Video-Grafikkarten für die Hirnforschung

23. Februar 2012 von Laborjournal

Was moderne Computerspiele mit den Hirnen der Spieler anstellen, wird schon lange heftig diskutiert — vor allem im Zusammenhang mit gewissen Aussagen der britischen Hirnforscherin Susan Greenfield (siehe etwa hier, hier und hier).

Dennoch könnten demnächst jede Menge Hirnforscher froh sein, dass es einen derart großen und hart umkämpften Markt für Computerspiele gibt. Eine Folge davon ist nämlich, dass schon seit einiger Zeit die mit Abstand besten und leistungsstärksten Grafikkarten im Rahmen dieses Wettrennens um die tollsten Spiel-Visualisierungen entwickelt werden. Bekanntermaßen ganz vorne mit dabei: die 3D-Simulation von Kriegshandlungen.

Schwedische Forscher haben nun ein paar dieser Super-Grafikkarten genommen und, nach einiger Tüftelei, in der Analyse von Daten aus der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRI) eingesetzt. Und siehe da, die Grafikkarten konnten die entsprechend aufgezeichneten Hirne hundertmal schneller analysieren und darstellen als dies mit einem regulären Prozessor der gleichen Geschwindigkeit funktioniert. Das kausale Prinzip samt der technischen Details, die diese enorme Beschleunigung bewirken, beschreiben sie in ihrem Artikel „Fast random permutation tests enable objective evaluation of methods for single-subject FMRI analysis“ (Int. J. Biomed. Imaging, vol. 2011, Article ID 627947, doi:10.1155/2011/627947).

Könnte also durchaus sein, dass fMRI-Spezialisten demnächst immer häufiger die Anschaffung teurer Grafikkarten für ihre neusten Projekte beantragen. Natürlich nicht, um Call of Duty: Modern Warfare 3, Battlefield 3 oder The Elder Scrolls 5 zu spielen. Ist doch klar, oder?

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