„The Origin of Species“, zum 150ten

23. November 2009 von Laborjournal

Laborjournal und Lab Times hatten ja bereits Anfang des Jahres anlässlich des zweihundertsten Geburtstags von Charles Darwin Sonderhefte zum Darwin-Jahr 2009 publiziert. Jetzt ist auch das zweite Darwin-Jubiläum dieses Jahres perfekt: Genau am 24. November 1859 erschien die erste Auflage von The Origin of Species.

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Wie das Buch, das viele zu den wichtigsten Büchern der Menschheitsgeschichte zählen, damals über viele Jahre entstand, fasste Julia Voss kürzlich in der FAZ folgendermaßen zusammen:

Der klügste Mann Englands im 19. Jahrhundert hatte die besten Ideen in einem mit Kletterpflanzen bewachsenen Landhaus, während Kinder auf die Rückseiten seiner Manuskripte Zeichnungen kritzelten.

Die Bedeutung von The Origin of Species bis in die heutige Zeit erklärte Sebastian Bonhöffer, Professor für Theoretische Biologie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), in einem Interview mit dem Online-Hausmagazin ETH Life, gerade folgendermaßen:

[…] Darwin hat der Menschheit mit diesem Buch einen enormen kulturellen und wissenschaftlichen Schatz hinterlassen. Evolution durch natürliche Selektion ist das Naturgesetz, das die belebte von der unbelebten Natur unterscheidet. Es ist nicht nur für die Beschreibung von Tieren und Pflanzen essentiell, sondern bietet heute einen zentralen Ausgangspunkt für eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Fragen – von der Molekularbiologie bis zu den Wirtschaftswissenschaften. Die Evolutionstheorie ist für die Biologie ebenso fundamental wie die Gravitationstheorie für die Physik.

Darwin stellte mit seinem Buch den Glauben an die von Gott erschaffene Kreatur auf den Kopf. Begann damit ein neues wissenschaftliches Zeitalter?
Ja, ich glaube die Wirkung dieses Werks ist mit dem Aufkommen des heliozentrischen Weltbildes von Kopernikus im 18. Jahrhundert vergleichbar. Der Einfluss auf unsere Wahrnehmung und die Erklärung der Natur ist enorm. Damals fand ein fundamentaler Bruch mit dem herkömmlichen Weltbild statt, eine wissenschaftliche Revolution.

Und die damaligen Erkenntnisse haben bis heute nichts von ihrer Gültigkeit verloren?
Nein, die im Buch beschriebenen Grundprinzipien gelten heute noch genauso. Natürlich wusste Darwin damals vieles noch nicht, zum Beispiel kannte er die Prinzipien der Vererbung nicht. Aber das Buch überrascht bis heute durch die Tiefgründigkeit der Analyse und den großen Schatz an gesammelten Daten. Es ist wohl einzigartig als Werk, das sowohl eine wissenschaftliche Revolution ausgelöst hat und gleichzeitig allgemeinverständlich geschrieben ist.

Können Sie sich noch an Ihre erste Lektüre Darwins erinnern?
Ja, ich war erstaunt, wie gut dieses Werk zu lesen ist. Es besticht durch eine sehr schöne Sprache – eine Sprache, die in heutigen wissenschaftlichen Publikationen so nicht mehr zu finden ist. Die Tatsache, dass Darwin seine Theorie allgemeinverständlich dargestellt hat, war sicherlich mit ein Grund für den unmittelbar durchschlagenden Erfolg von The Origins of Species.“

Nicht nur alle Auflagen von The Origin of Species samt Übersetzungen in Deutsch, Französisch, Holländisch, Polnisch, Russisch und Spanisch, sondern die kompletten Werke Charles Darwins gibt es online unter http://darwin-online.org.uk/.

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4 Gedanken zu „„The Origin of Species“, zum 150ten“

  1. Ralf Neumann sagt:

    Ein kleines „Geburtstags“-Editorial gibt’s übrigens auch bei unserer europäischen Schwesterzeitschrift Lab Times

  2. Ralf Neumann sagt:

    … und über Darwins Stil in „The Origin of Species“ räsoniert man hier: http://sosimpleabeginning.com/category/darwins-style/

  3. Winfried Köppelle sagt:

    Gestern hat ein anonymer Käufer in London eine Erstausgabe des „Origin“ für schlappe 103.000 Pfund ersteigert. Das Buch sei – wer’s glaubt, wird selig – 50 Jahre lang im Gästeklo einer englischen Familie herumgestanden…

    … guckst Du hier: http://www.bielertagblatt.ch/news/Vermischtes/160267

  4. Dominik sagt:

    ich kann noch ein paar Geburtstagsreden empfehlen (u.a. von Craig Venter)
    http://www.multimedia.ethz.ch/conferences/2009/latsis
    viel spass dabei
    dominik

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