leser, dass sich bis heute nichts an der Brisanz des Inhalts geändert habe — und dass es durchaus Sinn mache, ihn nochmals zu reproduzieren. Womit wir beim Thema wären…)

 

Die Forschung hat ein Reproduzierbarkeitsproblem. Mehrere Handvoll Studien zum Thema sind inzwischen publiziert — allesamt mit dem ernüchternden Ergebnis, dass die Autoren jeweils weit über die Hälfte speziell ausgewählter Studien nicht „nachkochen“ konnten (LJ 3/2014: 18-23). Und bekanntlich gilt ja nur als robustes wissenschaftliches Resultat, was unabhängig in Oslo, Osaka, Ouadougou oder wo auch immer reproduziert werden kann.

Doch nicht nur die Reproduzierbarkeit macht Sorgen. Seit 2005 mahnt der inzwischen berühmt-berüchtigte US-Epidemiologe John Ioannidis unermüdlich, dass die Mehrzahl der Forschungsergebnisse falsch sei — und zwar schlichtweg wegen lausiger und somit unhaltbarer Statistik (siehe auch unser Interview mit Ioannidis in Lab Times 4/2014: 30-33). „Why Most Published Research Findings Are False“ lautete damals der Titel seines aufsehenerregenden Papers in PLoS ONE (Bd. 2(8): e124).

Seitdem ist er nicht allein geblieben. Erst kürzlich griff etwa der Berliner Neurologe Ulrich Dirnagl das Thema in unserem Jubiläumsheft „20 Jahre Laborjournal“ mit einer eigenen Analyse auf (LJ 7-8/2014: 38-41). „Sind die meisten Forschungsergebnisse tatsächlich falsch?“, fragte er in Anlehnung an Ioannidis in der Überschrift. Und gab die Antwort bereits im Vorspann: „Leider ja — Bias und schlechte Statistik fluten viele Paper mit falsch positiven Resultaten.“

Bias, schlechte Statistik, Reproduzierbarkeitsmangel — all dies zusammen ergibt schnell ein übel riechendes Gebräu, über dem man leicht naserümpfend diagnostizieren kann: „Der Patient Wissenschaft ist wirklich krank.“ Doch worin könnte die Therapie bestehen? Man kann es drehen und wenden, wie man will — man landet immer wieder bei den Autoren und ihren Pflichten. Die folgenden zwei, gar nicht mal ganz neuen Studien sollen dies unterstreichen…       Diesen Beitrag weiterlesen »

Antwortscheue „Corresponding Authors“

2. September 2014 von Laborjournal

Wozu steht bei jedem Paper ein „Corresponding Author“? Simple Frage, oder? Als kompetenter und zuverlässiger Ansprechpartner für Fragen oder Anfragen, die nach der Publikation auftauchen. Wie der Name schon sagt: Jemand, mit dem man über das Paper korrespondieren kann.

Wenn sie es denn nur tun würden…

Denn von der Hälfte der angegebenen „Corresponding Authors“ bekommt man auf Nachfrage keine Antwort. Dies jedenfalls ist das Ergebnis einer Probe auf’s Exempel, die drei Bostoner Forscher jetzt in Clinical Orthopaedics and Related Research unter dem Titel „Do Corresponding Authors Take Responsibility for Their Work? A Covert Survey“ veröffentlichten (publ. online 15. August 2014).

Quasi „undercover“ hatten die Verfasser insgesamt 450 „Corresponding Authors“ angemailt und nach zusätzlichen ergänzenden Daten gefragt, die sie angeblich für einen Review brauchen würden. Diesen Beitrag weiterlesen »

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