
| Die meistzitierten Artikel | Die meistzitierten Reviews | Die meistzitierten Köpfe |
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Hals-Nasen-Ohren-Forschung ist unter anderem auch Hör-, Riech- und Schmeckforschung. Und wird, was die Zitierungen angeht, damit sofort von Sinnesphysiologen dominiert. Wie bei eigentlich allen anderen Disziplinen, so gilt auch für die Hals-Nasen-Ohren-Forschung: Für einen halbwegs sinnvollen Zitationsvergleich muss man sie eingrenzen. Das allerdings ist nicht ganz so leicht, wie es anfangs erscheinen mag. Zumal man ja die Funktionen von Nase, Ohren sowie Hals- und Rachenraum berücksichtigen muss. Und die sind nicht nur, aber doch schwerpunktmäßig sinnesphysiologischer Natur – hören, riechen, schmecken, Gleichgewicht halten. Molekularbiologie machts möglich Die Sinnesphysiologie ist nun wieder fließend verbunden mit der Neurobiologie. Naheliegenderweise, da ja die perzeptierte Sinnesinformation im Gehirn weiter verarbeitet wird. Dies ist somit jedoch der zweite Schritt, weswegen wir reine Neurobiologen für den vorliegenden Zitationsvergleich weitgehend nicht mit berücksichtigten. Zum einen hatten diese bereits ihren eigenen Zitationsvergleich, und zum anderen wollen wir doch – wenn der Vergleich schon "Hals-Nasen-Ohren-Forschung" heißt – auch räumlich so nahe wie möglich an diesen Organen und Strukturen bleiben. Bleiben noch die Sinnesphysiologen, von denen ja manche auch als "Neurophysiologen" firmieren. Die gehören ganz klar hinein in den Zitationvergleich. Allerdings geht auch das nicht ganz problemlos. Nehmen wir etwa den meistzitierten Forscher unseres Vergleichs: Thomas Jentsch vom Zentrum für Molekulare Neurobiologie der Universität Hamburg. Man tritt ihm sicherlich nicht zu nahe, wenn man sagt, dass er sich ursprünglich nicht direkt für Hörforschung interessierte. Kalium- und Chlorid-Kanäle waren und sind sein Thema. Doch die Molekularbiologie macht es ja seit einiger Zeit möglich, dass man Kanäle identifizieren kann, bevor man deren Funktion und Wirkort kennt. Und auf diese Weise fand er schließlich auch Kanäle, die in den Haarzellen des Innenohrs wichtige Funktionen beim Hörvorgang übernehmen. Wobei noch dazu kam, dass der Kaliumkanal KCNQ4 sich als der mutierte "Übeltäter" bei bestimmten Formen erblicher Taubheit herausstellte. Darüber publizierte Jentsch natürlich sehr gut (siehe "Die meistzitierten Artikel" Platz 1, 5 und 7). Zugleich publizierte Jentsch aber noch ziemlich viel über Kanalproteine sonstwo im Körper, unter anderem in der Niere und in Nervenzellen. Und das war das Problem. Für diese und ähnliche Fälle erstellten wir schließlich das Kriterium, dass solche "Multi-Organ-Forscher" entweder mehr als die Hälfte oder wenigstens drei ihrer Artikel eindeutig zu Hals, Nase, Ohren oder deren Funktionen publiziert haben müssen. Auf diese Weise qualifizierte sich etwa auch Jentschs Kooperationspartner, der Bonner Humangenetiker Christian Kubisch, für die Wertung – und sprang auf Platz zwei der meistzitierten Köpfe. Durch das Raster rutschte etwa der Hamburger Humangenetiker Andreas Gal, auch wenn zwei von ihm mitpublizierte Paper unter den meistzitierten Artikeln auf den Plätzen 2 und 4 auftauchen. Diese gehen zwar beide über die Ursachen für das Usher-Syndrom, eine