DNA-Trick gegen Gleisklauer

6. Dezember 2011 von Laborjournal

Wenn die Bahn mal wieder zu spät kommt, dann hat vielleicht jemand das Gleis geklaut. Im Ernst: Ein Stahlpreis von derzeit rund 80 Cent das Kilo scheint immer mehr böse Buben nächtens auf den Bahndamm zu treiben. Dort zücken sie den Schweißbrenner, zerlegen die bis zu mehrere hundert Meter langen Standardprofile der Gleistypen S 54 oder UIC-60 in handgerechte Stücke, und verschwinden mit ihrer schweren Beute. Oder sie zerlegen Oberleitungen, in denen sich oftmals auch wertvollere Metalle, etwa Kupfer, befinden — oft sogar bei Tag, als Bahnarbeiter verkleidet. Ihnen soll künftig das Handwerk gelegt werden — mittels unsichtbarer DNA.
Laut Aussagen der Deutschen Bahn AG (DB) wurden im vorigen Jahr rund 2.500 derartige Diebstähle registriert — sowohl auf Baustellen als auch auf in Betrieb befindlichen Strecken. Im günstigsten Fall sind horrende Verspätungen die Folge; doch auch zu Unfällen kam es bereits.

Besonders schlau scheinen die Diebe nicht zu sein (sonst hätten sie wohl auch etwas Vernünftiges gelernt): rund 500 Täter wurden laut Deutscher Bahn im Jahr 2010 ermittelt. Trotzdem sei durch Gleis- und Anlagenklau allein im laufenden Jahr bereits ein Materialschaden von über elf Millionen Euro entstanden, sagte eine Bahnsprecherin.

Künftig will die Deutsche Bahn ihre Schienen und Elektroanlagen mit einer unsichtbaren DNA-Markierung schützen. Die verhindert zwar nicht den Diebstahl, erleichtert aber die nachträgliche Beweisführung und damit die Ermittlung der Täter. Laut DB werden dabei Kupfer, Aluminium und andere Buntmetalle auf besonders gefährdeten Strecken und Baustellen selektiv (sprich: unregelmäßig) mit einem DNA-Zahlencode versehen. Dieser ist nur unter UV-Licht sichtbar.

Tauchen später verdächtige Metalle auf, so gibt der Zahlencode Auskunft darüber,  von welcher Baustelle oder welchem Gleisabschnitt sie stammen — und entlarven damit Dieb wie Hehler.

Übrigens: Nicht nur Gleisklauer erwartet sein einigen Monaten (bisher in Ostdeutschland und Nordrhein-Westfalen) eine DNA-haltige „Überraschung“. Auch in Überfall-gefährdeten Tankstellen oder Juwelierläden können unauffällige „DNA-Duschen“ installiert werden, die im Falle eines Falles ein DNA-haltiges Aerosol über dem Gesetzlosen versprühen (hier ein Video).

Und auch gegen Produktpiraterie haben diverse Firmen längst sowohl ausgefuchste Markierungstechniken als auch entsprechende Lesegeräte entwickelt, mit denen binnen Sekunden unsichtbare DNA-Markierungen aufgebracht und nachgewiesen werden können.

In grenznahen Orten mit hoher Kriminalität werden derartige Verfahren sogar von den Behörden gefördert. In Frankfurt an der Oder läuft seit April 2011 ein Pilotprojekt, in dem Autobesitzer ihr Gefährt (bislang) kostenlos mit DNA kennzeichnen können.

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