
| Die meistzitierten Artikel | Die meistzitierten Reviews | Die meistzitierten Köpfe |
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Die wenigsten Humangenetiker forschen ausschließlich am menschlichen Erbmaterial. Nun gut, Maus oder Zebrafisch leuchten als Modellobjekte für die Funktionelle Genomik ja noch ein. Doch so mancher zeichnet bisweilen auch Artikel über Fliegen, Algen oder Seeigel. Wie definiert man eigentlich Humangenetik? Spicken wir doch mal in einem der leading journals dieser Disziplin, dem American Journal of Human Genetics (AJHG). Da heißt es unter Beschreibung der Zeitschrift: ... Forschung und Überblicksartikel, die sich auf die Vererbung beim Menschen beziehen, als auch auf die Anwendung genetischer Prinzipien in Medizin, Psychologie, Anthropologie und sozialen Diensten, sowie in verwandten Feldern der Molekular- und Zellbiologie. Themen, die das AJHG untersucht, schließen daher ein: Verhaltensgenetik, klinische Genetik, Zytogenetik, Dysmorphologie, genetische Beratung, Immungenetik, Populatonsgenetik und Epidemiologie. Für unseren Vergleich haben wir jedoch noch ein Feld dazu genommen: Evolution des Menschen. Das erklärt, weshalb sich auch drei Forscher der Abteilung Evolutionsgenetik am Leipziger MPI für evolutionäre Anthropologie in der Liste platziert haben: Direktor Svante Pääbo auf Platz 14; Mark Stoneking, seit 1999 Leiter der Gruppe Molekulare Anthropologie auf Platz 17; sowie der Leiter der Gruppe Theoretische Biologie, Arnd von Haeseler, auf Platz 47. Ansonsten dürften sich die restlichen Köpfe ausnahmslos irgendwo in der AJHG-Definition wiederfinden. Wenn auch nicht alle nur über den Menschen arbeiten. Zum Beispiel Hans Lehrach, Direktor am Berliner MPI für Molekulare Genetik, dessen Publikationen der Jahre 1997 bis 1999 die meisten Zitierungen unter allen Humangenetikern des deutschen Sprachraums auf sich zogen: Vertebrate Genomics nennt sich seine Abteilung - und das sagt schon alles: Neben seinen Beiträgen zum deutschen und zum internationalen Humangenomprojekt, sowie zu Krankheiten wie etwa Morbus Huntington oder Herzerkrankungen, interessiert er sich auch für allgemeine Entwicklungsvorgänge und Evolution. Wozu er beispielsweise auch Projekte laufen hat über den Seeigel, Fische wie Amphioxus und Zebrafisch oder auch Maus und Ratte. Ähnliches trifft zu auf den Drittplatzierten, Jörg T. Epplen, Leiter der Abteilung Molekulare Humangenetik an der Uni Bochum. Ein knappes Drittel seiner Zitierungen zog dieser mit einer einzigen Veröffentlichung über Morbus Parkinson – die am zweithäufigsten zitierte humangenetische Veröffentlichung aus dem deutschen Sprachraum der Jahre 1997-99 überhaupt. Indes schlägt auch Epplens Herz nicht nur für humane DNA-Sequenzen und Krankheiten. Vielmehr widmet er auch der Genetik sozialer Systeme bei Tieren einen gehörigen Teil seiner Forscherleidenschaft und stellt überdies sein genetisches Know-how zum Beispiel auch Algen-, Fisch- und Fliegenforschern zur Verfügung. Krankheitsgene als Renner Der Zweitplatzierte, Peter Lichter, bleibt da schon strenger beim Menschen. Lediglich auf das kleine Menschmodell der funktionellen Genomik, die Maus, greift der Leiter des Forschungsschwerpunkts Genomforschung und Bioinformatik am DKFZ Heidelberg bisweilen zurück. Andere indes tun das ausschließlich. Nur ein Beispiel: Martin Hrabe de Angelis auf Platz 42, der als Leiter des Instituts für Experimentelle