2. Juli 2010 von Ralf Neumann

Ich mag Forscher-Biographien. Immer interessant, welche Persönlichkeiten mit welchen Prinzipien oder ‘Philosophien’ hinter mehr oder weniger erfolgreichen Forscher-Karrieren stecken.
So ‘stolperte’ ich auch kürzlich in einen Essay über Enid MacRobbie. 1991 hatte ich während eines Meetings selbst das Vergnügen eine kleine Weile mit der kantigen >1,80m-Dame zu diskutieren. Doch stopp, Sie kennen Enid MacRobbie nicht? Okay, dann sind Sie sicherlich kein Pflanzenforscher. Lange Jahre leitete sie bis zu ihrer Emeritierung 1999 das Department of Plant Sciences an der University of Cambridge und gilt nicht erst seitdem als Pionierin des pflanzlichen Ionentransports und der damit verbundenen physiologischen Prozesse, wie etwa die Regulation der Spaltöffnungen.
Aber es sind nicht ihre Forschungsleistungen, die mich bei der Lektüre besonders aufmerken ließen. (Der Essay ist übrigens einer von 15 in der Serie “Woman Pioneers in Plant Biology” auf den Seiten der American Society of Plant Biologists). Besonders angetan war ich vor allem von folgendem Absatz:
An unusual feature of Enid’s approach is that she has actively encouraged the majority of the people who have worked with her to publish papers without her name on them. Thus only about 25% of the papers published by her colleagues during their time in her lab have included her as a co-author. Diesen Beitrag weiterlesen »
Schlagworte: Autorenschaft, Biographie, Förderung, Forscherinnen, Karriere, Publikationsethik
Veröffentlicht in Allgemeines, Publikationswesen | Keine Kommentare »
20. Mai 2010 von Ralf Neumann
Aus der Reihe „Spontane Interviews, die es nie gab — die aber genau so hätten stattfinden können”. Heute: Dr. D. Enk, Cerebrologisches Institut Universität Wankelheim.
LJ: Hallo, Herr Enk. Woher kommen Sie gerade?
Enk: Von meiner Technischen Angestellten.
LJ: Experimente besprochen?
Enk: Nein. Ich habe sie gefragt, ob sie Koautorin auf unserem neuesten Paper sein möchte.
LJ: Und? Was hat sie gesagt?
Enk: Sie war ziemlich überrascht. Schließlich war sie noch nie auf einem unserer Paper mit drauf. Diesen Beitrag weiterlesen »
Schlagworte: Autorenschaft, Experiment, Interview, Paper, Publikationsethik, TAs
Veröffentlicht in Allgemeines | 10 Kommentare »
11. März 2010 von Karin Hollricher
Bloggerin Isis the Scientist warf kürzlich die Frage auf, was man als Autor eines Papers machen soll, wenn sich die Co-Autoren mit ihrem Job — dem Lesen respektive Korrigieren der Publikation vor der Einreichung – sehr viel Zeit lassen. Manchmal mag das nicht schlimm sein, aber was ist, wenn man selber dieses Paper braucht, um sich z. B. auf eine Postdoc-Stelle zu bewerben, und man dementsprechend unter Zeitdruck steht? Diesen Beitrag weiterlesen »
Schlagworte: Autorenschaft, Paper, Publikationsethik
Veröffentlicht in Allgemeines, Publikationswesen, Wissenschaftliches Fehlverhalten | 4 Kommentare »
4. März 2010 von Ralf Neumann
Kollege Rehm bat mich gerade, auch hier im Blog auf seine Fortsetzungs-Reportage „Der Fehlerbalken im Auge des Forschers“ auf Laborjournal online hinzuweisen. Momentan erscheint dort täglich eine weitere Folge der Geschichte um vermeintliche oder tatsächliche Datenfälschung. Der Unterschied zu den vielen anderen bekannten Daily Soaps: Es hat sich alles tatsächlich zugetragen. Hier ist Hubert Rehms aktuelle Zusammenfassung:
Seit zwei Wochen läuft auf Laborjournal online die Serie „Der Fehlerbalken im Auge des Forschers“. Was bis jetzt geschah: Zur Jahreswende 2007/2008 gab es eine Auseinandersetzung der Nachwuchsforscher Nikolai Savaskan, damals Postdok am Institut für Anatomie der Charité, mit dem Forschungs-Quereinsteiger Markus Kühbacher. Kühbacher wirft Savaskan vor, in einem gemeinsamen Manuskript Daten gefälscht zu haben. Obwohl dieses Manuskript nie veröffentlicht wurde, schaukelt sich die Sache auf. Der DFG Ombudsman in Hamburg wird angerufen. Die Vermittlung scheitert und der Ombudsman gibt die Sache an die DFG-Kommission zur Aufklärung von Verdachtsfällen wissenschaftlichen Fehlverhaltens ab. Weil Savaskan ein Zögling des damaligen Institutsdirektors Robert Nitsch ist und dieser, nach Kühbachers Ansicht, nicht adäquat reagiert, untersucht Kühbacher die Publikationen von Nitsch auf Auffälligkeiten. Er findet auch einige. Weil Kühbacher zudem durch das Verhalten der Sprecherin des Ombudsman Ulrike Beisiegel irritiert ist, untersucht er auch deren Publikationen. Auch hier meint er Auffälligkeiten gefunden zu haben…
Die ganze Geschichte kann also auf Laborjournal online gelesen werden — und hier im Blog, unterhalb dieses Eintrags, kommentiert und diskutiert werden.
Schlagworte: Autorenschaft, Charité, DFG, Experiment, Paper, Publikationsethik
Veröffentlicht in Wissenschaftliches Fehlverhalten | 48 Kommentare »
23. November 2009 von Ralf Neumann
Laborjournal und Lab Times hatten ja bereits Anfang des Jahres anlässlich des zweihundertsten Geburtstags von Charles Darwin Sonderhefte zum Darwin-Jahr 2009 publiziert. Jetzt ist auch das zweite Darwin-Jubiläum dieses Jahres perfekt: Genau am 24. November 1859 erschien die erste Auflage von The Origin of Species.

