„Da soll noch einer die Forschungsförderung verstehen…“

11. Dezember 2012 von Laborjournal

Aus der Reihe „Spontane Interviews, die es nie gab — die aber genau so hätten stattfinden können”. Heute: Prof. K. Eingeld, Applikatiologisches Institut Universität Unvollstädt.

LJ: Hallo, Herr Eingeld, schlechte Laune?

Eingeld: Allerdings.

LJ: Was ist passiert?

Eingeld: Antrag abgelehnt. Zum zweiten Mal.

LJ: Zweimal dasselbe Projekt?

Eingeld: Exakt.

LJ: Was lief schief?

Eingeld: Ach, beim ersten Mal waren alle Gutachter eigentlich begeistert. Jedenfalls von der Wissenschaft. „Konzeptionell interessant und originell“ schrieb der eine, „wahre Pionierforschung“ der andere, „großer potentieller Impakt“ der dritte. Allerdings zweifelten sie, dass wir technisch-methodisch gut genug aufgestellt seien, um das Projekt erfolgreich durchzuführen.

LJ: Okay, und dann?

Eingeld: Na ja, wir haben neue Experimente gemacht, ein paar weitere Methoden etabliert und noch drei erfahrene Spezialisten mit ins Boot geholt. Ein Jahr später haben wir den Antrag völlig neu überarbeitet und wieder eingereicht.

LJ: Das war der, den Sie jetzt frisch abgelehnt bekommen haben?

Eingeld: Genau. Diesmal haben die Gutachter uns aus der Wissenschaft einen Strick gedreht. „Die durchaus ambitionierten methodischen Ziele sind klar und schlüssig dargestellt“, schrieb der eine sinngemäß. „Was damit jedoch wissenschaftlich erreicht werden soll, bleibt eher im Trüben.“ Und der andere meinte, dass nicht klar würde, was genau wir untersuchen wollen, wenn das experimentelle System steht. „Der Projektplan enthält zu wenig wissenschaftlichen Inhalt“, schrieb er wörtlich.

LJ: Klingt ziemlich nach „Dumm gelaufen“?

Eingeld: Kann man wohl sagen. Nimmt man beide Anträge und ihre Gutachten, dann lässt sich doch zusammenfassen: die Wissenschaft unseres geplanten Projekts steht an vorderster Front; wir haben die richtigen experimentellen Werkzeuge dafür beisammen; und wir verfügen inzwischen über die nötige technische Expertise. Ich gebe ja zu, dass das vielleicht alles nicht optimal in ein und demselben Antrag zusammen steht. Allerdings kann man doch klar sehen, dass unsere beiden Anträge exakt das gleiche Projekt beschreiben… Da soll noch einer die Forschungsförderung verstehen…

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Ein Gedanke zu „„Da soll noch einer die Forschungsförderung verstehen…““

  1. Wasi sagt:

    Ja das ist echt ärgerlich. Aber gut das soll sich ja bald etwas ändern. Auch für Mittelständische Unternehmen. Wie Frau Andreae sagt: Dort, wo Forschung steuerlich gefördert wird, gibt es einen Innovationsschub. Mittelständler sind oft finanziell nicht dazu in der Lage, intensiv zu forschen. Deshalb wollen wir mittelständische Unternehmen in der Forschungsförderung entlasten. Hinzu kommt eine Entbürokratisierung bei der Abschreibung für geringwertige Wirtschaftsgüter und eine Vereinfachung der Thesaurierung, um die Eigenkapitalbasis dieser Unternehmen zu stärken.“ (Quelle: http://www.marktundmittelstand.de/nachrichten/strategie-personal/vermoegensabgabe-zielt-auf-hohe-vermoegen/ )
    Vielleicht wird es dann was mit der Forschungsförderung. Denn das braucht Deutschland ebenfalls, um auf dem Internationalen Wettbewerb bestehen zu können.

    Gruß,
    W.

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