Genetik am GSF in Neuherberg vor allem Mausmodelle für menschliche Krankheiten zu etablieren versucht. Funktionelle Mausgenomik mit humanmedizinischer Stoßrichtung also, weswegen er nicht zuletzt seit 1999 im wissenschaftlichen Koordinierungskomitee des deutschen Humangenomprojekts sitzt. Die Liste der meistzitierten Publikationen aus dem deutschen Sprachraum ist da viel eindimensionaler. Bis auf eine immungenetische Publikation auf Platz acht behandeln die übrigen neun allesamt genetische Ursachen humaner Krankheiten. Der Renner ist dabei vor allem Morbus Huntington, worum sich insbesondere die Leute um Erich Wanker und Eberhard Scherzinger in Hans Lehrachs Abteilung am Berliner MPI für Molekulare Genetik verdient gemacht haben. Deren beide Cell-Artikel aus dem Jahre 1997, back to back veröffentlicht mit einer Londoner Gruppe, landeten auf den Plätzen eins und vier der meistzitierten Papers 1997-99. Dazu kommt der schon erwähnte Bochumer Artikel über Parkinson auf Zwei, sowie auf den Plätzen drei und fünf zwei ebenfalls back to back in Cell veröffentlichten Paper über die sogenannte craniometaphysäre Dysplasie, eine Skelettdysplasie, die zu Fehlbildungen der Extremitäten führt. Zwei Paper, die Stefan Mundlos (9.), der damals noch an der Mainzer Kinderklinik arbeitete, sicherlich nicht schadeten bei seiner Berufung an die Berliner Humboldt-Universität plus Arbeitsgruppe am MPI für Molekulare Genetik. Ebenfalls zweimal vertreten sind Artikel zur Tangier-Krankheit, einer Lipidspeicherkrankheit, die zur Anreicherung von Cholesterin und seinen Estern in vielen Organen führt. Das eine, aus der Klinischen Chemie der Uni Regensburg, auf Platz 5 - das andere, aus dem Institut für Arterioskleroseforschung an der Uni Münster, auf Platz sieben. Und wiederum erschienen sie back to back, diesmal in Nature Genetics 1999. Weniger eindimensional als in den meisten anderen Life Science-Disziplinen ist dagegen die Zusammensetzung der Köpfe-Liste nach den beiden Geschlechtern. Immerhin neun Humangenetikerinnen schafften den Sprung unter die Top 50. Deren beste, Evelin Schröck auf Platz 10, kam übrigens 1999 als eine der ersten Siegerinnen des BMBF-Wettbewerbs BioFuture vom amerikanischen NIH zurück nach Deutschland an das Institut für Molekulare Biotechnologie (IMB Jena). Die Humangenetik, eine Forscherinnen-freundliche Disziplin? Wie die Tabellen entstanden Berücksichtigt wurden Papers mit Erscheinungsjahr 1997 bis 1999. Zahlen für Zitate und Artikel lieferte die Datenbank Web of Science des Institute for Scientific Information (ISI) in Philadelphia. Stichtag war der 21. November 2001. Die Köpfe arbeiten entweder an einem humangenetischen Institut, publizieren überwiegend in humangenetischen Journals oder arbeiten an eindeutig humangenetischen Projekten. Review-Artikel sowie deren Zitierungen wurden nicht berücksichtigt. Für die Artikel-Wertung (links) mussten mindestens zwei Autoren aus einem deutschen oder Schweizer Institut stammen; bei nur einem entsprechenden Autor zählte das Paper nur, wenn dieser Erst- oder Letztautor der Publikation ist. Wichtig: Die Daten-banken sind nicht perfekt. Fehler, die hieraus ent-stehen, können wir in der Regel nicht erkennen. |
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Die meistzitierten Artikel |
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| Rang | Autoren | Paper | Zitierungen |
