
| Die meistzitierten Artikel | Die meistzitierten Reviews | Die meistzitierten Köpfe |
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Die "Hotspots" der Augenforschung konzentrieren sich auffällig im Süden des deutschen Sprachraums – sofern man nach Zitierungen geht. Holzauge, sei wachsam – wenn Du Dir diesen Zitationsvergleich anschaust. Denn zuerst gilt es – wie immer – zu klären, wen man überhaupt vergleichen will. Das Auge sollten die entsprechenden Forscher im Fokus ihrer Studien haben, ganz klar. Dazu gehören natürlich vor allem diejenigen, die ganz direkt Aufbau und Funktionsweise, wie auch Erkrankungen und Fehlfunktionen des Sehorgans untersuchen. Diejenigen also, die sich selbst Ophthalmologen – auf gut deutsch: "Augenheilkundler" – nennen und zumeist an Augenkliniken arbeiten. Problem Neurobiologen Genauso wenig außen vor lassen kann man aber gewisse Spezialisten aus Anatomie, Physiologie, Pharmakologie, Pathologie, die sich vor dem Hintergrund ihres Fachgebiets das Auge als Forschungsobjekt auserkoren haben. Forscher also wie der Wiener Leopold Schmetterer aus der Klinischen Pharmakologie der Uni Wien oder Sarah Coupland aus der Pathologie des Klinikums Benjamin Franklin in Berlin. Überdies ist auffällig, wieviele Humangenetiker sich hierzulande mit den molekularen Grundlagen erblicher Augenleiden beschäftigen. Von diesen wurden aber nur diejenigen berücksichtigt, die darin ihren eindeutigen Schwerpunkt hatten – also etwa der Würzburger Bernhard Weber (9.) oder der Hamburger Andreas Gal (6.). Andere Humangenetiker, die lediglich hin und wieder ein "Augen"-Paper herausbrachten, ließen wir draußen. So etwa die Münchner Thomas Meitinger und Alfons Meindl, die zwar in unserer Liste das am vierthäufigsten zitierte Paper der Jahre 1998-2000 über die angeborene unveränderliche Nachtblindheit (stationary night blindness) mitproduzierten, ansonsten aber andere Themen deutlich bevorzugen. Noch schwieriger war die Grenze zu ziehen bei den neurobiologisch orientierten Sehforschern, da von diesen einige das visuelle System als generelles Modell für Grundprinzipien der Gehirnfunktion nehmen. Leute also, die beispielsweise untersuchen welche Neuronen aktiv sind, wenn jemand eine Bewegung von rechts nach links sieht, oder den Mechanismen der Mustererkennung auf die Spur kommen wollen. Für unseren Zitationsvergleich akzeptierten wir schlussendlich nur diejenigen Neurobiologen, deren Projekte sich auf die Netzhaut beschränkten. Forscher also, deren Untersuchungsobjekt noch das Auge war, und nicht schon das Gehirn. Wobei natürlich klar ist, dass die Retina als Teil des Auges genau genommen eigentlich schon zum Gehirn gehört. Dennoch war das Motto: Hinter der Retina ist Schluss, danach ist es mehr Wahrnehmungsforschung als Sehforschung. Damit blieben dann gar nicht mehr viele Neurobiologen für die Top 50, den Spitzenplatz nahm aber dennoch einer der Ihren ein: Heinz Wässle vom Frankfurter MPI für Hirnforschung, der dort mit seiner Gruppe vor allem Aufbau und Funktion der Synapsenstruktur in der Netzhaut studiert. Dahinter folgen aber sogleich die Ordinarien der beiden sicherlich forschungsstärksten Augenkliniken in Deutschland: Eberhard Zrenner aus Tübingen auf Platz 2 sowie