Plötzlich stand ich in PubPeer

21. April 2015 von Laborjournal

(Unser Autor Leonid Schneider berichtet bevorzugt über Fälle wissenschaftlichen Fehlverhaltens — zuletzt etwa über den „Fall“ des Zürcher Pflanzenforschers Olivier Voinnet. Jetzt wurden plötzlich zwei Erstautor-Publikationen aus dessen Doktorandenzeit selbst der unsauberen Datenpräsentation verdächtigt. Hier seine Erfahrungen und Lehren aus dem eigenen Fall.)  

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Leonid Schneider hat in seinen wissenschaftlichen Publikationen betrogen und Daten manipuliert. Das müssen sich viele gedacht haben, die neulich auf dem Internetportal PubPeer die aktuellsten Kommentare abriefen.  Plötzlich stand dort in anonymen Kommentaren, dass ich damals als Doktorand in Düsseldorf womöglich Western-Blot-Banden unzulässig gespleißt oder gar wegretuschiert hätte (siehe Abbildungen am Ende des Texts).

Als ich das sah, habe ich mich natürlich erschrocken. Nein, nicht weil ich erwischt wurde. Als Erstautor habe ich bei diesen beiden Publikationen (J Biol Chem; 282(40):29273-83 und Oncogene; 27(1):116-25) und auch in fast allen anderen Werken die meisten oder gar alle Daten selbst produziert und kann jederzeit dafür gerade stehen. Erschrocken habe ich mich, weil ich inzwischen die Originaldaten nicht mehr besitze, um hier noch etwas beweisen zu können. Das heißt, mein damaliger Chef müsste sie zwar noch haben, aber beruhigt hat es mich nicht unbedingt. Damit hatte ich also dieselbe faule Ausrede anzuführen wie die vielen anderen, denen man, zum Teil auch zu Recht, Datenmanipulation vorwirft: die Originaldaten seien leider nicht mehr auffindbar.

Ich hatte aber Glück. Diesen Beitrag weiterlesen »

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