Geschönte Studie – Gestürzte Kurse – Gefeuerte Manager

30. September 2009 von Carsten T. Rees

sequeEr hätte ein Blockbuster der pränatalen Diagnostik werden können, der neue Test, den das amerikanische Unternehmen Sequenom entwickelt: Früherkennung des Down-Syndroms, nicht durch Entnahme von Fruchtwasser, sondern durch Bluttest der Schwangeren.

Bereits im April teilte das Unternehmen mit, dass es bei der Studie zu diesem Test zu Unregelmäßigkeiten gekommen sei. Nun liegt der Abschlußbericht der damals gestarteten Studie vor. In klaren Worten wird hier das Verhalten der Mitarbeiter von Sequenom angeprangert.  Zwei kurze Zitate aus diesem Bericht seien hier angeführt:

  • „At the recommendation of the special committee, the company’s board of directors has begun implementing a number of remedial measures, including: Enhanced training in ethics and scientific processes for the company’s employees“
  • „The company reiterates that it is no longer relying on, and the public should no longer rely on, any of the previously announced test data and results for the company’s noninvasive prenatal test for Trisomy 21.“

Lag der Kurs der Sequenom Aktie im Januar noch knapp über 20 € und im März und April um die 11 €, so liegt er gerade bei 2,35 € (jeweils Börse Frankfurt).

Sequenoms Präsident und CEO Harry Stylli wurde ebenso gegangen, wie Elizabeth Dragon (senior vice president of research and development) und drei nicht namentlich aufgeführte Mitarbeiter. Selber gegangen sind Paul Hawran (chief financial officer) und einer seiner Mitarbeiter.

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2 Gedanken zu „Geschönte Studie – Gestürzte Kurse – Gefeuerte Manager“

  1. Lara Winckler sagt:

    Ich bin froh zu hören, dass die Firma ab sofort Versuchsprotokolle anfertigen und Kontrollen durchführen will. Erfreulich auch, dass sie empfiehlt, alle bisherigen Veröffentlichungen zu dem Trisomie-Test zu vergessen. Doch wie soll ich den zukünftigen Ergebnissen trauen, egal wie sehr die Firmenleitung beteuert, dass jetzt alles besser wird und man sogar unabhängige Dritte hinzuziehen will?

  2. Carsten T. Rees sagt:

    Ja. Und was mich wirklich interessiert: Was ist „enhanced training in ethics“? Klingt irgendwie bedrohlich. Aber unsere transatlantischen Freunde haben sicher einen Trick der protestantischen Ethik parat – Max Weber sei dank 😉

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