| 1. | Davies SW, Turmaine M, Cozens BA, DiFiglia M, Sharp AH, Ross CA, Scherzinger E, Wanker EE, Mangiarini L, Bates GP | Formation of neuronal intranuclear inclusions underlies the neurological dysfunction in mice transgenic for the HD mutation. CELL 90: (3) 537-548 AUG 8 1997 | 412 |
| 2. | Krüger R, Kuhn W, Muller T, Woitalla D, Graeber M, Kosel S, Przuntek H, Epplen JT, Schols L, Rieß O | Ala30Pro mutation in the gene encoding alpha-synuclein in Parkinsons disease. NATURE GENETICS 18: (2) 106-108 FEB 1998 | 316 |
| 3. | Otto F, Thornell AP, Crompton T, Denzel A, Gilmour KC, Rosewell IR, Stamp GWH, Beddington RSP, Mundlos S, Olsen BR, Selby PB, Owen MJ | Cbfa1, a candidate gene for cleidocranial dysplasia syndrome, is essential for osteoblast differentiation and bone development. CELL 89: (5) 765-771 MAY 30 1997 | 290 |
| 4. | Scherzinger E, Lurz R, Turmaine M, Mangiarini L, Hollenbach B, Hasenbank R, Bates GP, Davies SW, Lehrach H, Wanker EE | Huntingtin-encoded polyglutamine expansions form amyloid-like protein aggregates in vitro and in vivo. CELL 90: (3) 549-558 AUG 8 1997 | 239 |
| 5. | Bodzioch M, Orso E, Klucken T, Langmann T, Bottcher L, Diederich W, Drobnik W, Barlage S, Buchler C, Porsch-Ozcurumez M, Kaminski WE, Hahmann HW, Oette K, Rothe G, Aslanidis C, Lackner KJ, Schmitz G | The gene encoding ATP-binding cassette transporter 1 is mutated in Tangier disease. NATURE GENETICS 22: (4) 347-351 AUG 1999 | 211 |
| 6. | Mundlos S, Otto F, Mundlos C, Mulliken JB, Aylsworth AS, Albright S, Lindhout D, Cole WG, Henn W, Knoll JHM, Owen MJ, Mertelsmann R, Zabel BU, Olsen BR | Mutations involving the transcription factor CBFA1 cause cleidocranial dysplasia. CELL 89: (5) 773-779 MAY 30 1997 | 211 |
| 7. | Rust S, Rosier M, Funke H, Real J, Amoura Z, Piette JC, Deleuze JF, Brewer HB, Duverger N, Denefle P, Assmann G | Tangier disease is caused by mutations in the gene encoding ATP-binding cassette transporter 1. NATURE GENETICS 22: (4) 352-355 AUG 1999 | 207 |
| 8. | Borrego F, Ulbrecht M, Weiss EH, Coligan JE, Brooks AG | Recognition of human histocompatibility leukocyte antigen (HLA)-E complexed with HLA class I signal sequence-derived peptides by CD94/NKG2 confers protection from natural killer cell-mediated lysis. JOURNAL OF EXPERIMENTAL MEDICINE 187: (5) 813-818 MAR 2 1998 | 181 |
| 9. | Biervert C, Schroeder BC, Kubisch C, Berkovic SF, Propping P, Jentsch TJ, Steinlein OK | A potassium channel mutation in neonatal human epilepsy. SCIENCE 279: (5349) 403-406 JAN 16 1998 | 179 |
| 9. | Krude H, Biebermann H, Luck W, Horn R, Brabant G, Gruters A | Severe early-onset obesity, adrenal insufficiency and red hair pigmentation caused by POMC mutations in humans. NATURE GENETICS 19: (2) 155-157 JUN 1998 | 179 |
Die meistzitierten Reviews |
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| Rang | Autoren | Paper | Zitierungen |
| 1. | Nicholls RD, Saitoh S, Horsthemke B | Imprinting in Prader-Willi and Angelman syndromes TRENDS IN GENETICS 14: (5) 194-200 MAY 1998 | 120 |
| 2. | Guttenbach M, Engel W, Schmid M | Analysis of structural and numerical chromosome abnormalities in sperm of normal men and carriers of constitutional chromosome aberrations. A review HUMAN GENETICS 100: (1) 1-21 JUL 1997 | 41 |
Die meistzitierten Köpfe |
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| Rang | Name | Ort | Zitierungen | Artikel |
| 1. | Hans Lehrach | MPI Mol. Genet. Berlin | 1240 | 72 |
