
| Die meistzitierten Artikel | Die meistzitierten Reviews | Die meistzitierten Köpfe |
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Laut Paracelsus, seines Zeichens spätmittelalterlicher Arzt, Alchemist und Astrologe, ist alles giftig, wenn man nur genug davon zu sich nimmt. Eine Erkenntnis, die bis heute Gültigkeit hat. Lediglich die krebserregenden und mutagenen Stoffe seien davon ausgenommen – bei ihnen richtet oft schon ein einziges Molekül großen Schaden an. Paracelsus‘ Worte lassen sich noch ergänzen: Es gibt kein Organ oder Organsystem und kein Lebewesen, das gegen Gift gefeit wäre. So vielfältig die Forschungsprojekte sind, die sich aus diesem Ansatz ergeben, so zahlreich sind die Disziplinen, aus welchen sich die Toxikologen rekrutieren. Da wären die Pharmakologen, mit denen viele Toxikologen eng zusammenarbeiten und sich meistens auch das Institut teilen. Hier kommt ihnen die wenig beachtete und dennoch zentrale Aufgabe zu, die einzelnen Stadien der Medikamentenentwicklung auf ihre Toxizität hin zu überprüfen. Neben den Klinikern, die Vergiftungen erkennen und behandeln, finden sich in den Autorenlisten auch viele Naturwissenschaftler: Immuno- und Endokrinologen sowie Biochemiker neben Entwicklungs-, Ernährungs- und Neurobiologen. Außerdem hat sich vor einigen Jahren die Arbeitsplatztoxikologie als eigenständiger Zweig mit eigenen Instituten etabliert. Als Zeichen der Anerkennung durch die Community sind drei der vier Arbeitsmediziner im Vergleich unter den Top 10; zwei davon belegen sogar Spitzenplätze: Jürgen Angerer (1.), Institut für Prävention und Arbeitsmedizin (IPA) an der Ruhr-Uni Bochum, und Jan Hengstler (2.), Arbeitsphysiologe am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung (IfADo), TU Dortmund. Starke Ökotoxikologie Und dies ist nur der medizinisch ausgerichtete Teil des toxikologischen Alltags. Die zweite der beiden Toxikologie-Hauptrichtungen beschäftigt sich mit den Auswirkungen giftiger Stoffe auf die Umwelt wie auch solchen, die aus der Umwelt selbst stammen. Die Ökotoxikologie erblickte Mitte des letzten Jahrhunderts das Licht der Welt, als der Verdacht aufkeimte, dass das Schädlingsbekämpfungsmittel DDT die Fisch- und Vogelbestände drastisch dezimiert. Seither hat sich viel getan. Nicht nur die Zahl der Umweltforscher nahm zu, auch die Menge an Umweltgiften. Und nicht nur absichtlich ausgebrachte, wie Pestizide oder Fungizide, sondern auch über Abwässer oder Abgase in die Umwelt gelangte Gifte – Hormone etwa, oder anorganische Stoffe, wie die als das „Dreckige Dutzend“ bekannten Chlorverbindungen, die im Verdacht stehen, erbgutverändernd, krebserzeugend und embryotoxisch zu wirken. Zudem werden immer mehr natürliche Gifte entdeckt, darunter die von Lebewesen produzierten (Toxine) – pflanzliche, tierische und Pilzgifte ebenso wie bakterielle Toxine. Erwartungsgemäß sammeln Mediziner in einem Vergleich mehr Zitierungen als Umweltforscher, schon gar wenn sie mit aufregenden Krankheiten wie Krebs zu tun haben. Beispiele sind Thomas Brüning (8.), IPA Bochum, oder Eva Frei (27.), Molekulartoxikologin am DKFZ Heidelberg. Dennoch finden sich fünfzehn Ökotoxikologen unter den Top 50 der deutschsprachigen Giftforscher der Jahre 2005-2008. Ihre Themen sind etwa die genotoxische Wirkung