Wo sind die „Doktorväter“?

8. März 2013 von Laborjournal

„Doktorvater“ (oder „Doktormutter“). Wer sagt das heute eigentlich noch? Liegt das am etwas altbackenen Klang? Hat unsere dynamische, sich ständig modernisierende Sprache den „Doktorvater“ über den Tellerrand gekippt, wo er jetzt im nebeligen Sumpf süßlich-verklärter Nostalgie dümpelt? Verdrängt durch das pragmatisch-schnodderige „mein Prof“ oder die Allerweltsfloskel „mein Chef“?

Oder steht „Doktorvater“ heute auf der Liste der gefährdeten Wörter, weil die, die der Begriff bezeichnen soll, heute ebenso fast ausgestorben sind? Die gelehrten Persönlichkeiten, die ihren Schülern tatsächlich noch Vorbild sind — fachlich sowieso, aber auch als Mensch und Charakter; aus deren reichen Erfahrungsschatz man sich zum Wohle der eigenen Erkenntnis bedienen kann; die einen aber auch zu Konflikten zwingen wie mit dem leiblichen Vater; an denen man das eigene Profil durch ständige Reibung schärft und von denen man sich, wenn der rechte Zeitpunkt gekommen ist, sauber abnabelt.  Diesen Beitrag weiterlesen »

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