| 2. | Peter Lichter | DKFZ Heidelberg | 1091 | 58 |
| 3. | Jörg T. Epplen | Hum. Mol. Genet. Uni Bochum | 984 | 51 |
| 4. | Eberhard Scherzinger | MPI Mol. Genet. Berlin | 963 | 10 |
| 5. | Erich Wanker | MPI Mol. Genet. Berlin | 963 | 15 |
| 6. | André Rosenthal | Genomanal. IMB Jena / Metagen AG Berlin | 927 | 22 |
| 7. | Peter Propping | Humangenet. Uni Bonn | 834 | 39 |
| 8. | Olaf Rieß | Med. Gen. Uni Tübingen (bis 2000 Rostock, bis 1998 Bochum) | 756 | 31 |
| 9. | Stefan Mundlos | MPI Mol. Gen. Berlin (bis 2000 Uni Mainz) | 726 | 10 |
| 10. | Evelin Schröck | IMB Jena/HU Berlin (bis 1999 NIH USA) | 719 | 26 |
| 11. | Bernhard Horsthemke | Humangenet. Uni Essen | 702 | 35 |
| 12. | André Reis | Humangenet.HU Berlin/MDC (seit 2000 Uni Erlangen) | 676 | 28 |
| 13. | Annemarie Poustka | DKFZ Heidelberg | 640 | 40 |
| 14. | Svante Pääbo | MPI evol. Anthropol. Leipzig | 571 | 22 |
| 15. | Markus M. Nöthen | Humangen. Uni Bonn (seit 2000 Uni Antwerpen) | 571 | 35 |
| 16. | Christian Kubisch | Humangen. Uni Bonn (bis 1999 ZMNH Hamburg) | 531 | 10 |
| 17. | Mark Stoneking | MPI evol. Anthropol. Leipzig (seit 1999) | 527 | 19 |
| 18. | Stefan Stilgenbauer | DKFZ Heidelberg | 518 | 15 |
| 19. | Thomas Cremer | Anthropol. & Humangenet. LMU München | 517 | 21 |
| 20. | Brigitte Schlegelberger | Humangen. Uni Kiel (s. 2001 MH Hannover) | 511 | 29 |
| 21. | Ortrud K. Steinlein | Humangenet. Uni Bonn | 503 | 13 |
| 22. | Thomas Meitinger | Humangenet. GSF & TU München (seit 1999) | 503 | 21 |
| 23. | Albert Schinzel | Med. Genet. Uni Zürich | 499 | 37 |
| 24. | Bernhard Zabel | Kinderklinik Uni Mainz | 493 | 26 |
| 25. | Kathrin Saar | Mikrosatellitenzentrum MDC Berlin | 445 | 11 |
| 26. | Harald Funke | Klin. Chem. & Lab. Med. Uni Münster | 443 | 15 |
| 27. | Gerd Utermann | Med. Biol. & Humangenet. Uni Innsbruck | 433 | 34 |
| 28. | Oskar A. Haas | Zytogenet. Diagnostik St. Anna-Spital Wien | 432 | 33 |
| 29. | Hans Hilger Ropers | MPI Mol. Genet. Berlin | 427 | 32 |
| 30. | Gudrun A. Rappold | Humangenet. Uni Heidelberg | 419 | 25 |
| 31. | Wolfgang Engel | Humangenet. Uni Göttingen | 402 | 25 |
| 32. | Claus R. Bartram | Humangenet. Uni Heidelberg | 400 | 23 |
| 33. | Rejko Krüger | Hum. Mol. Genet. Uni Bochum | 399 | 8 |
| 34. | Elisabeth Weiß | Anthropol. & Humangenet. LMU München | 390 | 19 |
| 35. | Bernhard H.F. Weber | Humangenet. Uni Würzburg | 375 | 33 |
| 36. | Klaus Zerres | Humangenet. TH Aachen (bis 98 Uni Bonn) | 357 | 29 |
| 37. | Matthias Ulbrecht | Anthropol. & Humangenet. LMU München | 348 | 14 |
| 38. | Bertram Müller-Myhsok | Mol. Gen. Bernh. Nocht-Inst. Hamburg | 339 | 20 |
| 39. | Johannes Wienberg | Humangen. LMU München / Frederick,USA | 329 | 27 |
| 40. | Alfons Meindl | Med. Gen. Kinderklinik LMU München | 328 | 14 |
| 41. | Matthias Platzer | Genomanal. IMB Jena | 318 | 11 |
| 42. | Martin Hrabe de Angelis | Säugetiergenet. GSF Neuherberg | 317 | 7 |
| 43. | Brunhilde Wirth | Humangenet. Uni Bonn | 316 | 13 |
| 44. | Stefan Rust | Klin. Chem. & Lab. Med. Uni Münster | 308 | 3 |
| 45. | Tim M. Strom | Med. Gen. Kinderklinik LMU München | 300 | 11 |
| 46. | Friedhelm Hildebrandt | Kinderklinik Uni Freiburg | 300 | 18 |
| 47. | Arnd von Haeseler | MPI evol. Anthropol. Leipzig | 299 | 13 |
| 48. | Martin Digweed | Humangenet.HU Berlin | 298 | 8 |
| 49. | Cornelia Epplen | Hum. Mol. Genet. Uni Bochum | 291 | 15 |
| 50. | Stefan Wiemann | DKFZ Heidelberg | 288 | 12 |