Völlig physiologisch

13. Januar 2014 von Laborjournal

„Oftmals sind die Bedingungen, die man zum Mikroskopieren verwendet, keine ‚physiologischen Bedingungen‘.“ Mit diesem Satz begann kürzlich ein Eintrag in einem Wissenschaftsblog, über den unser Redakteur eher zufällig stolperte.

„Uups“, dachte er. „Keine physiologischen Bedingungen — wie oft war genau dies das Todesurteil für ein vermeintlich sicheres Ergebnis?“ Wie viele Enzyme, die in wässriger Pufferlösung rauf und runter charakterisiert worden waren, verhielten sich plötzlich in Zellsaft-gemäß angedickter Lösung — also unter zellphysiologischen Bedingungen — ganz anders? Stichwort „Molecular Crowding“ (siehe etwa hier). Oder wie viele potentielle Wirkstoff-Kandidaten entfalteten ihre hoffnungsreichen Effekte erst in unphysiologischen Konzentrationen, die man niemals in den Körper bekommen würde (siehe etwa hier)?

Und jetzt sind womöglich sämtliche Zellen, die jemals unter dem Mikroskop lagen, unter „nicht-physiologischen Bedingungen“ studiert worden?…

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Autoren am Rande des Nervenzusammenbruchs (17)

27. September 2012 von Laborjournal

Ob berechtigt oder nicht — manchmal beißen einen die Bienen des Peer Review allzu arg. Manuskript bei drei, vier, fünf Journals eingereicht und jedes Mal abgelehnt. Gar nicht mal wegen irgendwelcher Schwächen, sondern vor allem mit der Begründung „does not adequately fit the scope of the journal“. Und das wiederum nur, weil keiner diesen Organismus kennt. Und auch nicht kennen lernen mag…

Wem kommt heutzutage bei solchen Erlebnissen nicht in den Sinn, das Paper einfach ohne Peer Review und Journal selbst zu veröffentlichen — auf der eigenen Homepage, dem eigenen Blog,… oder was auch immer? Dummerweise — so  müsste man denken — wird es dort aber wohl keiner finden…

Falsch! Zen Faulkes hat es ausprobiert — er veröffentlichte sein Paper „The distal leg motor neurons of slipper lobsters, Ibacus spp. (Decapoda, Scyllaridae)“ auf seinem eigenen Blog „Neurodojo“ und erklärte auch ausführlich, warum. Nach nur einer Woche erschien das Paper mit den richtigen Suchbegriffen bei Google Scholar ganz oben.

Ob Faulkes diesen Ausgang seines Experiments aber ausschließlich positiv finden soll — darüber ist er selbst unsicher:

I’m ambivalent about this paper showing up so readily in the search results. Good for me, obviously, but definitely reminds people that you always have to keep your wits about you with any resource. It may well be that Google Scholar will end up changing its algorithms to exclude papers like mine that explicitly advertise themselves as “not peer reviewed.”

Dennoch könnte Faulkes damit weitere „verschmähte“ Autoren leicht zur baldigen Nachahmung motivieren.

BIOTECHNICA (1): Twittern, Facebooken, oder was?

11. Oktober 2011 von Laborjournal

Jetzt wird unser Blog vorübergehend zu dem, was ein Blog tatsächlich ist: ein Tagebuch. Wieder einmal haben sich vier Männer der Laborjournal/Lab Times-Redaktion aufgemacht, Zeitschriften und Verlag auf der BIOTECHNICA in Hannover zu präsentieren. Heute morgen ging’s los, und gespannt harrten unsere Männer an ihrem Stand der Besucher, die da kommen mochten:

Es dauerte ein wenig, aber dann nahmen die Rudelbildungen an unserem Stand stetig zu: Diesen Beitrag weiterlesen »

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