von Nanopartikeln – so untersucht Roel Schins (13.), Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF) Düsseldorf, den Einfluss von Feinstaub auf Immunsystem und Genom; oder die Auswirkungen von Umweltchemikalien auf das Verhalten von Wasserbewohnern, vertreten durch Matthias Liess (16.), Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (IUF) Leipzig, oder Werner Kloas (25.), Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) Berlin. Diese Verteilung von Medizinern und Ökologen spiegelt sich auch in den zehn bis heute meistzitierten Toxikologie-Artikeln aus den Jahren 2005-2008 wider: Die Arbeits- und Umwelttoxikologen schlagen sich wacker, die Mehrheit der Themen ist jedoch medizinisch. Immerhin zehn der 50 Top-Plätze werden von Ernährungsforschern gestellt, was durchaus Sinn macht – die Myriaden an Umweltgiften gelangen in die Nahrungskette und kommen so irgendwann wieder zu uns zurück. Und nicht nur die. Mykotoxine etwa, die Schimmelpilzgifte, gibt es praktisch überall. Welche Gefahren von ihnen ausgehen, will der Agrarbiotechnologe Rudolf Krska (4.) am Interuniversitären Department für Agrarbiotechnologie (IFA-Tulln), Teil der Wiener Uni für Bodenkultur (BoKu), mit seinem Team herausfinden. Viele Gifte werden gar mit Absicht in die Lebensmittel gemischt, wie Hansrüdi Glatt (21.), Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE) Potsdam-Rehbrücke, weiß, der die Wirkung dieser „Nicht-Nahrungsmittel-Inhaltsstoffe“ auf den Metabolismus untersucht. Heute haben wir zwar weitaus mehr Möglichkeiten, uns zu vergiften, dafür aber auch wesentlich größere Chancen, diese Erfahrung zu überleben. Anders als Paracelsus. Er starb vermutlich an einer Quecksilbervergiftung. Wie die Tabellen entstanden Berücksichtigt wurden Papers mit Erscheinungsjahr zwischen 2005 und 2008 sowie mindestens einem Autor mit Adresse im deutschen Sprachraum. Die Zahlen für Zitate und Artikel lieferte die Datenbank „Web of Science“ des Thomson-Institute for Scientific Information (ISI) in Philadelphia. Stichtag war der 11.8.2011. Die „Köpfe” arbeiteten 2005 bis 2008 an einem Institut für Toxikologie, publizierten überwiegend in Toxikologie-Zeitschriften oder arbeiteten in erster Linie an für die Toxikologie bedeutsamen Projekten. Reviews zählten für die „Köpfe“-Wertung nicht. Wichtig: Fehler, die bereits in den Datenbanken stecken, können wir in der Regel nicht erkennen. |
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Die meistzitierten Artikel |
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| Rang | Autoren | Paper | Zitierungen |
| 1. | Nam S, ..., Muehlbeyer S, Hippe F, Vatter S, Merz K, Eisenbrand G, Jove R. | Indirubin derivatives inhibit Stat3 signaling and induce apoptosis in human cancer cells. PNAS 2005, 102(17):5998-6003 | 124 |
| 2. | Berthiller F, Schuhmacher R, Buttinger G, Krska R. | Rapid simultaneous determination of major type A- and B-trichothecenes as well as zearalenone in maize by high performance liquid chromatography-tandem mass spectrometry. J Chromatogr A 2005, 1062(2):209-16 | 112 |
| 3. | Kuriyama SN, Talsness CE, Grote K, Chahoud I. | Developmental exposure to low-dose PBDE-99: Effects on male fertility and neurobehavior in rat offspring. Environ Health Perspect 2005, 113(2):149-54 | 104 |
