Kommen sie schon, die Forscher aus Brexit-Country und Trump’s Nation?

12. September 2017 von Laborjournal

Spätestens seit dem Frühjahr konnte man nahezu überall nachlesen, dass England nach dem Brexit einen Brain Drain an Akademikern erleiden würde — zuletzt unter anderem hier. Bevorzugtes Ziel dieser Kandidaten: Deutschland.

Ähnliches verlautet seit diesem Jahr auch aus den USA, die ja bis dato weithin als DAS Scientific Betterland schlechthin angesehen wurden. So wurde beispielsweise erst letzten Monat der US-Bioklimatologe Ashley Ballantyne von der University of Montana folgendermaßen zitiert:

It used to be that European scientists would come to the US for opportunities. But I think the tides are turning, and there have been several really well-respected, midcareer scientists leaving for institutions in Germany and Switzerland and France [and] England. … In some respects, there’s been a bit of a reverse brain drain.

Donald Trump macht’s offenbar möglich!

Doch kommen tatsächlich Wissenschaftler aus UK oder den USA hierzulande an? Bisher scheint es dazu allenfalls anekdotische Hinweise zu geben — wie etwa denjenigen unseres Sommeressay-Autoren Stephan Feller, der uns vor zwei Wochen via E-Mail wissen ließ:

Im Moment ist gerade ein ‚Fenster offen‘, um tolle Jungforscher aus USA und UK nach Deutschland zu holen (dank Trump und Brexit). Wäre vielleicht auch mal einen Artikel wert.

Konkretes Beispiel: Wir haben in Nature eine W1 Juniorprofessur (tenure track) an der MLU Halle ausgeschrieben und erwarten alleine aus Oxford fünf bis sechs Bewerber. Die Frist ist noch nicht um, daher habe ich noch keinen Gesamtüberblick, aber mindestens ein weiterer Bewerber ist noch von einer US- Eliteuni dabei.

Tja, und weil wir jetzt wirklich ausloten wollen, ob das Thema einen Artikel wert ist, fragen wir hiermit unsere Leser: Gibt es an Ihrer Einrichtung auch bereits Anzeichen für einen derartigen Brain Gain aus den USA und dem UK? Und wenn ja, betrifft das gesteigerte Interesse tatsächlich auch Kandidaten aus den dortigen Elite-Einrichtungen?

Wir sind dankbar für jede Rückmeldung, vor allem für weitere konkrete Beispiele. Entweder gleich hier unten als Kommentar auf diesen Post, oder direkt als E-Mail an die Redaktion.

 

„Ein bisschen Eigeninitiative sollte schon sein“

28. Januar 2014 von Laborjournal

(Zum Thema „Angespannte Arbeitsmarktsituation für promovierte Biowissenschaftler“ schickte uns unser Autor Leonid Schneider die folgende bitterböse SATIRE (!) im Stile der Heute Show)

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Die Arbeitsmarktsituation für junge Akademiker in den Lebenswissenschaften wird zunehmend kompetitiver. Stellen für Hochqualifizierte verschwinden stetig, während immer mehr junge Leute studieren und promovieren. Im Auftrag der Bundesregierung arbeitet daher der hochkarätig besetzte Think-Tank „Zukunft für Lebenswissenschaftler“ an Vorschlägen, die Akademikerschwelle kreativ und produktiv zu lösen. Leonid Schneider hat für das Laborjournal Blog den Leiter dieses Think-Tanks, Dr. Ford Prefect, interviewt.

Herr Dr. Prefect, wie würden Sie die Situation auf dem Arbeitsmarkt für Lebenswissenschaftler beschreiben?

Prefect: Es gibt meiner Meinung nach zu viel Alarmismus. Ich persönlich finde die aktuelle Situation nicht so dramatisch.

Aber es gibt doch unglaublich viele arbeitsuchende Promovierte…

Prefect: Ja, aber andererseits sind Leute wie Sie, die den ganzen Tag zuhause sitzen und sinnlose Bewerbungsschreiben von ihren Heim-Computern verschicken, vollkommen sicher vor all diesen ansteckenden und gefährlichen Krankheiten, die durch Menschenkontakt am Arbeitsplatz, in den Kantinen und bei den Konferenzen übertragen werden. Alles hat also auch sein Gutes. Diesen Beitrag weiterlesen »

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