erblich bedingte Kombination von Netzhautdegeneration und Innenohrschwerhörigkeit. Gals Hauptinteresse gilt allerdings eindeutig den erblichen Augenkrankheiten. Mehr Hören, als Riechen Insgesamt resultiert daraus, dass die vorderen Positionen des Zitationsvergleichs durch Physiologen dominiert werden. Neben dem Humangenetiker Christian Kubisch belegen sieben nominelle (Neuro-)Physiologen Plätze unter den Top 10 der Köpfe-Wertung. Und auch Tobias Moser, Leiter des "InnenOhrLabors" an der HNO-Klinik Göttingen, auf Platz 8 kommt eigentlich auch aus dieser Ecke: Bis 2001 arbeitete er in der Abteilung Membranphysiologie des Göttinger MPIs für biophysikalische Chemie unter Leitung von Erwin Neher physiologisch über die Funktion der Haarzellen im Innenohr. Bestplatzierter "echter" HNO-Kliniker ist somit der Tübinger Hans Peter Zenner auf Platz 10. Genauso dominieren unter den ersten 10 die Ohren: Acht Top Ten-Forscher beschäftigen sich mit den Mechanismen des Hörens. Lediglich auf den Plätzen 4 und 5 haben sich zwei "Riechphysiologen" dazwischen geschoben: Benjamin Kaupp vom Forschungszentrum Jülich sowie der Hohenheimer Zoophysiologe Heinz Breer. Als einziger ausgewiesener "Schmeckphysiologe" schaffte es der Homburger Bernd Lindemann als 49. gerade noch in die Liste. Doch Hals-Nasen-Ohren-Forschung betrifft nicht nur Sinnesleistungen. Auch mit Arbeiten zu den e ntsprechenden Krebserkrankungen lassen sich potenziell genügend Zitierungen erzielen um unter die Top 50 zu kommen – vornehmlich mit Kopf-Hals-Tumoren. Dies scheint an an deutschen HNO-Kliniken allerdings nicht besonders stark ausgeprägt. Nur wenige Spezialisten schafften den Sprung in unsere Liste: etwa der Mannheimer Karl Hörmann auf Platz 15, der Münchner Wolfgang Arnold auf Platz 20, oder Gerhard Grevers vom Klinikum Starnberg auf Platz 34. Möglicherweise kommt hierzu aber noch mehr Forschung aus onkologischen oder pathologischen Instituten. Und taucht damit in anderen Publikationsvergleichen mit auf. Wie die Tabellen entstanden:Berücksichtigt wurden Papers mit Erscheinungsjahr zwischen 1999 und 2001 sowie mindestens einem Autor mit Adresse im deutschen Sprachraum. Zahlen für Zitate und Artikel lieferte die Datenbank "Web of Science" des Institute for Scientific Information (ISI) in Philadelphia. Stichtag war der 28.Juli 2004. Die "Köpfe" arbeiteten während des Bewertungszeitraums an einem HNO- oder sinnesphysiologischen Institut, publizierten überwiegend in HNO- oder sinnesphysiologischen Journals oder arbeiteten vorrangig an eindeutig HNO- oder sinnesphysiologischen Reviews sowie Artikel mit mehr als 50 Autoren zählten für die "Köpfe"-Wertung nicht. Wichtig: Fehler, die bereits in den Datenbanken stecken, können wir nur selten erkennen. |
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Die meistzitierten Artikel |
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| Rang | Autoren | Paper | Zitierungen |
| 1. | Kubisch C, Schroeder BC, Friedrich T, Lütjohann B, El-Amraoui A, Marlin S, Petit C, Jentsch TJ | KCNQ4, a novel potassium channel expressed in sensory outer hair cells, is mutated in dominant deafness. CELL 96 (3): 437-446 FEB 5 1999 | 216 |
