
Buchbesprechungvon Ralph Schill |
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![]() Ulrich Kutschera Evolutionsbiologie Gebundene Ausgabe: 303 Seiten Verlag: Utb; Auflage: 2., aktualis. u. erw. Aufl. (März 2006) Sprache: Deutsch ISBN: 3825283186 Preis: 39,90 € Buch online bestellen |
Es ist in einem tiefen Blau gehalten, ein Blau wie in den großen Tiefen unserer Ozeane, in der vor langer Zeit der Funke übersprang und in der sich Schritt für Schritt aus einer "Ursuppe" ein Paradies an Leben entwickelte. Die Rede ist von der 2. Auflage von Ulrich Kutscheras Buch Evolutionsbiologie. In zwölf Kapiteln, 198 Abbildungen und 18 Tabellen gibt der Autor eine ansprechende und ausführliche Zusammenfassung über das, was schon Jahrhunderte vor ihm die großen Naturforscher wie Jean-Baptiste de Lamarck, Alfred Russel Wallace, Charles Darwin und Ernst Haeckel intensiv beschäftigte - die Evolution. Wobei der Begriff selbst, von dem englischen Schriftsteller Herbert Spencer im Jahr 1852 als Bezeichnung für "biologische Höherentwicklung" eingeführt und erst später von Darwin übernommen wurde. Überhaupt ließ sich der Engländer sehr viel Zeit, gut 20 Jahre, seine gesammelten Beobachtungen zusammenzustellen. Und hätte nicht der Naturforscher, Jäger und Sammler Wallace, aus dem indonesischen Inselarchipel dem schon damals angesehenen Darwin ein Manuskript geschickt, in dem dieser seine eigene Theorie wieder fand, hätte es wohl mit der ersten Veröffentlichung des Werks, das heute unter dem gekürzten Titel "The Origin of Species" bekannt ist, noch länger gedauert. Äußerst lebendige Darstellung der Evolution Wie dem auch sei, Kutschera gelingt es, in seinem Buch die Entdeckungsgeschichte des Abstammungsprinzips, klassische Evolutionsbeweise, die synthetische Theorie der biologischen Evolution, die Paläobiologie, wie auch die chemische Evolution und den Ursprung der Zelle äußerst lebendig mit vielen Beispielen dazustellen. Eine Bereicherung im Vergleich zur 1. Auflage ist das erweiterte Kapitel über die molekulare Phylogenetik und Evolution, in dem allgemeine Grundlagen, Stammbaumrekonstruktionen und molekulare Uhren behandelt werden. Was das Buch aber zu etwas Besonderem macht, und das nicht nur für Studenten der Biologie, sondern auch für Schüler, Lehrer, Journalisten, Mediziner, Theologen und alle, die sich für die Anfänge und die Entwicklung des Leben interessieren, sind die drei letzten Kapitel. Hier geht es um Evolution contra Krea-tion, um Einwände gegen die Evolutionstheorie, um christlichen Glauben und die Ethik. Schon am Vorwort Kutscheras ist erkennbar, dass ihm diese Themen wichtig sind und das zurecht. Immer erfolgreicher wird von christlich-konservativen Interessengruppen versucht - nicht nur in Amerika, sondern auch in Europa - naturwissenschaftliche Erkenntnisse durch die so genannte "Intelligent-Design (ID)-Theorie" zu ersetzen. Selbst in Deutschland können sich die Kreationisten auf eine breite Basis stützen, die mit antievolutionistischen Beiträgen die naturwissenschaftliche Evolutionstheorie ablehnt. Dieses Buch ist ein Muss für alle, die sich für das Leben und die Biologie interessieren und zudem ein Vergnügen zum Lesen. |