Protokolle nach Hausmacher-Art (1)

Saubere Plasmid-Midipräps ganz ohne Kits und Phenol

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(2. November 2012) Was Liftfahren dem Treppensteigen voraus hat, ist klar: es f¸hrt schneller ans Ziel und erfordert weniger Anstrengung. Gleiches sollten kommerzielle Kits im Vergleich mit hausgemachten Protokollen leisten. Im Labor ist allerdings der Weg ¸ber die Treppe dennoch ˆfter der effektivere  und billiger ist er in aller Regel sowieso.

Nach diesem Motto stellt die Mikrobiologin Vicki Doronina von der Universit‰t Manchester auf BitesizeBio ein Protokoll f¸r hausgemachte Plasmid-Midipr‰ps vor, welches hˆhere Ausbeuten an Plasmid-DNA liefert als jeder ihr bekannte kommerzielle Midipr‰p-Kit  und das meist auch noch schneller. Und so gehts:

1) 50 ml selektives Medium mit Bakterien animpfen. Wachsen lassen.

2) Bakterien zentrifugieren, ‹berstand abkippen. Bakterien-Pellet in 2 ml TEG-Puffer (100 mM Tris-HCl pH 8,0; 2 mM EDTA, 20% Glucose) aufnehmen.

3) 4 ml Lyse-Puffer (0,2 M NaOH; 1% w/v SDS) zugeben, Mischen durch Inversion.

4) 2,5 ml 3 M Natriumacetat pH 5,3 zugeben, Mischen durch Inversion.

5) F¸r 15 min. bei Hˆchstgeschwindigkeit (in der Regel rund 4.000 rpm) herunter zentrifugieren. Wenn nach der ersten Zentrifugation noch Eiklar-‰hnliche Substanzen im Rˆhrchen schwimmen und das Entfernen des ‹berstands stˆren, den Lauf nochmals wiederholen.

6) Den ‹berstand in ein frisches Falcon-Rˆhrchen ¸berf¸hren, sofort ein gleiches Volumen Isopropanol zuf¸gen, mischen, und wiederum 15 min. lang abzentrifugieren

7) ‹berstand verwerfen, das weifle Pellet mit 70% Ethanol waschen und an der Luft f¸r 15 min. trocken lassen.

8) Das Pellet enth‰lt nun jede Menge RNA. Dieses daher in 0,5 ml TE-Puffer (10 mM Tris-HCl pH 7,4; 1 mM EDTA pH 8,0), dem 5 µl RNAse A (10mg/ml) hinzugef¸gt wurden, aufnehmen und f¸r 30 min. bei 37 ∞C inkubieren.

9) Die Lˆsung in ein frisches Eppendorf-Tube ¸berf¸hren und solange mit Phenol extrahieren, bis die Trennlinie zwischen der oberen und unteren Schicht klar ist (zweimal reicht in der Regel).

10) DNA pr‰zipitieren und in 300 µl TE-Puffer resuspendieren. Die endg¸ltige DNA-Konzentration liegt in der Regel bei 2-4 µg/µl.

Erstmals beschrieben wurde diese Art der alkalischen DNA-Extraktion in Nucleic Acids Res.†1979 Nov 24;7(6):1513-23.

Was die Autorin allerdings selbst bem‰ngelt, ist der Reinigungsschritt mit Phenol. Schliefllich hantiert ein Jeder nur sehr ungern mit der hochgiftigen, ‰tzenden und mutagenen Fl¸ssigkeit.

Und tats‰chlich antwortete ein Leser darauf mit folgender Alternative:

K¸rzlich isolierte ich ein Plasmid mit der gleichen Methode  nur im Minipr‰p-Maflstab. Allerdings f¸gte ich RNase A bereits zum Resuspensionspuffer (Schritt 2) hinzu und verwendete zudem Kaliumacetat anstelle von Natriumacetat, da Kalium die F‰llung von SDS verst‰rkt. Mit diesen beiden ƒnderungen konnte ich die Phenol-F‰llung vermeiden und erhielt ein sehr reines Pr‰p (5mg/ml). Eine 1:10-Verd¸nnung der Probe gab ich zum Sequenzieren und bekam richtig gute Ergebnisse.

Weniger gesundheitsgef‰hrdend ist diese Alternative allemal. Ob sie allerdings dazu ‰hnlich gute Ausbeuten liefert, muss wohl erst noch unabh‰ngig best‰tigt werden.



Letzte Änderungen: 20.11.2012
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