Diesen Beitrag weiterlesen »
Schlagworte: Autorenschaft, Darwin, Evolution, Laborjournal print, Studien, Theorie
Veröffentlicht in Allgemeines | 4 Kommentare »
9. November 2009 von Ralf Neumann

… ist ausgeliefert und damit freigegeben für Diskussion, Gemeckere und Lobhudelei. Entweder direkt als Kommentar auf diesen Blog-Eintrag oder via E-Mail an redaktion@laborjournal.de.
Eine Mail hat uns bereits zum Artikel “Die Verantwortung des Wissenschaftlers” (S. 16) erreicht. Darin moniert der Schreiber, dass der Fälschungsfall im Labor von Peter Chen an der ETH Zürich gerade nicht geeignet wäre, den Sittenverfall in der Forschung zu dokumentieren, der laut Artikelautor Rüdiger Paschotta durch die Strategie der “Großprofessoren” Einzug gehalten habe. Denn Peter Chen, so führt der Mail-Autor glaubhaft aus, betreibe gar kein “Großlabor” und stünde schon gar nicht “unrechtmäßig” auf irgendwelchen Veröffentlichungen. Das Fazit seiner Mail daher :
Grau ist alle Theorie, im praktischen Laboralltag ist vertrauensvolle Kooperation auch mit dem Chef ein hohes Gut. Wenn ein Chef in paranoider Weise alle immer der Fälschung verdächtigt, dann gehört er in die Psychiatrie. Peter Chen ist nach meinen mageren Kenntnissen von Interna hiervon nicht betroffen. Er ist ein sehr guter Wissenschaftler, der reingeflogen ist, leider. Aber das kann vielen passieren, passiert vielen.
Klingt, als müssten wir uns der Sache nochmal annehmen.
Schlagworte: Autorenschaft, Datenfälschung, Laborjournal print, Publikationsethik, Strukturen
Veröffentlicht in LJ intern, Wissenschaftliches Fehlverhalten | 4 Kommentare »
23. September 2009 von Ralf Neumann

Zum Thema ‘Medical Ghostwriter’ steht unter der Überschrift “Reges Treiben” auf Seite 10 der aktuellen Laborjournal-Ausgabe:
Nicht selten verbergen sich „Geister“ hinter den Autorenlisten medizinischer Paper. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie, die das Journal of the American Medical Association (JAMA) kürzlich vorstellte. Über Online-Fragebögen erhielten die Autoren Antwort zu 630 Artikeln aus sechs medizinischen Top-Journalen. Ergebnis: 7,8 % davon sollen unter kräftiger Mithilfe von Ghostwritern entstanden sein. Diesen Beitrag weiterlesen »
Schlagworte: Autorenschaft, Big Pharma, Medikamente, Publikationsethik, Studien
Veröffentlicht in Wissenschaftliches Fehlverhalten | 5 Kommentare »