„Reine Verunglimpfung“

Das Gerangel zwischen dem Wiener Mediziner Franz Adlkofer und dem Bremer Biologen Alexander Lerchl um die REFLEX-Studie zu möglichen Erbgutschäden durch Mobilfunk geht weiter. 

editorial_bild

Adlkofer (l.), Lerchl (r.)

(12. Oktober 2012) Am 13. September warf Lerchl auf Laborjournal online  Adlkofer vor, er instrumentalisiere Zitat-Fragmente auf fragwürdige Art für seine Mobilfunk-kritischen Absichten. Adlkofer schickte der Laborjournal-Redaktion daraufhin einen Leserbrief – den Lerchl wiederum nicht kommentarlos stehen ließ (siehe LJ-Editorial vom 5. Oktober). Jetzt antwortet erneut Adlkofer:

 

 

„Man wird immer alle Leute einige Zeit und auch einige Leute alle Zeit zum Narren halten können,

aber niemals alle Leute alle Zeit“

 

Im österreichischen Nachrichtenmagazin profil vom 23.01.2012 berichtet die Journalistin Tina Göbel in ihrem Beitrag Curriculum Skandale u.a. über den Umgang mit der REFLEX-Studie an der Medizinischen Universität Wien wie folgt: „Die von Mobilfunk-nahen Medizinern angezweifelten Daten konnten aber von anderen Forschern reproduziert werden, so dass der Fälschungsvorwurf nicht mehr hielt. Die Angelegenheit entpuppte sich als eine vom Rektor der Wiener Medizinuniversität, Wolfgang Schütz, nicht sehr professionell gemanagte Affäre.“(1) Professor Schütz wurde in dieser Angelegenheit von Prof. Lerchl und – alles spricht dafür – ebenfalls von der österreichischen Mobilfunkindustrie zum Handeln gedrängt. Dass Lerchls Behauptungen über die Vorgänge in Wien nicht der Wahrheit entsprechen, ergibt sich aus der Dokumentation der Ereignisse an der Medizinischen Universität Wien (2).

 

Die beiden Ethikkommissionen, die sich in Wien mit der REFLEX-Studie befassten – die erste vom Rektor Schütz nach seinem Gusto zusammengestellt, die zweite offensichtlich zwecks Hinrichtung der REFLEX-Studie eigens gegründet –, konnten keine Beweise für die Fälschungsvorwürfe erbringen (2). Um das Gesicht des Rektors zu wahren, der bei seiner Kampagne gegen die REFLEX-Studie den Überblick verloren hatte und nach der Aufdeckung seines Lügengespinstes eigentlich hätte zurücktreten müssen, taten sie etwas, wozu sie weder beauftragt waren noch die Qualifikation dafür besaßen. Sie kritisierten die REFLEX-Ergebnisse in einer Art und Weise, dass sie, träfe die Kritik tatsächlich zu, in der Tat bedeutungslos wären. Da die Wissenschaft solchen Niederträchtigkeiten, wie sie im Umgang mit der REFEX-Studie offenbar wurden, ziemlich wehrlos gegenübersteht, werden wir die Entscheidung darüber, ob die REFLEX-Ergebnisse inzwischen bestätigt worden sind oder nicht, dem Gericht überlassen. Die erste Verhandlung wird am 19. Oktober 2012 vor dem Landgericht in Hamburg stattfinden.

 

Prof. Lerchl ist Mitte 2008 dem auf Diffamierungen spezialisierten Laien-Internetforum mit dem Namen Informationszentrum gegen Mobilfunk (IZgMF) – es müsste ehrlicherweise Informationszentrum für den Mobilfunk (IZfMF) heißen – beigetreten, um nach eigenem Bekunden gegen die REFLEX-Studie vorzugehen und dabei die Öffentlichkeit mit einzubeziehen. Dieser sollte offensichtlich der rechte Eindruck vom wahren Charakter der Warner vor der Mobilfunkstrahlung vermittelt werden. In enger Zusammenarbeit mit einem Feigling, der sich hinter dem Decknamen „Sektor 3“ versteckt, jedoch mit Herrn Krause von der Nichtraucher-Initiative identisch sein dürfte, und einem von Paulus zu Saulus mutierten Wendehals namens „Spatenpauli“ versuchte er, mich, den Organisator und Koordinator der REFLEX-Studie, als Gauner darzustellen. Inzwischen zwang ein rechtskräftiges Urteil das IZgMF zur Aufgabe seiner kriminellen Machenschaften wenigstens mir gegenüber (3).

 

Der Skandal, der in der Verunglimpfung der REFLEX-Studie und ihrer Autoren durch Lerchl und seine Helfer besteht, wird durch einen weit größeren in den Schatten gestellt, nämlich der Tatsache, dass die Bundesregierung einen Mann vom charakterlichen Zuschnitt des Prof. Lerchl in die Strahlenschutzkommission berufen und mit dem Schutz der Bevölkerung vor der Mobilfunkstrahlung betraut hat. 

Franz Adlkofer, Pandora-Stiftung für unabhängige Forschung

 

 

(1) http://www.profil.at/articles/1204/560/317208/medizinunis-curriculum-skandale

 

(2) http://www.stiftung-pandora.eu/downloads/pandora_doku_wien-i-und-ii-2011.pdf

 

(3) http://www.kompetenzinitiative.net/downloads/ki_izgmf-urteil_2010-08-22.pdf

 

 

 



Letzte Änderungen: 23.10.2012
© 2009 Laborjournal und F & R Internet Agentur

Impressum | Datenschutz | Haftungsausschluß

© 1996-2013 Laborjournal und f+r internet agentur, Freiburg