Wie Kooperationen entzweien können

19. November 2013 von Laborjournal

Gestern hatte ein nicht ganz unbekannter Forscher in der Redaktion angerufen — nennen wir ihn „Schmidt“. Eigentlich hatte Schmidt nur ein relativ kleines Anliegen, aber wie solche Gespräche manchmal laufen — man geriet ein wenig ins Plaudern.

Im Rahmen dieser Plauderei erzählte uns Forscher Schmidt schließlich von einem Manuskript, das er fertig im Rechner habe — aber nicht abschicken könne, weil Kooperationspartner „Schneider“ plötzlich quergetrieben habe. Dieser sei mit der Darstellung, vor allem aber mit Schmidts Interpretation der Daten samt Schlussfolgerung nicht einverstanden. Schneiders Interpretation und Schlussfolgerung konnte sich hingegen wiederum Schmidt nicht anschließen. So standen sich Schmidt und Schneider unversöhnlich gegenüber und es kam zum Streit.

Am Ende strich Schneider sich selbst und seine Leute aus der Autorenliste des Manuskripts und kündigte jegliche weitere Kooperation. Logisch, dass Schmidt damit Schneiders Daten aus dem einst gemeinsam gestarteten Kooperationsprojekts nicht mehr für eine Publikation verwenden darf. Doch Schmidts Daten alleine ergeben nur eine lückenhafte „Geschichte“ und reichen nicht zur Veröffentlichung — genauso wie Schneiders Daten alleine nur Fragmente liefern. Kurz gesagt: Schmidts Daten machen nur mit Schneiders Daten Sinn — und umgekehrt.

„Vielleicht hätten wir es ja tatsächlich irgendwie hingekriegt, die Geschichte mit beiden Schlussfolgerungen als Alternativen zu veröffentlichen — auch wenn die sich eigentlich gegenseitig ausschließen“, sinnierte Schmidt noch gegen Ende des Telefonats. „Aber weil wir beide solche Sturköpfe sind, bleiben die gesamten Daten jetzt im Rechner eingesperrt — und die Welt erfährt nix davon.“

Tja, dumm gelaufen. Ob er irgendetwas daraus gelernt habe? „Ich wusste ja, dass Schneider eine andere Theorie hat als ich. Aber ich dachte, dass es gerade gut sein könnte, die Ergebnisse dann von mehreren Seiten abzuklopfen und durchzudenken — und dass wir uns am Ende schon irgendwie auf die robusteste Alternative einigen würde. Leider war das wohl etwas zu naiv. Man muss Kooperationen wohl tatsächlich gut vorbereiten, statt einfach mal zu starten und dann weiter zu sehen.“

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