| 4. | Murias M, Jäger W, Handler N, Erker T, Horvath Z, Szekeres T, Nohl H, Gille L. | Antioxidant prooxidant and cytotoxic activity of hydroxylated resveratrol analogues: structure-activity relationship. Biochem Pharmacol 2005, 69(6):903-12 | 102 |
| 5. | Eddleston M, Eyer P, Worek F, ..., von Meyer L, ..., Szinicz L, ..., Buckley NA. | Differences between organophosphorus insecticides in human self-poisoning: a prospective cohort study. Lancet 2005, 366(9495):1452-9 | 99 |
| 6. | Kirkland D, ..., Glatt H, ..., Kasper P, Kirchner S, ..., White P. | How to reduce false positive results when undertaking in vitro genotoxicity testing and thus avoid unnecessary follow-up animal tests: Report of an ECVAM Workshop. Mutat Res 2007, 628(1):31-55 | 99 |
| 7. | Elbling L, ..., Uhl M, Knasmueller S, Schulte-Hermann R, ..., Micksche M. | Green tea extract and (-)-epigallocatechin-3-gallate, the major tea catechin, exert oxidant but lack antioxidant activities. FASEB J 2005, 19(7):807-9 | 98 |
| 8. | Roos WP, ..., Naumann SC, ..., Kaina B. | Apoptosis in malignant glioma cells triggered by the temozolomide-induced DNA lesion O-6-methylguanine. ONCOGENE 2007, 26(2):186-97 | 98 |
| 9. | Löffler D, Römbke J, Meller M, Ternes TA. | Environmental fate of pharmaceuticals in water/sediment systems. ENVIRON SCI TECHNOL 2005, 39(14):5209-18 | 95 |
| 10. | Sulyok M, Berthiller F, Krska R, Schuhmacher R. | Development and validation of a liquid chromatography/tandem mass spectrometric method for the determination of 39 mycotoxins in wheat and maize. Rapid Commun Mass Spectrom 2006, 20(18):2649-59 | 93 |
Die meistzitierten Reviews |
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| Rang | Autoren | Paper | Zitierungen |
| 1. | Van den Berg M, ..., Schrenk D, ..., Peterson RE. | The 2005 World Health Organization reevaluation of human and mammalian toxic equivalency factors for dioxins and dioxin-like compounds. Toxicol Sci 2006, 93(2):223-41 | 490 |
| 2. | Fent K, Weston AA, Caminada D. | Ecotoxicology of human pharmaceuticals. Aquat Toxicol 2006, 76(2):122-59 | 376 |
| 3. | Roos WP, Kaina B. | DNA damage-induced cell death by apoptosis. TRENDS MOL MED 2006, 12(9):440-50 | 288 |
| 4. | Hewitt NJ, ..., Tuschl G, ..., Hengstler JG. | Primary hepatocytes: Current understanding of the regulation of metabolic enzymes and transporter proteins. Drug Metab Rev 2007, 39(1):159-234 | 149 |
Die meistzitierten Köpfe |
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| Rang | Name | Ort | Zitierungen | Artikel |
| 1. | Jürgen Angerer | Arbeitsmed., Uni Bochum (bis 2010 Erlangen) | 1190 | 71 |
| 2. | Jan G. Hengstler | Arbeitsforschung (IfADo), TU Dortmund | 928 | 49 |
| 3. | Jürgen Borlak | Toxikol., MH & Fraunhofer ITEM Hannover | 812 | 58 |
| 4. | Rudolf Krska | Agrarbiotechnol., IFA-Tulln, BOKU Wien | 753 | 40 |
| 5. | Stephan Krähenbühl | Klin. Pharm. & Toxikol., Unispital Basel | 666 | 53 |
| 6. | Hans H. Maurer | Exp. & Klin. Toxikol., Uni Homburg/Saar | 636 | 42 |
| 7. | Rainer Schuhmacher | Chr. Doppler Lab Mykotox.forsch., IFA-Tulln, Wien | 632 | 28 |
| 8. | Thomas Brüning | Arbeitsmed. (IPA), Uni Bochum | 623 | 69 |
| 9. | Ingo Just | Toxikol., MH Hannover | 586 | 24 |
| 10. | Bernd Kaina | Angew. Toxikol., Uni Mainz | 570 | 34 |
