Wie sich Photosynthese anhört

28. März 2017 von Ralf Neumann

Schon mal gehört, welche Laute Pflanzen bei Photosynthese machen?  Dann wird’s Zeit! Zoologen (!) der Universität Wien um Helmut Kratochvil starteten vor einiger Zeit mit einem Unterwassermikrophon einen Lauschangriff auf die Flora des Fischteichs Schönau in Niederösterreich — und konnten folgenden „Lärm“ aufzeichnen:

 

 

Hört sich an wie brutzelnder Speck in der Pfanne, oder?

Wie insbesondere die Geräuschmuster der Kanadischen Wasserpest (Elodea canadensis) entstehen und was sie generell den Photosynthese-Forschern sagen können, steht parallel in unserem heutigen Editorial auf Laborjournal online. Und natürlich in der frischen Originalveröffentlichung der Wiener (Scientific Reports 7, Article no. 44526)  — mit dem vielversprechenden Titel: Acoustic effects during photosynthesis of aquatic plants enable new research opportunities.

Allerdings: Tatsächlich hören — wie hier — kann man sie dort nicht.

x

Die Techniker verlangt Nicht-Wirksamkeitsnachweis von Homöopathie — und erntet einen Shitstorm

7. März 2017 von Ralf Neumann

Wenn jetzt jede Menge Leute der Techniker Krankenkasse (TK) den Rücken kehren würden — sie könnte sich kaum beschweren nach dem fürchterlichen Eigentor, das sie sich letzte Nacht mit dem folgenden Tweet geschossen hat:

 

 

Eigentlich haben wir ja eher Probleme mit sogenannten Shitstorms, aber denjenigen, den die TK damit umgehend auf Twitter erntete, hat sie sich wahrlich wohlverdient. Im folgenden ein paar Beispiele von vielen — fangen wir mit den eher „ernsthaften“ an:

x

x

xx

x

x

x

Und so weiter…

Die Frage nach der derart peinlich zur Schau gestellten Unwissenschaftlichkeit der TK muss einem tatsächlich Angst machen. Weswegen — wie gesagt — sich natürlich sofort einige Kunden Gedanken über einen Austritt machen:

x

x

x

xx

x

Und so weiter…

Nicht abwegig, dass einige damit tatsächlich ernst machen werden.

Wieder andere versuchen, das Kind beim Namen zu nennen. Und haben wohl auch damit keineswegs Unrecht:

x

xx


x
Und so weiter…

Tja — und wie wohl kaum anders zu erwarten, reagiert ein weiterer, sehr großer Teil mit Sarkasmus:…

x

x

x

x

x
x

x

Und so weiter…

Oder sie weisen auf das Paradox hin, dass etwa Brillen trotz nachgewiesener Wirksamkeit und großer Nachfrage nicht (!) von der TK et al. erstattet werden:

x

x

x

x

Und so weiter…

Heute morgen gegen halb Neun räumte die TK dann endlich ihren Mega-Fauxpas ein — ein bisschen patzig zwar, aber immerhin:

x x

Und fügte etwas später noch an:

x

x

Wobei jetzt schon sicher ist, dass mit dem Ergebnis dieses „Gesprächs“ die „Aufregung“ wohl kaum auf Null runtergefahren werden kann. Zu tief hat die TK das Kind im Brunnen versenkt — und sich daher den Schaden, die sie als Krankenkasse davontragen wird, leider redlich verdient.

Das einzig Schöne an der Affäre jedoch ist, wieviele Leute angesichts solch erschreckender Ignoranz mit dem Resultat schroffer Missachtung von faktenbasierter Wissenschaft sofort auf die Barrikaden gehen. Es ist zwar „nur“ ein Tweet einer Krankenkasse. Aber der reicht, dass einem angst und bange um unser Gesundheitssystem werden kann.

Die vielen krankenversicherten Twitterer dagegen machen einem Hoffnung, dass diese Angst am Ende unbegründet sein wird.

x

Information 4


Information 5


Information 6