Kaffeefahrten statt Meetings

12. Oktober 2017 von Laborjournal

Auch wir Laborjournalisten besuchen hin und wieder Meetings. Erst kürzlich hatte einer von uns wieder das Vergnügen.

Doch einmal im Auditorium, formierten sich während der einzelnen Vorträge wiederholt Gedanken in seinem Hirn wie etwa: „Ah ja, EMBO Journal, vor fünf Jahren ungefähr“. Oder: „Natürlich, die alte Science-Story. Auf die ist er immer noch stolz. Aber kam da seitdem gar nichts mehr nach?“

Zum Schluss gab es schließlich die Closing Lecture vom vielfach gepreisten Großmeister des Faches höchstpersönlich. Einen Review seiner letzten drei Reviews lieferte er ab — brillant vorgetragen, zugegeben. Dennoch die Story kannten wirklich alle — und das schon seit langem. Dafür hätte er sich nicht für vier lange Tage von Frau und Enkelkindern verabschieden müssen…

Kann es denn Sinn von Meetings sein, fast ausschließlich Nachlesbares zu präsentieren? Früher einmal war das nicht so, da wurde tatsächlich öfter noch Work in Progress diskutiert. Aber heute?

Ein italienischer Forscher schrieb denn auch vor kurzem dazu: „Meetings sollten kein Forum sein für artig abgeschlossene Arbeiten, vielmehr sollten sie als Bühne dienen, um neue, durchaus auch gewagte Hypothesen vorzustellen und zu diskutieren.“

Recht hat der Mann. Und er hat weiterhin recht, wenn er noch anfügt: „Heute sind Meetings nur noch dazu nützlich, um Freunde zu treffen, neue Leute kennenzulernen oder Kooperationen zu planen. Deswegen ziehe ich selbst mittlerweile die Kaffeepausen den offiziellen Präsentationen deutlich vor.“

Da gibt es dann wenigstens heißen Kaffee, bei all dem kalten in den Vorträgen.

Vielleicht sollte man sich doch überlegen, statt teuren Meetings einfach gleich ausgedehnte Kaffeefahrten zu organisieren, um die Leute zusammenzubringen…

Groteske Clowns

5. Januar 2015 von Laborjournal

Science Slams erfreuen sich großer Beliebtheit. Wir von Laborjournal haben das selbst erfahren, als wir auf der BIOTECHNICA 2013 mal einen mitveranstalteten (siehe hier).

Allerdings scheint diese Art Veranstaltung auch stark zu polarisieren. Zumindest drängt sich dieser Verdacht auf, wenn man liest, was der emeritierte Berliner Neuroforscher Randolf Menzel vor ziemlich genau einem Jahr in einem Festvortrag dazu bemerkte:

Lassen Sie mich mit einer Groteske beginnen, den science slam, also jener 7-minütigen Jux-Veranstaltung in der meist junge Wissenschaftler gegeneinander antreten und um den ersten Platz im Verkaufen ihrer Forschung kämpfen. Vielleicht haben Sie noch keine solche eher traurige als lustige Veranstaltung miterlebt. Sie haben auch nichts versäumt, und man kann nur hoffen, dass diese aus den USA zu uns herüber geschwappte Mode bald wieder vergeht, weil sich einerseits die Zuschauer nicht für dumm verkaufen lassen wollen und andererseits die Clown-Wissenschaftler aussterben.

Eine groteske Jux-Veranstaltung für Clown-Wissenschaftler also. Wer stimmt ihm zu? Wer widerspricht?

 

Die sieben Todsünden …

25. Oktober 2013 von Laborjournal

… sind bekanntlich: Habgier, Völlerei, Faulheit, Hochmut, Wollust, Zorn und Neid. Christian Spannagel von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg findet sie problemlos auch im wissenschaftlichen Alltag und interpretiert sie in dem folgenden Vortragsvideo augenzwinkernd neu:

(https://www.youtube.com/watch?v=pbWe8qGv5zk)

Die Qualität könnte zwar besser sein, aber unterhaltsam ist’s allemal. Und Spannagels Fazit am Ende: Lasst uns Spaß am Forschen und Lehren haben — und vermitteln!

BIOTECHNICA 2013 (Tag 3): Messe-Slam

10. Oktober 2013 von Laborjournal

Der von Eppendorf, VBIO und Laborjournal mitveranstaltete Science Slam auf der BIOTECHNICA war laut. Das lag aber primär nicht an den Slammern selbst — die da waren:…

… Sebastian Lotzkat, der in Panama neue Reptilienarten sucht;…

xx

… Nuria Cerda-Esteban, die in der Petrischale Leberzellen zu Bauchspeicheldrüden umprogrammieren will;…

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Abgewehrte Attacken

30. August 2013 von Laborjournal

Aus der Reihe „Spontane Interviews, die es nie gab — die aber genau so hätten stattfinden können”. Heute: Prof. D.S. Kalier, Traktologisches Institut Universität Kiepkuhlingen.

LJ: Hallo, Herr Professor Kalier, Sie kommen mit einem auffällig amüsierten Lächeln aus dem Seminarraum. Gibt’s einen speziellen Grund?

Kalier: Klar, mein Doktorand hat sich im Kolloquium gerade prima geschlagen.

LJ: Gute Ergebnisse, klar und eindringlich vorgetragen?

Kalier: Das auch. Aber das ist nicht wirklich, was mich so amüsiert.

LJ: Was denn?

Kalier: Na ja, das ist eine etwas längere Geschichte, die damit anfing, dass mir jemand aus der Medizinischen Fakultät gesteckt hatte, dass meine zwei speziellen Freunde Gall und Stichel zu seinem Vortrag kommen würden.

LJ: ‚Spezielle Freunde‘? Wie meinen Sie das?

Kalier: Natürlich nicht im wörtlichen Sinn. Sagen wir’s kurz und klar: die Beiden mögen mich nicht! Diesen Beitrag weiterlesen »

Das „Gott“-Gen und andere

29. Januar 2010 von Laborjournal

Unser Video zum Wochenende, diesmal insbesondere für alle Freunde der englischen Ex-Komikertruppe Monthy Python: Ex-Mitglied John Cleese doziert in seinem Podcast als „Scientist at Work“ (2008) über das „Gott“-Gen und noch ein paar andere mehr…

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