| 2. | Bolz H, v. Brederlow B, Ramirez A, Bryda EC, Kutsche K, Nothwang HG, Seeliger M, Cabrera MDS, Vila MC, Molina OP, Gal A, Kubisch C | Mutation of CDH23, encoding a new member of the cadherin gene family, causes Usher syndrome type 1D. NATURE GENETICS 27 (1): 108-112 JAN 2001 | 97 |
| 3. | Platzer J, Engel J, Schrott-Fischer A,Stephan K, Bova S, Chen H, Zheng H, Striessnig J | Congenital deafness and sinoatrial node dysfunction in mice lacking class D L-type Ca2 channels. CELL 102 (1): 89-97 JUL 7 2000 | 94 |
| 4. | Niemann S, Müller U. * | Mutations in SDHC cause autosomal dominant paraganglioma, type 3 Nat Genet. 2000 Nov;26(3):268-70 | 91 |
| 5. | Verpy E, ..., Gal A, ..., Petit C | A defect in harmonin, a PDZ domain-containing protein expressed in the inner ear sensory hair cells, underlies Usher syndrome type 1C. NATURE GENETICS 26 (1): 51-55 SEP 2000 | 87 |
| 6. | Estevez R, Böttger T, Stein V, Birkenhager R, Otto E, Hildebrandt F, Jentsch TJ | Barttin is a Cl- channel beta-subunit crucial for renal Cl- reabsorption and inner ear K+ secretion. NATURE 414 (6863): 558-561 NOV 29 2001 | 68 |
| 7. | Bonigk W, Bradley J, Müller F, Sesti F, Boekhoff I, Ronnett GV, Kaupp UB, Frings S | The native rat olfactory cyclic nucleotide-gated channel is composed of three distinct subunits. JOURNAL OF NEUROSCIENCE 19 (13): 5332-5347 JUL 1 1999 | 67 |
| 8. | Kharkovets T, ..., Schweizer M, ..., Petit C, Jentsch TJ | KCNQ4, a K+ channel mutated in a form of dominant deafness, is expressed in the inner ear and the central auditory pathway. PROC NAT ACAD SCI USA 97 (8): 4333-4338 APR 11 2000 | 65 |
| 9. | Löwenheim H, Furness DN, Ki J, Zinn C, Gültig K, Fero ML, Frost D, Gummer AW, Roberts JM, Rubel EW, Hackney CM, Zenner HP | Gene disruption of p27(Kip1) allows cell proliferation in the postnatal and adult organ of Corti. PROC NAT ACAD SCI USA 96 (7): 4084-4088 MAR 30 1999 | 64 |
| 10. | Kobal G, Klimek L, Wolfensberger M, Gudziol H, Temmel A, Owen CM, Seeber H, Pauli E, Hummel T | Multicenter investigation of 1,036 subjects using a standardized method or the assessment of olfactory function combining tests of odor identification, odor discrimination, and olfactory thresholds. EUR. ARCHIVES OF OTO-RHINO-LARYNGOLOGY 257 (4): 205-211 APR 2000 | 62 |
| 11. | Strotmann J, Conzelmann S, Beck A, Feinstein P, Breer H, Mombaerts P | Local permutations in the glomerular array of the mouse olfactory bulb. JOURNAL OF NEUROSCIENCE, 20 (18): 6927-6938 SEP 15 2000 | 57 |
Die meistzitierten Reviews |
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| Rang | Autoren | Paper | Zitierungen |
| 1. | Lindemann B | Receptors and transduction in taste. NATURE 413 (6852): 219-225 SEP 13 2001 | 63 |
| 2. | Krieger J, Breer H | Olfactory reception in invertebrates. SCIENCE 286 (5440): 720-723 OCT 22 1999 | 41 |
Die meistzitierten Köpfe |
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| Rang | Name | Ort | Zitierungen | Artikel |
| 1 | Thomas J. Jentsch | Zentr. Mol. Neurobiol. Hamburg | 1375 | 23 |
| 2 | Andreas Gal ** | Humangenetik, Uniklinik Eppendorf | 780 | k.A. |
| 3 | Christian Kubisch | Humangenet. Uni Bonn | 515 | 9 |
| 4 | J. Peter Ruppersberg | Physiol. Uni Tübingen | 438 | 25 |
| 5 | Ulrich Müller * | Institut für Humangenetik, Gießen | 416 | 16 |
| 6 | U. Benjamin Kaupp | Forschungszentrum Jülich | 397 | 14 |
