Was ist faul an diesem Bild?

23. Oktober 2017 von Laborjournal

Es scheint leider traurige Gewissheit: In den letzten Jahren haben die Mauscheleien in den Abbildungen von Originalveröffentlichungen deutlich zugenommen. Der redliche Wissenschaftler ist daher wahrlich nicht schlecht beraten, möglichst auch den eigenen Blick für etwaige „Seltsamkeiten“ in Paper-Abbildungen zu schärfen. Denn andernfalls könnte solch ein „Trugbild“ womöglich auch das eigene Projekt irgendwann auf die falsche Fährte führen.

Wir von Laborjournal wollen bei der Schärfung der entsprechenden Sinne helfen — und stellen daher zum nun folgenden Bild die Frage: „Was ist daran wohl faul?“

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Das Bild stammt aus dieser Originalveröffentlichung in Clinical Cancer Research. Uns ist nicht bekannt, ob das offensichtliche „Missgeschick“ inzwischen irgendwelche Konsequenzen nach sich gezogen hat. Zurückgezogen oder korrigiert ist das Paper jedenfalls bis heute nicht. Genauso wenig haben die Autoren bisher erklärt, wie der „Fauxpas“ zustande kam.

Und wer jetzt immer noch nicht weiß, was genau „faul“ ist an der Abbildung, bitte hier auf PubPeer nachschauen. Dort wurde erstmals darauf hingewiesen, dass hier etwas abgebildet ist, was sich so wie gezeigt einfach nicht „sauber“ abgespielt haben kann.

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Oh, sorry — nur eine Verwechslung !?

9. Dezember 2013 von Laborjournal

Geht es nur uns so? Uns jedenfalls scheint es, dass immer mehr Errata und Corrections zu Papern erscheinen, in denen die Autoren Duplikationen in Abbildungen, die meist von anderen entdeckt wurden, nach dem folgenden Muster entschuldigen:

„Uuups, Verzeihung — da ist uns wohl beim Zusammenstellen der Abbildungen etwas durcheinander geraten. Und jetzt ist dummerweise Bande X, Scan Y oder Gewebeschnitt Z nochmals in eine zweite Abbildung hineingerutscht, die ja ein ganz anderes Experiment zeigt. Aber keine Angst, wir haben die richtige Bande U, Scan V oder Gewebeschnitt W natürlich wieder gefunden — und zeigen sie Euch jetzt hier im Erratum. Vergesst also die alte Abbildung, nehmt diese hier — und Ihr werdet ganz schnell sehen, dass alles, was wir geschrieben haben, natürlich trotzdem unverändert richtig ist. Die Daten im Erratum zeigen das ja jetzt auch viel schöner. Nicht böse sein, kann ja mal passieren. Und wenn Euch in anderen Abbildungen wieder etwas auffällt, meldet Euch einfach — wir kriegen das hin!“

Okay, das war die Persiflage. Nehmen wir ein echtes Beispiel. In Blood (Vol. 122(14): 2523) erschien Anfang Oktober eine Correction mit folgendem Text:  Diesen Beitrag weiterlesen »

Autoren am Rande des Nervenzusammenbruchs (18)

17. Dezember 2012 von Laborjournal

Da haben unsere Lab Times-Kolumnisten von Retraction Watch wieder mal eine nette Paper-Korrektur ausgegraben. Korrekturgrund war diesmal das schlechte Englisch Düsseldorfer Neuroforscher. Diese titelten im Jahr 2011 einen Artikel mit „Chronic progesterone treatment of male rats with unilateral 6-hydroxydopamine lesion of the dorsal striatum exasperates parkinsonian symptoms” (Neuroscience 196 (2011): 228-36). Statt „exasperate“ (jemanden verärgern, auf die Palme bringen) meinten sie aber vielmehr „exacerbate“ (etwas verschärfen, verschlimmern), wie sie jetzt in der Korrektur schreiben.

Klar, „Parkinson-Symptome verschlimmern“ macht ja auch deutlich mehr Sinn als „Parkinson-Symptome verärgern“. Gut also, dass das jetzt, 14 Monate später, endlich richtig gestellt ist. Die naheliegende Frage, warum die relativ blödsinnige Überschrift im Vorfeld keinem Reviewer oder Editor auffiel, wollen wir indes an dieser Stelle gar nicht weiter vertiefen.

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