Gottfried Naumann auf Platz 3. Die Leistungsstärke der beiden Kliniken wird unter anderem auch dadurch dokumentiert, dass jeweils noch vier weitere "Tübinger" und "Erlanger" den Sprung unter die Top 50 schafften. Mithalten kann da allenfalls noch die Augenklinik der Universität Heidelberg: Sie brachte rund um ihren "Chef" Hans Völcker (15.) sogar insgesamt sechs Kollegen unter die meistzitierten Fünfzig. Dazu kommen noch ein Heidelberger Pathologe (Jürgen Kopitz, 37.), sowie drei Augenheilkundler von der Augenklinik am Klinikum Mannheim der Universität Heidelberg: die beiden ehemaligen Erlanger Jost B. Jonas (22.) und Wido Budde (43.) sowie Michael Knorz (47.). Deutsches Journal auch dabei Auch Lübeck ist mit vier Forschern recht gut vertreten unter den Top 50. Dies verdanken "Chef" Horst Laqua (5.) und Co. vor allem der Teilnahme an mehreren größer angelegten klinischen Studien zur sogenannten Photodynamischen Therapie der altersabhängigen Makula-Degeneration. Heraus sprangen etwa die beiden Veröffentlichungen auf den Plätzen 5 und 6 der meistziterten Artikel. Und auch an dem absoluten Top-Paper waren die Lübecker beteiligt. Dabei handelte es sich allerdings um eine Multi-Center-Studie der sogenannten "Treatment of age-related macular degeneration with photodynamic therapy (TAP) Study Group". Aus gutem Grund listete die Gruppe in der Autorenzeile des Papers keine Namen auf, weswegen wir – wie bereits bei anderen Multi-Center-Studien in anderen Disziplinen zuvor – die Zitierungen der Studie auch keinem der beteiligten Forscher zurechneten. Zu diesen gehörten übrigens auch Augenkliniker aus Wien. Interessant noch zum Schluss: In diesem Zitationsvergleich schaffte es erstmals ein Artikel aus einer deutschen Zeitschrift unter die Top Ten: Auf Platz neun rangiert ein Paper aus dem ehrwürdigen Graefe's archive for clinical and experimental ophthalmology. Diese 1854 gegründete Zeitschrift hieß bis 1982 noch Albrecht von Graefes Archiv fur klinische und experimentelle Ophthalmologie. Und auch wenn deren Impact Faktor "nur" etwa 1 beträgt, so finden sich darin neben dem erwähnten Artikel noch einige weitere, die erstaunlich häufig zitiert werden. Wie die Tabellen entstanden: Berücksichtigt wurden Papers mit Erscheinungsjahr zwischen 1998 und 2000 sowie mindestens einem Autor mit Adresse in Deutschland, Österreich oder der deutschsprachigen Schweiz. Zahlen für Zitate und Artikel lieferte die Datenbank "Web of Science" des Institute for Scientific Information (ISI) in Philadelphia. Stichtag war der 22. Juli 2003. Die "Köpfe" arbeiteten zumindest während eines Teils des Bewertungszeitraums an einem ophthalmologischen Institut, publizierten überwiegend in ophthalmologischen Journals oder arbeiteten vorrangig an eindeutig ophthalmologischen Projekten. Review-Artikel samt Zitierungen zählten nicht. Wichtig: Fehler, die bereits in den Datenbanken stecken, können wir nur selten erkennen. |
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Die meistzitierten Artikel |
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| Rang | Autoren | Paper | Zitierungen |
