Autoren am Rande des Nervenzusammenbruchs (22)

17. Januar 2014 von Laborjournal

Kurz nach Neujahr veröffentlichte Dorothy Bishop, Professorin für Entwicklungsneuropsychologie an der Universität Oxford, in ihrem immer lesenswerten BishopBlog einen ganz besonderen „Neujahrsbrief“ an alle Wissenschaftsverlage („A New Year’s letter to academic publishers“). Sie beginnt mit der Klarstellung:

My relationships with journals are rather like a bad marriage: a mixture of dependency and hatred.

Um bald darauf festzustellen:

In the past, the top journals had no incentive to be accommodating to authors. There were too many of us chasing scarce page space. But there are now some new boys on the open access block, and some of them have recognised that if they want to attract people to publish with them, they should listen to what authors want. And if they want academics to continue to referee papers for no reward, then they had better treat them well too.

Sie fordert also ein, dass die Verlage netter werden sollen zu den Autoren (und übrigens auch zu den Reviewern). Diesen Beitrag weiterlesen »

Episciences Project — ein neues Modell zum wissenschaftlichen Publizieren

11. Februar 2013 von Laborjournal

Vor ziemlich genau einem Jahr startete eine Protestaktion gegen die exorbitante Preispolitik sowie die restriktiven Zugangsregeln des holländischen Wissenschaftsverlag-Giganten Elsevier. Auf der Seite “The Cost of Knowledge” können seitdem der Sache gewogene Unterzeichner erklären, dass sie den Verlag solange boykottieren werden, bis er sein Geschäftsmodell radikal ändert. So haben dort bis heute über 13.200 Forscher bezüglich Elsevier erklärt, dass sie dort:

… won’t publish, won’t referee, won’t do editorial work.

Hauptinitiator des Protests war damals der Mathematiker und Fields-Medaillengewinner Timothy Gowers (hier seine eigene Jahresbilanz des Protests). Jetzt geht er einen Schritt weiter: Auf seinem Weblog verkündete er vor einigen Tagen das “Episciences Project“, welches das wissenschaftliche Publizieren auf völlig neue Füße stellen will – komplett staatlich finanziert und ganz ohne kommerzielle Verlage. Diesen Beitrag weiterlesen »

606-mal teurer als Laborjournal

10. Mai 2012 von Winfried Köppelle

Uni-Bibliothekare haben weit weniger Grund zu grinsen als er: Elseviers Finanzchef David Lomas

Aus gegebenem Anlass (denn die unanständig hohen Abo-Preise für wissenschaftliche Zeitschriften sind immer ein Anlass) sei hier auf eine Website des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) verwiesen.

Unter dem Titel „Die 10 teuersten Zeitschriften der KIT-Bibliothek“ sind dort die Preise einiger Fachzeitschriften für ein Jahresabonnement aufgelistet. Und da bleibt dem einen oder anderen Betrachter dann vielleicht doch die Spucke weg. Denn es geht nicht um ein paar hundert Euro.

Leider nicht. Für das gleiche Geld, das der Bezug des Spitzenreiters (die Biochimica et biophysica acta (BBA) aus dem Hause Elsevier) kostet (gut 20 000 Euro), könnte man sich als europäische Universität schlappe 606-mal jeweils zehn Ausgaben von Laborjournal frei Haus schicken lassen. Ein LJ-Auslands-Abo kostet nämlich nur 33 Euro (innerhalb Deutschlands/Österreichs/der Schweiz ist Laborjournal für Non-Profit-Institute sogar kostenlos). K-o-s-t-e-n-l-o-s-! – Ok, Laborjournal ist jetzt natürlich keine klassische Fachzeitschrift wie etwa BBA.

Doch selbst Jahresabos von mit BBA vergleichbaren Fachpublikationen, die vom Renommee her allerdings ungleich höher angesiedelt sind (etwa Nature oder Science) sind vergleichsweise preiswert (dazu erhält der Bezieher wesentlich mehr Seiten pro Jahr, deren Inhalt dank höherem Impact Factor auch noch wertvoller ist). Diesen Beitrag weiterlesen »

Von zweifelhaftem Verhalten der Journals

14. Februar 2012 von Laborjournal

Das Feld der wissenschaftlichen Journale scheint immer mehr zu verrotten. Und damit meinen wir gar nicht unbedingt das Geschäftsgebahren der großen Verlage à la Elsevier, Springer oder Thieme und Co. (siehe unseren früheren Beitrag „Boykott gegen Elsevier“ samt Kommentare).

Nein, eher passt in dieses Bild etwa die Zunahme sogenannter „Bogus Journals“, die auf nichts anderes aus sind, als das bei Open-Access-Online-Journals gängige „Author pays“-Modell auf unlautere Weise für einen schnellen Dollar auszunutzen. Auch hierüber berichteten wir kürzlich im Beitrag “’Junk Journals‘ und die ‚Peter-Panne’”.

Genauso passen in dieses Bild die zunehmenden Klagen von Forschern, dass Journals den Veröffentlichungswunsch von Manuskripten, deren Daten bereits publizierte Paper widerlegen, schlichtweg ignorieren, ablehnen oder zumindest stark erschweren. Ein Thema, dem wir das Editorial unserer neuesten Lab Times-Ausgabe gewidmet haben. Diesen Beitrag weiterlesen »

Vorsicht, Abschreiber und ‚Copy-Paster’…

9. Juli 2010 von Laborjournal

… — die Luft wird dünner. 83 Scientific Publishers, darunter solche „Giganten“ wie Elsevier und Springer, haben sich für die Datenbank CrossCheck eingeschrieben, die es ihnen erlaubt mit einer Software namens iThenticate eingereichte Manuskripte auf Plagiarismus zu durchleuchten.

Doch ist es weniger die Software, die das Ganze zu einem machtvollen Instrument machen könnte, sondern vielmehr die schiere Größe der Datenbank. Denn hier ist ziemlich Unerwartetes geschehen: Alle 83 Verleger mussten zustimmen ihre eigenen Manuskript-Datenbanken mit CrossCheck zu teilen – und sie taten es. Auf diese Weise ist CrossCheck inzwischen auf 25,5 Millionen Volltext-Artikel aus nahezu 50.000 Zeitschriften und Büchern angeschwollen, mit denen die Verlage nun „verdächtige“ Manuskripte relativ bequem abgleichen können.

Und „verdächtige“ Manuskripte scheint es genug zu geben. Testläufe verschiedener Journals brachten einen Anteil von 6 bis 23 % „Verdächtigen“ unter allen eingereichten Manuskripten. Diesen Beitrag weiterlesen »

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