Schlechte Forschung

30. April 2010 von Laborjournal

(Kürzlich erhielten wir unten folgende Mail, deren Inhalt wir hiermit zur Diskussion stellen:)

Liebe Laborjournal-Redaktion,

[…] die kritischen Anmerkungen zu angeblich bahnbrechenden Forschungsergebnissen und deren hanebüchener Entstehung erfeuen uns immer wieder. Danke dafür!

In diesem Kontext ist mir neulich folgende Veröffentlichung in die Hände gefallen: Lee, J-L., E. L. Levin: A comparative study of the ability of EMA and PMA to distinguish viable from heat killed mixed bacterial flora from fish fillets (J of Microbiological Methods 76 (2009) 93-96). Sicherlich läßt sich darüber streiten, ob ich für derartige Versuche gleich mit Mischkulturen arbeiten sollte. Man könnte auch verschiedener Meinung sein darüber, ob ich zur Untersuchung der Wirkung einer Substanz auf lebende und tote Keime nicht NUR lebende oder NUR tote Keime einsetzen sollte (in der Veröffentlichung wurden gleich Mixturen lebender und toter untersucht).

Was aber in meinen Augen GAR NICHT GEHT, liest sich auf Seite 94 so, ich zitiere: „Interestingly, we consistently obtained a Ct value from the negative controls where no DNA was added to Rti-PCR reagents (data not shown). The false positive of this Ct value was presumably derived from bacterial contamination of PCR reagents (Greisen et al., 1994, Corless et al., 2000)“ Wir finden: nicht INTERESTINGLY, sondern durch einfache Schlamperei zu erklären. Dafür würden wir uns zwei Wochen im Keller schämen, aber VERÖFFENTLICHEN würden wir sowas nicht! Gut allerdings, dass es dafür noch Literaturstellen dazu gibt… Und WAS geben denn eigentlich alle anderen Ergebnisse her, wenn die Kontrollen nicht das halten, was ihr Name verspricht??

Viele Grüße,…

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Ein Gedanke zu „Schlechte Forschung“

  1. BadBoyBoogie sagt:

    Naja, naive Autoren sind das eine, aber schlampige Journal-Editoren das andere. Wenn schon, dann sollten sich Letztere schämen…
    Best w.
    BBB

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