Erbsenforschung ausgelagert

28. September 2009 von Laborjournal

Sugar Snap Peas

Wissenschaftler des Instituts für Pflanzengenetik an der Leibniz-Uni Hannover werden ab 2010 in North Dakota in einer Kooperation mit der North Dakota State University Freilandversuche zu Pilzresistenz mit gentechnisch veränderten (gv-) Erbsen durchführen. „In den USA gibt es auf den großen Erbsenanbauflächen genau die selben Probleme mit Pilzbefall wie in Europa“, erklärt Institutsleiter Hans-Jörg Jacobsen Laborjournal in einem Telefongespräch. „Daher plant die North Dakota State University Experimente mit gentechnisch veränderten Erbsen. Als sie hörten, wie weit wir schon mit der Erforschung der Pilzresistenz bei Erbsen sind, bekamen sie große Augen“, erinnert sich Jacobsen.

Der Pflanzengenetiker und sein Hannoveraner Team haben einige ihrer transgenen Erbsenlinien bereits in den 1990er Jahren im Rahmen des EU-Projekts „PRELEG – Pathogen Resistant Grain Legumes by Gene Transfer Techniques“ in Zusammenarbeit mit Labors aus Schottland, Italien und Frankreich etabliert. Dabei handelt es sich um Erbsenpflanzen, die mit den Genen für Stilbensynthase, Chitinase, Glucanase und Polygalacturonase-inhibierende Proteine (PGIPS) transformiert wurden. Da die Pilzresistenz im Gewächshaus nicht getestet werden konnte – dort wurden routinemäßig alle Pflanzen mit Pilzmitteln behandelt – waren für 2008 Freilandversuche geplant. Aufgrund der steigenden Zahl von Versuchsfeldzerstörungen war den Hannoveranern die Freisetzung aber zu riskant.

Mit der Durchführung der Freilandversuche in den USA will Jacobsen ein Zeichen setzen: „Nicht nur die Industrie, sondern auch die Universitäten verlagern ihre Gentechnik-Forschung ins Ausland“, warnt er. Die Hannoveraner Initiative ist noch einzigartig. Doch möglicherweise werden bald andere Forschungseinrichtingen nachziehen.

Foto: Fotolia/dreambigphotos

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Ein Gedanke zu „Erbsenforschung ausgelagert“

  1. Ralf Neumann sagt:

    Ist doch schön für die Hannoveraner Forscher. So springen immerhin noch ein paar Steuerzahler-finanzierte Aufenthalte in North Dakota heraus. Sicherlich spektakulärer als die Leinemasch. Allerdings: hoffentlich trampeln denen nicht die Bisons über die Erbsenfelder… 😉

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