Alter Schwede, die Nobelpreise stehen wieder an

24. September 2012 von Laborjournal

Mitte September. Der Urlaub ist vorbei, der Rest der semesterfreien Zeit mit Tagungen und Kongressen vollge­stopft — und wie jedes Jahr um diese Zeit sieht man den ein oder anderen Forscher bereits unruhig werden. Unauffällig stocken sie den Sektvorrat im Kühlraum auf und erkundigen sich beiläufig schon mal nach dem besten Partyservice der Stadt. Man kann ja nie wissen, ob etwa am 8. oder 10. Oktober nicht plötzlich das Telefon klingelt und vööööööllig unerwartet jemand aus Stockholm am anderen Ende ist…

Richtig, die diesjährigen Nobelpreise stehen wieder an — am 8. Oktober der für Medizin und zwei Tage später der für Chemie. Und wenn es zuge­ge­benermaßen auch nur wenige sind, die aufgrund berechtigter Hoffnungen nervös werden, so kann sich dennoch kaum eine Forscherin X oder ein Forscher Y dem ganzen Nobelpreis-Treiben entziehen. Denn ist man vielleicht auch selbst (noch) nicht preiswürdig, so hält man sich doch wenigstens für kompetent. Und weil man dies meint, hat auch jede und jeder seine persönlichen Favoriten.

Nennen Sie uns Ihre! Keine Scheu!

Auch wir von der Laborjournal-Redaktion lassen uns nicht lumpen und spekulieren ein wenig mit:

  • Da wären zuerst mal die frischen Lasker-Preisträger, die immer auch für einen nachfolgenden Nobelpreis gut sind. Die US-Amerikaner Michael Sheetz, James Spudich und Ronald Vale räumten ihn in diesem Jahr ab – und zwar: „For discoveries concerning cytoskeletal motor proteins, machines that move cargoes within cells, contract muscles, and enable cell movements.“
  • Womöglich werden aber auch die Erkenntnisse zu Theorie und Praxis der Tumorsupressor-Proteine gewürdigt. Schon seit Jahren sind hier etwa Alfred Knudsen, Robert Weinberg oder Bert Vogelstein Protagonisten des allgemeinen Gemauschels.
  • Gleiches trifft zu auf Randy Shekman und James Rothman, die maßgeblich die molekularen und zellulären Mechanismen des Membranverkehrs bei Exo- und Endocytose entschlüsselten.
  • Auch die Epigenetik ist ein heißes Thema. Protagonisten hierbei wären etwa die Pioniere des Genetic Imprinting – allen voran Azim Surani (Cambridge), James McGrath (Yale) und Davor Solter (ehemals Freiburg, jetzt Singapur)
  • Und gerade beim Chemie-Nobelpreis dürften auch Ulrich Hartl (Martinsried) und Arthur Horwich (Yale), die beiden letztjährigen Lasker-Preisträger, gut im Rennen sein.

Wer noch? Nun, die Seiten Chembark und The Curious Wavefunction spekulieren ebenfalls schon – und haben noch ganz andere Kandidaten.

Doch wer weiß, am Ende würdigt das Komitee gar die folgende bahnbrechende Erkenntnis eines uns wohl bekannten Forschers:

Wir sind gespannt.

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2 Gedanken zu „Alter Schwede, die Nobelpreise stehen wieder an“

  1. Ralf Neumann sagt:

    Science Watch benennt seine Favoriten – allerdings hauptsächlich auf der Basis reiner Zitierzahlen.

  2. Ralf Neumann sagt:

    Hier wird Carl Woese vorgeschlagen. Von uns gäbe es dafür im Fall der Fälle ein „100% agree“!

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