Die Seite heißt pwned experiments und erinnert ein wenig an die guten alten “Laborkatastrophen”, die Laborjournal vor über einem Jahrzehnt brachte. Der Unterschied: die Missgeschicke, die auf pwned experiments referiert werden, sind tatsächlich passiert. Darunter solche Klassiker wie völlig missratene Gele oder durch Unwucht zerstörte Rotoren.
Schon ungewöhnlicher: ein abgebrannter Heizrührer, weil der arme Experimentator im Kühlraum (!) statt der Rührfunktion den Heizblock angestellt hatte — und das Methanol im Puffer sich entzündete. Nicht nur lustig dagegen die Geschichte, wie es zu radioaktiven Fußspuren in einem gewissen Institut kam — samt der entsprechenden Konsequenzen.
Allerdings: Seit Ende letzten Jahres haben sich lediglich ein Dutzend solcher Pannen auf die Seite verirrt. Wir dagegen sind sicher: es gibt viel mehr. Dem Autor dieser Zeilen fällt beispielsweise sofort jene köstliche Szene aus seiner Laborzeit ein, in der ein Diplomand den Verbindungsschlauch eines neuen Bunsenbrenners statt ans Gas versehentlich an einen ähnlich aussehenden Hochdruck-Wasseranschluss koppelte — und dann aufdrehte…
Wie heißt es so schön: Aus Fehlern lernt man. Wer also auch solche oder ähnliche Laborpannen erlebt hat — immer her damit. Entweder hier im Blog, oder per E-Mail an redaktion@laborjournal.de.
Zum Wochenende wieder ein Life Science Song. Vorlage diesmal: Der Ohrwurm “Apologize” von One Republic. Tom McFadden, Instructor in Stanford’s Human Biology Program, machte daraus: “It’s Too Late to Apoptize”:
Der Autor des Blogs Lounge of the Lab Lemming präsentierte gerade eine hinterhältig-böse Fantasie, wie man seine übelsten Wettbewerber ärgern könne: Man verfasse ein 40-seitiges Manuskript, das überhaupt keinen Sinn macht, schicke es unter falschem Namen und falscher Adresse an das Journal mit dem meistgehassten Chief Editor und gebe die drei ungeliebtesten Konkurrenten als mögliche Gutachter an. Und dann sollen die sich mal abstrampeln…
Schön-böse Idee. Allerdings fragt sich, wer hier wen mehr blockiert. Denn was wird wohl länger dauern: 40 Seiten Unsinn zu fabrizieren; oder 40 Seiten Unsinn als solchen zu erkennen — und ihn in die Tonne zu treten?
... sagte Nobelpreisträger Martin Chalfie in Lindau
59 Nobelpreisträger sind abgefahren, über 650 Nachwuchsforscher haben sich in alle Winde zerstreut, die Organisatoren haben die Reste zusammengepackt und ein Trupp eifrige Blogger lehnt sich erschöpft zurück.
Vor langer, langer Zeit gab es irgendwo am Rande eines finsteren Waldes eine wunderschöne Wiese. Die Leute, die auf dieser Wiese lebten, widmeten sich damals vollständig der Erforschung ihrer Umgebung. Ausgerüstet mit einer Vielzahl von Geräten und Instrumenten bestimmten die einen sorgfältig die Länge der Grashalme; andere maßen die Gewichte der Steine, die sie in der Wiese fanden; und die Klügsten und Erfahrensten unter ihnen bestimmten gar Wachstumsraten oder Intensität der Blütenfarben verschiedener Wiesenkräuter in Abhängigkeit von der Niederschlagsmenge. Oft trafen sie sich dann am Abend um ihre neuesten Daten und Statistiken ausgiebig miteinander zu diskutieren.
Wie es wohl hätte klingen können, wenn Robert Plant (harr, harr) mit Led Zeppelin über Xylem- und Phloemtransport gesungen hätte, zeigt folgendes Video (etwa ab 1:30 min.):
Was tun Forscher, wenn sie spät abends die Labortür hinter sich zu machen? Mit ‘ner Flasche Bier vorm Fernseher abhängen und das misslungene Experiment oder das abgelehnte Paper vergessen? Nö!
In geradezu detektivischer Manier ging ein Filmproduzent dem geheimen Privatleben von Astrophysikern, Ingenieuren und Krebsforschern nach. Und jetzt ist es raus! Außerhalb des Labors geht eine Wissenschaftlerin Füße fotografieren (echt!), eine andere tanzt Salsa, die nächste malträtiert ihre Bassgeige. Der Klimaforscher übt Jonglieren (mit echten Kegeln, nicht mit Klimadaten), eine Physikerin geht segeln, der Experte für Flechten sucht die Abenteuer am Herd und ein Ingenieur läuft Bäume und Wände hinauf.
Ganz normal oder?
Und nochmal aus der Reihe „Spontane Interviews, die es nie gab — die aber genau so hätten stattfinden können”.Heute: Professor G. Rins, Oblektologisches Institut Universität Schalkstadt, zum Thema Dress Code auf Meetings.
LJ: Hallo, Herr Professor Rins! Hoppla, etwas scheint Sie ja gerade ganz besonders zu amüsieren?
Rins: Ja. Ich habe gerade ein unglaublich schlechtes Paper gelesen!
LJ: Ah ja? Aber: Ist das nicht eher ein Grund zum Traurig sein?
Rins: Sicher. Stimmt schon, aber….
LJ: Aber?
Rins: Mir ist gerade eingefallen, dass ich den Seniorautor vor Jahren mal auf einer Konferenz erlebt habe.
… wenn ihr von ‘T. rex‘ redet (und vergesst auch Marc Bolans gleichnamige Glamrockband aus den Siebzigern). Denn hier kommt Tyrannobdella rex — ein 4,5 cm langer Blutegel aus den Flüssen in und um Peru.
die Zähne des T. rex
Mit seinen acht in einer Reihe sitzenden und wahrhaft furchteinflößenden Zähnen (jedenfalls in der richtigen Vergößerung) sägt er sich in jegliches Fleisch, an das er andocken kann. Dies geschah unter anderem vor drei Jahren einem badenden Peruaner-Mädel, dem man T. rex anschließend von der Nase pflücken musste — was schließlich zur Entdeckung des ‘tyrannischen Königsegels’ führte (PLoS ONE 5(4): e10057).
Seinem großen Fast-Namensvetter ist der bissige Wurm übrigens noch selbst begegnet, da die ersten Spezies seiner Gattung bereits vor etwa 200 Millionen Jahren auf der Erde erschienen. Und womöglich hatte in den folgenden Millionen Jahren auch so manch großer T. rex einen kleinen T. rex an der Nase hängen.
Unsere Reporterin Hana Riha hat im Freiburger “Heldenviertel” (Blücher-, Gallwitz, Admiral-Spee-Str.) eine botanische Sensation aufgespürt, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten sollten: Ein blühender Schuhbaum: acer calceatus (ssp. sportupac.)