| 1. | Treatment of age-related macular degeneration with photodynamic therapy (TAP) Study Group (mit Forschern aus Lübeck und Wien) | Photodynamic therapy of subfoveal choroidal neovascularization in age-related macular degeneration with verteporfin - One-year results of 2 randomized clinical trials - TAP report 1. ARCH. OF OPHTHALMOL. 117 (10): 1329-1345 OCT 1999 | 214 |
| 2. | Seiler T, Koufala K, Richter | Iatrogenic keratectasia after laser in situ keratomileusis. JOURNAL OF REFRACTIVE SURGERY 14 (3): 312-317 MAY-JUN 1998 | 110 |
| 3. | Cremers FPM, ... , Rohrschneider K, Blankenagel A, ... , Hoyng CB | Autosomal recessive retinitis pigmentosa and cone-rod dystrophy caused by splice site mutations in the Stargardts disease gene ABCR. HUMAN MOLECULAR GENETICS 7 (3): 355-362 MAR 1998 | 108 |
| 4. | Strom TM, Nyakatura G, Apfelstedt-Sylla E, Hellebrand H, Lorenz B, Weber BHF, Wutz K, Gutwillinger N, Rüther K, Drescher B, Sauer C, Zrenner E, Meitinger T, Rosenthal A, Meindl A | An L-type calcium-channel gene mutated in incomplete X-linked congenital stationary night blindness. NATURE GENETICS 19 (3): 260-263 JUL 1998 | 107 |
| 5. | Schmidt-Erfurth U, ..., Laqua H, Barbazetto I, ..., Birngruber R, ..., Bressler NM | Photodynamic therapy with verteporfin for choroidal neovascularization caused by age-related macular degeneration - Results of retreatments in a phase 1 and 2 study. ARCHIVES OF OPHTHALMOLOGY 117 (9): 1177-1187 SEP 1999 | 91 |
| 6. | Miller JW, Schmidt-Erfurth U, ..., Laqua H, Barbazetto I, ..., Birngruber R, ..., Gragoudas ES | Photodynamic therapy with verteporfin for choroidal neovascularization caused by age-related macular degeneration - Results of a single treatment in a phase 1 and 2 study. ARCHIVES OF OPHTHALMOLOGY 117 (9): 1161-1173 SEP 1999 | 79 |
| 7. | Schwahn U, Lenzner S, Dong J, Feil S, Hinzmann B, ..., Kirschner R, Hemberger M, ..., Fundele R, Rosenthal A, ..., Ropers HH, Berger W | Positional cloning of the gene for X-linked retinitis pigmentosa 2. NATURE GENETICS 19 (4): 327-332 AUG 1998 | 73 |
| 8. | Knorz MC, Wiesinger B, Liermann A, Seiberth V, Liesenhoff H | Laser in situ keratomileusis for moderate and high myopia and myopic astigmatism. OPHTHALMOLOGY 105 (5): 932-940 MAY 1998 | 65 |
| 9. | Eckardt C, Eckardt U, Conrad HG | Macular rotation with and without counter-rotation of the globe in patients with age-related macular degeneration. GRAEFES ARCHIVE FOR CLINICAL AND EXPERIMENTAL OPHTHALMOLOGY 237 (4): 313-325 APR 1999 | 64 |
| 10. | Seiler T, Quurke AW | Iatrogenic keratectasia after LASIK in a case of forme fruste keratoconus. J. OF CATARACT AND REFRACTIVE SURGERY 24 (7): 1007-1009 JUL 1998 | 63 |
Der meistzitierte Review |
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| Rang | Autoren | Paper | Zitierungen |
| 1. | Brandstatter JH, Koulen P, Wassle H | Diversity of glutamate receptors in the mammalian retina.VISION RESEARCH 38 (10): 1385-1397 MAY 1998 | 74 |
| 2. | Flammer J, Orgul S | Optic nerve blood-flow abnormalities in glaucoma.PROGRESS IN RETINAL AND EYE RESEARCH 17 (2): 267-289 APR 1998 | 58 |
Die meistzitierten Köpfe |
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| Rang | Name | Ort | Zitierungen | Artikel |
| 1. | Heinz Wässle | MPI f. Hirnforschung Frankfurt | 604 | 21 |
| 2. | Eberhard Zrenner | Augenklinik Uni Tübingen | 557 | 48 |
