Nicht ganz ohne Mitte

13. Mai 2013 von Laborjournal

Grundsätzlich haben Mittelautorenschaften wie diese hier unten nicht den besten Ruf:

Zu meiner Doktorandenzeit gab es beispielsweise einen eher unscheinbaren Prof, der stand auf relativ vielen, bisweilen auch gut veröffentlichten Papers drauf — aber immer irgendwo im Niemandsland der Autorenliste. Auf einem meiner ersten Kongresse stieß mich dann ein Postoc an, deutete auf einen kleinen Mittfünfziger und flüsterte: “Das ist er. Hat irgendwann mit viel Glück diesen einen Antikörper gemacht, den jetzt alle gut brauchen können. Jetzt verteilt er ihn natürlich großzügig — und steht dafür auf jedem Paper mit drauf.”

Ja, es sind Geschichten wie diese, die auch unserem ehemaligen Kollegen Hubert Rehm im Zusammenhang mit Mittelautoren immer wieder den süffisanten Spruch entlockten: „Das ist dann wohl der, der die Ratte gehalten hat.“

Mittelautoren werden folglich allenfalls “niedere” Beiträge zugeschrieben — und das oftmals ziemlich pauschal, ob zu Recht oder nicht. 

Vor kurzem präsentierte jedoch ein Kommentar im Blog DrugMonkey einen völlig neuen, positiveren Blickwinkel auf Mittelautorschaften. Diesen Beitrag weiterlesen »

Autoren am Rande des Nervenzusammenbruchs (14)

8. Juni 2012 von Laborjournal

Sogenannte „Single Author-Paper“ sind selten geworden, keine Frage. Aber es gibt sie noch. Auch wenn so manche Zeitschrift sie in ihrer mehr oder weniger automatisierten Redaktionsroutine offenbar gar nicht mehr vorgesehen hat. Ein Beispiel.

V. K. war vor kurzem emeritiert worden. Er hatte nun also Zeit. Und er erinnerte sich an ein kleines, aber feines Problem, dass er vor ein paar Jahren mehrmals durch sein Hirn gewälzt hatte. Er selbst war damals Institutsdirektor und konnte es daher vor lauter Verwaltungsarbeit nicht angehen. Und bis ein neuer Student kam, hatte er „das Projekt“ schließlich wieder vergessen.

Jetzt war es aber wieder lebendig geworden. Also machte sich V. K. mit stiller Freude auf. „Das Projekt“ brauchte gar nicht viel: Die relevanten Proben holte er sich draußen, unweit des Instituts — und auch die Analysen waren mit der gesamten Routine seiner jahrzehntelangen Forschungstätigkeit kein Hexenwerk.

Nach vier Wochen hatte er alle Ergebnisse zusammen und schrieb das Manuskript, welches auch umgehend angenommen wurde. Diesen Beitrag weiterlesen »

Autoren am Rande des Nervenzusammenbruchs (10)

5. März 2012 von Laborjournal

Nichts ist in der Forschung eine so sensible Angelegenheit wie die richtige Reihenfolge der Autoren auf einem Paper. Wobei die ganze Angelegenheit nochmal eine Spur delikater geworden ist, seitdem sogenannte Ko-Erstautorenschaften rasant zunehmen.

Der Grund liegt häufig darin, dass immer mehr Paper nur noch durch die gleichwertige Kooperation mehrerer Gruppen mit jeweils verschiedener Expertise entstehen (können). Nicht selten werden dann zwei oder mehr Erstautoren in alphabetischer Reihenfolge auf den ersten Plätzen gelistet und mit einem Sternchen versehen. Zur Bedeutung des Sternchens heißt es dann irgendwo auf derselben Seite:

„*These authors contributed equally to this project and should be considered co-first authors.“

Klar indes, dass ein Paper mit den drei Ko-Erstautoren „Maier, Müller, Schmidt“ nach liebgewonnener Forschergepflogenheit schnell zu „Maier et al.“ degeneriert. Was natürlich nicht wirklich fair ist. Diesen Beitrag weiterlesen »

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