| 11. | Franz Worek | Pharm. & Toxikol. BW (InstPharmToxBw) München | 556 | 36 |
| 12. | Beatrice-L. Pool-Zobel † | bis 2008 Nutr. & Mol. Toxikol., Uni Jena | 556 | 38 |
| 13. | Roel P. F. Schins | Partikelforsch., IUF, Uni Düsseldorf | 538 | 24 |
| 14. | Helmut Bartsch | Toxikol. & Krebsrisiko, DKFZ Heidelberg | 514 | 33 |
| 15. | Wolfgang Dekant | Toxikol., Uni Würzburg | 510 | 29 |
| 16. | Matthias Liess | Ökotoxikol., Helmholtz-Z. Umweltforschung (IUF) Leipzig | 503 | 34 |
| 17. | Gerhard Eisenbrand | bis 2009 Lebensm. & Umw.tox., Uni Kaiserslautern | 463 | 26 |
| 18. | Henner Hollert | Umweltforsch., RWTH Aachen (bis 2007 Heidelberg) | 462 | 23 |
| 19. | Wolfgang Völkel | LGL München (bis 2009 Toxikol., Uni Würzburg) | 460 | 22 |
| 20. | Franz Berthiller | Chr. Doppler Lab Mykotoxin.forsch., IFA-Tulln, Wien | 458 | 17 |
| 21. | Hansruedi Glatt | Ernährungstoxikol., DIfE Potsdam-Rehbrücke | 443 | 29 |
| 22. | Klaus Aktories | Exp. & Klin. Pharmakol. & Toxikol., Uni Freiburg | 440 | 39 |
| 23. | Angela Risch | Toxikol. & Krebsrisiko, DKFZ Heidelberg | 433 | 11 |
| 24. | Peter Eyer | bis 2007 Bioch. Toxikol., Walther Straub Inst., LMU München | 422 | 23 |
| 25. | Werner Kloas | Ökophysiol. & Aquakultur, Leibniz-IGB Berlin | 419 | 29 |
| 26. | Dirk W. Lachenmeier | Alk-Lab., Chem. & Veterinär-UA (CVUA), Karlsruhe | 418 | 43 |
| 27. | Eva Frei | Mol. Toxikol., DKFZ Heidelberg | 416 | 37 |
| 28. | Heinz Nau | Lebensmitteltoxikol. & Chem. Analyt., TiHo Hannover | 411 | 27 |
| 29. | Heinz H. Schmeiser | Mol. Toxikol., DKFZ Heidelberg | 406 | 25 |
| 30. | Helmut Segner | Fisch- & Wildtiermed., Tierpathol., Uni Bern | 401 | 33 |
| 31. | Chris E. Talsness | Klin. Pharmakol. & Toxikol., CBF, Charité Berlin | 394 | 12 |
| 32. | Rolf Altenburger | Ökotoxikol., UFZ Leipzig-Halle | 394 | 29 |
| 33. | Wiebke Schormann | Leibniz Research Centre for Working Environment and Human Factors, TU Dortmund (seit 2010 Hamilton, Kanada; bis 2008 Leipzig) | 393 | 13 |
| 34. | Marc Brulport | Prosacon GmbH, Hofheim am Taunus (bis 2010 Dortmund, bis 2007 Leipzig) | 386 | 15 |
| 35. | Jörg Römbke | ECT Ökotoxikol. GmbH, Flörsheim/ Main | 383 | 34 |
| 36. | Karl-Werner Schramm | GSF-Ökol. Chemie, TU München, Freising | 373 | 44 |
| 37. | Siegfried Knasmüller | Umwelttoxikol., Uni Wien | 370 | 22 |
| 38. | Michael Wilhelm | Hyg., Sozial- & Umweltmed., Ruhr-Uni Bochum | 369 | 30 |
| 39. | Daniel R. Dietrich | Human- & Umwelttoxikol., Uni Konstanz | 364 | 22 |
| 40. | Frank T. Peters | Rechtsmed., Uniklinikum Jena (bis 2008 Homburg) | 364 | 25 |
| 41. | Günter Speit | Humangenetik, Uni Ulm | 363 | 24 |
| 42. | Michael Schwarz | Pharmakol. & Toxikol., Uni Tübingen | 362 | 26 |
| 43. | Helga Stopper | Toxikol., Uni Würzburg | 361 | 25 |
| 44. | Rolf Schulte-Hermann | bis 2008 Exp. Toxikol., Uni Wien | 349 | 23 |
| 45. | Kristin Schirmer | Umwelttox., Eawag, CH-Dübendorf (bis 2009 Leipzig) | 349 | 26 |
| 46. | Hans-Ulrich Humpf | Lebensmittelchemie, Uni Münster | 349 | 26 |
| 47. | Stephan Pflugmacher | Leibniz-Inst. Gewässerökol. (IGB), Berlin | 345 | 39 |
| 48. | Hermann M. Bolt | bis 2008 Leibniz-Inst. Arbeitsf., TU Dortmund (IfADo) | 342 | 34 |
| 49. | Ibrahim Chahoud | Klin. Pharmakol. & Toxikol., Charité Berlin | 334 | 16 |
| 50. | Wynand P. Roos | Toxikol., Uni Mainz | 319 | 10 |