Vorne spendieren, hinten kassieren

3. November 2010 von Laborjournal

Taschenspielertrick in Bayern: Wie das Infoportal Regensburg-digital berichtet, ist’s wohl Sense mit den tollen Zuschüssen, die die bayerische Regierung den Universitäten öffentlich versprochen hat. Wir zitieren eine Passage aus einem Artikel des Regensburger Bloggers Stefan Aigner:

„Ursprünglich hatte es von der [bayerischen] Staatsregierung die feste Zusage gegeben, Hochschulen bis 2013 von allen Kürzungen zu verschonen. Doch das ist Schnee von gestern. Entgegen bisheriger Versprechungen sollen nun bis zu 190 Millionen bei den bayerischen Hochschulen und Universitäten eingespart werden. 750.000 Euro wurden der Regensburger Universität bereits per Sofortmaßnahme der Staatsregierung gekappt, in den nächsten beiden Jahren sollen es, so schätzt die [Regensburger] Universitätsverwaltung, je 3,75 Millionen Euro sein, die fehlen. Das entspricht laut Rektor Strothotte 74 Stellen oder 600 Seminaren – nicht einmal ein Jahr, bevor die doppelten Abiturjahrgänge an die Hochschulen kommen, ist das eine Hiobsbotschaft.“

Und weiter:

„„Diese Schülerinnen und Schüler sind die wahren Verlierer“, so Eva König vom studentischen Konvent. Sie hätten zunächst unter der unausgegorenen Reform des achtstufigen Gymnasiums zu leiden gehabt und drängten nun auf unterfinanzierte und überfüllte Universitäten. Dabei war es das erklärte Ziel der Staatsregierung, die Hochschulen genau für diesen Ansturm fit zu machen.“

Und noch weiter:

„Für den studentischen Senator Martin Witte sind die neuerlichen Sparmaßnahmen nur Ausläufer einer schon länger laufenden Kürzungswelle, die zuvor Bibliothek und Mensa betroffen habe. Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) mache sich zum „Sachverwalter der Demontage der bayerischen Hochschullandschaft“. Die Uni sei chronisch unterfinanziert, nach wie vor bewege man sich auf dem Niveau von 2004, als den Universitäten und Hochschulen zehn Prozent der Mittel gestrichen wurden, weil die Staatsregierung einen ausgeglichenen Haushalt erreichen wollte. Mit demselben Ziel werden auch die aktuellen Kürzungen begründet. Dies klinge vertraut, heißt es in einer Resolution des Senats der Uni Regensburg. „Wenn das so weiter geht, können wir zusperren“, sagt Witte.“

Soweit die Lage in Regensburg.

Diese jüngste „Hochtechnologie-Offensive“ der bayerischen Staatsregierung hat – immerhin! – bisher undenkbare Allianzen zur Folge: In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben Rektor Thomas Strothotte und Vertreter der studentischen Gremien gemeinsam(!) für den 17. November zu einer Demonstration aufgerufen. Rektor Strothotte kündigte gar an, dafür allen Studierenden und Beschäftigten der Universität frei zu geben. Auch in Passau sind bereits öffentliche Proteste absehbar.

Den gesamten Artikel über die Regensburger (und Passauer) Proteste finden Sie hier.

Das Foto oben stammt übrigens aus dem Jahr 2006 und zeigt eine Treppe der Uni Regensburg in dem Originalzustand, in dem sie vom Autor und dessen Kollegen in den Jahren ca. 1994 bis ca. 2001 jahrelang begangen werden musste, um zur Mensa und zurück zu gelangen. Jahre später wurde sie aus Haftungsgründen gesperrt.

Gesperrt. Nicht repariert.

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