| 3. | Gottfried O.H. Naumann | Augenklinik Uni Erlangen | 484 | 50 |
| 4. | Berthold Seitz | Augenklinik Uni Erlangen | 452 | 49 |
| 5. | Horst Laqua | Augenklinik MU Lübeck | 433 | 36 |
| 6. | Andreas Gal | Humangenet. Uni Hamburg | 426 | 25 |
| 7. | Reginald Birngruber | Med. Laserzentrum MU Lübeck | 423 | 27 |
| 8. | Achim Langenbucher | Augenklinik Uni Erlangen | 417 | 39 |
| 9. | Bernhard H.F. Weber | Humangenet. Uni Würzburg | 405 | 30 |
| 10. | Johann H. Brandstätter | MPI Hirnforsch. Frankfurt | 404 | 10 |
| 11. | Eckart Apfelstedt-Sylla | Augenklinik Uni Tübingen | 385 | 12 |
| 12. | Klaus Rohrschneider | Augenklinik Uni Heidelberg | 356 | 23 |
| 13. | Theo Seiler | Augenklinik Uni Zürich (b. 99 Dresden) | 352 | 23 |
| 14. | Murat M. Kus | Augenklinik Uni Erlangen | 350 | 29 |
| 15. | Hans E. Völcker | Augenklinik Uni Heidelberg | 344 | 34 |
| 16. | Michael Küchle | Augenklinik Uni Erlangen | 334 | 44 |
| 17. | Andreas Reichenbach | Neurophysiol. Uni Leipzig | 316 | 34 |
| Oliver Findl | Augenklinik Uni Wien | 316 | 35 | |
| 19. | Ursula Schmidt-Erfurth | Augenklinik MU Lübeck | 309 | 15 |
| 20. | Klaus Rüther | Augenklink Campus Virchow HU Berlin | 296 | 14 |
| 21. | Mathias W. Seeliger | Augenklinik Uni Tübingen | 283 | 12 |
| 22. | Jost B. Jonas | Augenklinik Mannheim Uni Heidelberg | 276 | 50 |
| 23. | Lindsay T. Sharpe | Augenklinik Uni Tübingen | 257 | 22 |
| 24. | Josef Flammer | Augenklinik Uni Basel | 249 | 44 |
| 25. | Klaus Heimann | Augenklinik Uni Köln (gest. 1999) | 246 | 47 |
| 26. | Irene Barbazetto | Augenklinik MU Lübeck | 240 | 8 |
| 27. | Leopold Schmetterer | Ophthalmopharmakol. Uni Wien | 238 | 32 |
| 28. | Birgit Lorenz | Augenklinik Uni Regensburg | 234 | 14 |
| 29. | Bernd Wissinger | Augenklinik Uni Tübingen | 232 | 14 |
| 30. | Anita Blankenagel | Augenklinik Uni Heidelberg | 228 | 12 |
| 31. | Friedrich E. Kruse | Augenklinik Uni Heidelberg | 225 | 19 |
| 32. | Martin B. Reichel | Augenklinik Uni Leipzig (bis 98 London) | 218 | 11 |
| 33. | Wolfgang Berger | MPI f. Mol. Genet. Berlin | 207 | 9 |
| Rupert Menapace | Augenklinik Uni Wien | 207 | 25 | |
| 35. | Norbert Bornfeld | Ophthal. Uni Essen (bis 2000 Berlin) | 192 | 27 |
| 36. | Frank G. Holz | Augenklinik Uni Heidelberg | 191 | 15 |
| 37. | Jürgen Kopitz | Pathol. Uni Heidelberg | 189 | 7 |
| 38. | Günther Krieglstein | Augenklinik Uni Köln | 188 | 43 |
| 39. | Christoph Hitzenberger | Med. Physik TU Wien | 184 | 15 |
| Ulrich Kellner | Augenklinik Ben. Franklin FU Berlin | 184 | 20 | |
| 41. | Jack Favor | Säugetiergenet. GSF Neuherberg | 177 | 18 |
| 42. | Anselm Kampik | Augenklinik Uni München | 173 | 31 |
| 43. | Wido M. Budde | Augenklinik Mannheim Uni Heidelberg | 171 | 35 |
| 44. | Charlotte Reme | Ophthal. Universitätshosp. Zürich | 170 | 13 |
| Adolf F. Fercher | Med. Phys. TU Wien | 170 | 14 | |
| 46. | W. Rowland Taylor | MPI f. Hirnforsch. Frankfurt (seit 200 Canberra) | 169 | 6 |
| 47. | Michael C. Knorz | Augenklinik Mannheim Uni Heidelberg | 164 | 10 |
| 48. | Florian Schütt | Augenklinik Uni Heidelberg | 163 | 7 |
| 49. | Ulrich Schraermeyer | Augenklinik Uni Köln | 162 | 22 |
| 50. | Sarah E. Coupland | Pathol. Klinikum Ben. Franklin FU Berlin | 159 | 14 |