Daumenprobleme?

3. Juli 2012 von Laborjournal

In den letzten Tagen gingen in der Redaktion vermehrt Meldungen von Pipettenherstellern ein, in denen sie insbesondere und umfassend die vermeintlich überlegene Ergonomie ihrer neuen Produkte herausstrichen. Uns erinnerte dies natürlich sofort an das launige „Inkubiert“ aus Laborjournal 11/2010, welches wir aus diesem Anlass hiermit „wiederbeleben“:

„Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, welche Schwerarbeit Ihr Daumen während eines mehrstündigen Pipettier-Marathons leistet?“ Schicksalsträchtig mahnend springt einem diese bedrohlich klingende Frage vom Kopf des Firmenprospekts direkt ins Gewissen — Abteilung „Selbstprüfung“.

„Äh, nein — nicht wirklich“, muss sich der in nahezu einem Jahrzehnt Laborarbeit gestählte Postdok eingestehen. „Schwerarbeit verrichte ich eher auf dem Mountainbike, dem Snowboard oder dem Fußballplatz“, denkt er vielmehr. „Ach ja, und natürlich beim Holz machen für den Kachelofen, Garten umgraben, Getränkekisten schleppen,… Aber hier im Labor? Diesen Beitrag weiterlesen »

Verborgen, weil verboten?

27. Februar 2012 von Laborjournal

Werden hierzulande illegale Stammzelltherapien im Verborgenen durchgeführt? Es gibt zumindest Verdachtsmomente. In Bonn-Bad Godesberg steht jedenfalls ein Krankenhaus namens Elisées-Klinik, das ein buntes Mischmasch an Behandlungsformen anbietet: Ästhetisch-plastische Chirurgie, Immunmodulation mittels traditioneller chinesischer Medizin, Bandscheibenoperationen, Nanomed-Behandlungen via Biophotonik oder „nanovernebelter“ Wirkstoffe,… und Stammzelltherapien.

Wer jedoch mit deutscher IP-Adresse unter http://www.elisees-stemcell.com/ die entsprechenden Informationen dazu auf deren Website einsehen will, bekommt rundweg ein „404 Page Not Found“ auf den Monitor. Mit IP-Adresse von außerhalb bekommt man dagegen folgende Startseite zu sehen:

(Die gleiche Seite samt aller nachgeschalteten Seiten kann man übrigens mit deutscher Adresse derzeit noch über den Google-Webcache einsehen — siehe etwa hier.)

Wer auf diese Weise weiter gräbt, erfährt zum Beispiel, dass man sich in der Klinik für gutes Geld Stammzellen entnehmen und gegen alle möglichen Leiden wieder zurückspritzen lassen kann: Alzheimer, Autismus, Multiple Sklerose,… bis hin zur erektilen Dysfunktion. Diesen Beitrag weiterlesen »

Mäuse-Monokultur?

2. Dezember 2011 von Laborjournal

Daniel Engber ist Senior Editor beim US-Online-Magazin Slate. In dieser Funktion hat er dort kürzlich ein vierteiliges Mammut-Dossier über die Maus veröffentlicht, den biomedizinischen Modellorganismus schlechthin. Seine darin zahlreich zusammengetragenen Forscher-Anekdoten ranken sich indes hauptsächlich um eine Frage: Hat die übermäßige Fixierung der biomedizinischen Forschung auf das (Krankheits-)Modell Maus nicht zu einer eher ‚ungesunden‘ Abhängigkeit geführt?

Warum Mäuse über die Jahrzehnte eine derart zentrale Rolle als Modelle zur Erforschung menschlicher Krankheiten eingenommen haben, ist klar: Mäuse kann man leicht bekommen und billig halten, dazu ist deren Genom bekannt und jede Menge genetische wie auch andere experimentelle Techniken sind bestens etabliert. Was den nicht unerheblichen Nebeneffekt hat, dass man heutzutage mit Mausprojekten sicher leichter an Fördergelder kommt als mit ausgefalleneren Tiermodellen.

Die Folge ist, dass nach einer Studie der Europäischen Union im Jahr 2008 knapp 60% aller biomedizinischen Laborexperimente an Mäusen durchgeführt wurden. Zudem wurden im Jahr 2009 dreimal mehr Mäuse-Paper veröffentlicht als über sämtliche anderen Modellorganismen — wie Drosophila, Caenorhabditis, Hefe oder Zebrafisch — zusammen. Deutliche Zeichen einer bedenklichen Monokultur, wie Engber kritisiert. Diesen Beitrag weiterlesen »

NatureScienceCell

5. Juli 2011 von Laborjournal

 

Was ist eine CNS Disease? Eine Central Nervous System Disease, eine Erkrankung des zentralen Nervensystems — klar. Harold Varmus, ehemaliger Chef der US-National Institutes of Health (NIH), deutete indes den Kürzel-Begriff sarkastisch um und meinte mit CNS Disease die ‚Krankheit‘, dass im biomedizinischen Publikationsuniversum die Dreifaltigkeit der Zeitschriften Cell, Nature und Science allzu große, zumal oftmals voreilige Verehrung erfährt.

(Des öfteren spricht man sie ja mittlerweile in einem Wort aus: Naturesciencecell. Oder wie ein US-Kollege jüngst spottete:

Perhaps a new word could be coined: naturescienceandcell [ney-cher-sahyuhns-uhnd-sel] -noun: 1. General science journals that cause researchers to temporarily lose their sanity.)

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