„Wissenschaftliches Fehlverhalten ist das auch!“

13. Juli 2022 von Laborjournal

Aus unserer Reihe „Gut gesagt!“ zum Thema „Sampling Bias“:

 

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[…] Selbstverständlich werden in der Exploration beim schrittweisen Einfokussieren auf das gewünschte Phänomen Ergebnisse produziert, die nicht den Erwartungen entsprechen. Was passiert mit diesen? Am ehesten liefern junge PhD-Studenten noch ehrliche Auskunft. Natürlich werden unerwünschte Ergebnisse gerne aussortiert, in die Schublade verbannt, weggeworfen. Oft mit fadenscheinigen Begründungen: „Das Kit war abgelaufen oder schlecht.“ Es werden also häufig Daten auf gewünschte Resultate selektiert. Sampling Bias nennt man das, und wissenschaftliches Fehlverhalten ist das auch. Manche Gruppenleiter bekommen sowas häufig gar nicht mit, weshalb man erstaunt-verärgerte Blicke erntet, wenn dieses Problem thematisiert wird. Andere wiederum benutzen ihre Seniorität um Daten basierend auf ihrer großen Erfahrung auszusortieren. Hier helfen nur Aufklärung, lückenlose Dokumentation und umfassende Supervision. Vertrauen ist falsch, Kontrolle die einzige Alternative. Denn Sampling Bias hat selbstverständlich verheerende Auswirkung auf die Repräsentativität der Ergebnisse – wofür sind schon subjektiv ausgewählte Daten stellvertretend? […]

 

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… Schrieb Tobias Straub, Leiter der Bioinformatik am Biomedizinischen Centrum der Universität München, in Laborjournal 7-8/2020 („Make Experimentation Great Again!“, S. 30-33).

 

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