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Tischkarussells
Produktübersicht: Tischzentrifugen

Zentrifugen gehören zum Labor wie das Karussell zum Jahrmarkt. Insbesondere Tischzentrifugen sind bei Molekularbiologen und Biochemikern im Dauereinsatz.

In biologischen Laboren stehen meist Vielzweck- und Mikrozentrifugen auf den Arbeitstischen, in klinischen finden sich zusätzlich langsamlaufende Tischzentrifugen, mit denen Mediziner Blutzellen waschen oder Blut- und Urinproben aufbereiten. Selbst Ultrazentrifugen (UZ) kann man inzwischen auf der Bench unterbringen. Wer keine Lust mehr hat, für jeden UZ-Lauf in den Zentrifugenkeller zu latschen und bleischwere Rotoren in eine Stand-UZ zu wuchten, sollte sich eine Tisch-Ultrazentrifuge zulegen, die bis zu 150.000 Umdrehungen in der Minute schafft.


Jedem Gefäß sein Rotor

Tisch-UZs zählen eher zu den Exoten auf den Laborbänken. Für den Laboralltag sind Vielzweck-Tischzentrifugen weit besser geeignet. Diese Alleskönner lassen sich mit unterschiedlichen Rotoren bestücken, die die Proben mit relativen Zentrifugalkräften (RZB) bis etwa 25.000 x g im Kreis herum schleudern. Bei den Rotoren kann man aus dem Vollen schöpfen, teilweise stehen bis zu einem Dutzend Festwinkel-, Ausschwing- oder Trommel-Rotoren zur Auswahl. Erstere sind meist für die Aufnahme von Zentrifugen-Röhrchen, Eppendorf-Tubes und PCR-Streifen vorgesehen, während man in die Halterungen von Ausschwing-Rotoren fast jedes erdenkliche Probengefäß einhängen kann, vom 10 Milliliter Röhrchen, über Mikrotiter-, Deepwell- und Kulturplatten bis hin zum 750 Milliliter-Kübel.

Festwinkel-Rotoren von Tischzentrifugen aus Aluminium sind zwar deutlich leichter als ihre größeren Pendants in Standzentrifugen, bringen aber durchaus bis zu sieben Kilogramm auf die Waage. Wer dieses Gewicht regelmäßig aus der Tischzentrifuge heraus und hinein hieven muss, ist dankbar für eine leichtere Alternative. Die gibt es tatsächlich, besteht aus Kohlefasern und wiegt nur etwa die Hälfte eines entsprechenden Aluminium-Rotors. Kohlefaser-Rotoren haben neben dem geringen Gewicht noch weitere Vorteile: Das Material ist korrosionsbeständig, neigt nicht zur Ermüdung wie Aluminium und ist äußerst dauerhaft und bruchsicher. So ist nach Angaben der Firma Fiberlite, die 1993 die ersten Kohlefaser-Rotoren vorstellte, noch kein einziger ihrer bisher hergestellten Rotoren ausgefallen.


Klein und schnell

Noch kompakter und handlicher als Vielzweck-Tischzentrifugen sind Mikrozentrifugen, die meist nicht mehr Platz auf der Bench brauchen als ein DINA4-Blatt und mit knapp 5 bis etwa 15 Kilogramm Gewicht kaum mehr wiegen als die Aluminium-Rotoren von Standzentrifugen.

Mikrozentrifugen sind meist auf die Bedürfnisse von Molekularbiologen ausgerichtet, die zum Beispiel DNA- oder RNA-Fällungen möglichst schnell und unkompliziert zentrifugieren wollen, ohne dabei ein Höllenspektakel zu veranstalten, bei dem sie ihr eigenes Wort im Labor nicht mehr verstehen.

Die Zeiten wild aufheulender Mikrozentrifugen sind aber zum Glück vorbei.Die Rotoren moderner Mikrozentrifugen drehen sich selbst ohne aufgesetzten Rotordeckel erstaunlich leise – der Geräuschpegel liegt in der Regel unter 60 dB – und beschleunigen die Proben auf bis zu 30.000 x g. Sie sind in den meisten Fällen für Eppendorf-Tubes und PCR-Streifen ausgelegt, in einige Modelle kann man jedoch auch Ausschwing-Rotoren montieren, die Mikrotiter- oder PCR-Platten aufnehmen können.


(Erstveröffentlichung: H. Zähringer, Laborjournal 6/2009, Stand: Mai 2009, alle Angaben ohne Gewähr)


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Letzte Änderungen: 13.06.2009


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