| 7 | Heinz Breer | Zoophysiol. Uni Hohenheim | 393 | 26 |
| 8 | Bernd Fakler | Physiol. Uni Freiburg (bis 2002 Tübingen) | 388 | 15 |
| 9 | Björn C. Schroeder | Zentr. Mol. Neurobiol. Uni Hamburg | 378 | 15 |
| 10 | Tobias Moser | HNO-Klinik Uni Göttingen | 287 | 8 |
| 11 | Thomas Friedrich | Zentr. Mol. Neurobiol. Uni Hamburg | 279 | 5 |
| 12 | Hans Peter Zenner | HNO-Klinik Uni Tübingen | 263 | 28 |
| 13 | Eberhard Stennert | HNO-Klinik Uni Köln | 254 | 40 |
| 14 | Gerd Kobal | Pharmakol. Uni Erlangen | 239 | 23 |
| 15 | Christo Pantev | Exp. Audiol. Uni Münster | 236 | 17 |
| 16 | Reinhard Zeidler | HNO-Klinik Großhadern Uni München | 224 | 10 |
| 17 | Karl Hörmann | HNO-Klinik Uni Mannheim | 220 | 43 |
| 18 | Olaf Michel | HNO-Klinik Uni Köln | 219 | 34 |
| 19 | Stephan Frings | Zoophysiol. Uni Heidelberg (bis 2002 Jülich) | 214 | 8 |
| 20 | Dominik Oliver | Physiol. Uni Tübingen | 195 | 8 |
| 21 | Thomas K. Hoffmann ** | HNO-Klinik Uni Düsseldorf | 192 | k.A. |
| 22 | Hans Hatt | Zellphysiol. Uni Bochum | 188 | 12 |
| 23 | Thomas Hummel | HNO-Klinik TU Dresden | 180 | 26 |
| 24 | Wolfgang Arnold | HNO-Klinik rechts d. Isar TU München | 180 | 35 |
| 25 | Anthony W. Gummer | HNO-Klinik Uni Tübingen | 179 | 10 |
| 26 | Alexander Hess | HNO-Klinik Uni Köln | 179 | 18 |
| 27 | Wolfgang Bergler | Kh. St. Josefs-Stift Bremen (b. 2002 Mannheim) | 179 | 26 |
| 28 | Ingrid Boekhoff | Zoophysiol. Uni Hohenheim | 175 | 8 |
| 29 | Jürgen Krieger | Zoophysiol. Uni Hohenheim | 174 | 10 |
| 30 | Heinrich H. Rudert | HNO-Klinik Uni Kiel | 173 | 19 |
| 31 | Wolf J. Mann | HNO-Klinik Uni Mainz | 165 | 39 |
| 32 | Jost Ludwig | Physiol. Uni Freiburg (bis 2002 Tübingen) | 164 | 8 |
| 33 | Jutta Engel | Physiol. Uni Tübingen | 160 | 3 |
| 34 | Jochen A. Werner | HNO-Klinik Uni Marburg | 157 | 25 |
| 35 | Frank Riedel | HNO-Klinik Uni Mannheim | 154 | 22 |
| 36 | Ludger Klimek | Wiesbaden (bis 2002 Mainz) | 150 | 17 |
| 37 | Gerhard Grevers | Klinikum Starnberg (bis 2002 München) | 134 | 20 |
| 38 | Stephan Niemann * | Institut für Humangenetik, Gießen | 132 | 5 |
| 39 | Verena Niederberger | HNO-Klinik AKH Uni Wien | 131 | 8 |
| 40 | Jörg Strotmann | Zoophysiol. Uni Hohenheim | 128 | 6 |
| 41 | Anneliese Schrott-Fischer | HNO-Klinik Uni Innsbruck | 125 | 11 |
| 42 | Ulrike Bockmühl | Klinikum Fulda (bis 2002 Charité HU Berlin) | 124 | 14 |
| 43 | Dirk Beutner | HNO-Klinik TU Dresden (bis 2002 Göttingen) | 121 | 3 |
| 44 | Thomas Lenarz | HNO-Klinik MH Hannover | 121 | 31 |
| 45 | Karl Götte | HNO-Klinik Uni Mannheim | 119 | 17 |
| Walter F. Thumfart | HNO-Klinik Uni Innsbruck | 119 | 17 | |
| 47 | Kurt Stephan | HNO-Klinik Uni Innsbruck | 117 | 5 |
| 48 | Sidonie Conzelmann | Zoophysiol. Uni Hohenheim | 109 | 5 |
| 49 | Christoph Alexiou | HNO-Klinik Uni Erlangen (bis 2002 München) | 109 | 7 |
| 50 | Marlies Knipper | Hörforschungszentrum Uni Tübingen | 107 | 7 |
| 51 | Christian Wetzel | Zellphysiol. Uni Bochum | 103 | 4 |
| 52 | Markus Wolfensberger | HNO-Klinik Uni Basel | 102 | 12 |
| 53 | Günter Gisselmann | Zellphysiol. Uni Bochum | 101 | 6 |
| 54 | Bernd Lindemann | Physiol. Uni Homburg | 101 | 8 |
Stichtag Datenbank: 28.07.2004 * Stichtag Datenbank: 28.09.2004 ** Stichtag Datenbank: 06.10.2004 |
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